BĂŒrger, Serbiens

BĂŒrger Serbiens entscheiden ĂŒber neues Parlament

17.12.2023 - 11:53:07

Die Fortschrittspartei von PrÀsident Vucic ist die klare Favoritin bei den serbischen Parlamentswahlen. Doch die Hauptstadt Belgrad könnte an die Opposition gehen.

In Serbien haben am Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen begonnen. Rund 6,5 Millionen Wahlberechtigte sind offiziellen Angaben zufolge dazu aufgerufen, die 250 Abgeordneten der Volksversammlung (Skupstina) zu wÀhlen. Die rechts-nationale Serbische Fortschrittspartei (SNS) von PrÀsident Aleksandar Vucic gilt als klare Favoritin.

Letzten Meinungsumfragen zufolge dĂŒrfte sie auf etwas mehr als 40 Prozent der Stimmen kommen. Zusammen mit ihrem langjĂ€hrigen Koalitionspartner, der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS) von Außenminister Ivica Dacic, dĂŒrfte sie weiterhin die bestimmende Kraft im Land bleiben.

Vucic hatte das Parlament nicht einmal zwei Jahre nach der letzten Wahl aufgelöst. Der PrĂ€sident, der seit 2012 in wechselnden Funktionen die Politik des Landes bestimmt, nutzt vorgezogene Wahlen immer wieder, um sich der LoyalitĂ€t seiner FunktionĂ€re und AnhĂ€nger zu versichern. Auslöser dieser vorgezogenen Wahl waren vor allem zwei AmoklĂ€ufe im Mai mit 18 Toten sowie Konflikte in dem seit 2008 unabhĂ€ngigen Kosovo. Serbien beansprucht seine einstige, heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Provinz weiterhin fĂŒr sich.

Die AmoklĂ€ufe im Mai hatten eine massive Protestbewegung gegen die Vucic-Regierung ausgelöst. Sie warf der Regierungsmacht und ihren Medien vor, ein Klima des Hasses und der Gewaltverherrlichung zu schĂŒren. Die liberale Opposition schloss sich infolgedessen zum WahlbĂŒndnis «Serbien gegen Gewalt» zusammen. Sie hofft darauf, bei gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahlen die Hauptstadt Belgrad zu erobern.

Die Wahllokale schließen um 20.00 Uhr. Mit ersten Ergebnissen wird am spĂ€ten Sonntagabend gerechnet.

@ dpa.de