Kiew dankt fĂŒr deutsche MilitĂ€rhilfe - Moskau greift an
22.03.2025 - 04:59:35Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland fĂŒr das Milliarden-Hilfspaket im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg gedankt. Deutschland liefere genau das, was helfe, Leben in der Ukraine zu retten, sagte er laut einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung. Sein ausdrĂŒcklicher Dank gelte Kanzler Olaf Scholz (SPD) und dessen wahrscheinlichem Amtsnachfolger Friedrich Merz (CDU). «Danke, Deutschland!», schrieb Selenskyj auf Deutsch.Â
«Die zusĂ€tzliche MilitĂ€rhilfe wird dazu beitragen, unsere FĂ€higkeiten in den Bereichen Luftverteidigung, Artillerie, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge, MinenrĂ€umgerĂ€te und anderen Bereichen zu stĂ€rken», sagte der ukrainische AuĂenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. «Wir sind Deutschland dankbar fĂŒr seine strategische Investition in einen gerechten und langfristigen Frieden und in die Sicherheit in der Ukraine und in ganz Europa.»
Die deutschen Waffen hÀtten schon bisher Tausende Menschenleben in der Ukraine gerettet. «Sie werden in diesem und den kommenden Jahren noch mehr retten», sagte Sybiha. Eine starke ukrainische Armee werde in den nÀchsten Jahren der wichtigste Sicherheitsfaktor in der Ukraine und in Europa sein.
Deutschland bewilligt Milliarden fĂŒr die UkraineÂ
Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte zuvor ein lange umstrittenes Milliarden-Paket fĂŒr die Ukraine bewilligt. Bei dem Paket geht es um zusĂ€tzliche 3 Milliarden Euro fĂŒr dieses Jahr und bis zu 8,3 Milliarden Euro fĂŒr 2026 bis 2029. Das Geld soll auch die ausbleibende US-Hilfe kompensieren. Um das Hilfspaket und die Frage, wie es finanziert werden sollte, hatte es vor der Bundestagswahl lange Auseinandersetzungen gegeben.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen der Ukraine nun in diesem Jahr zusĂ€tzliche Waffen geliefert werden. Ein Sprecher nannte das Luftverteidigungssystem Iris-T, Lenkflugkörper, Ăberwachungsradare, Drohnen, Gefechtsfahrzeuge und Handwaffen. Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Hebestreit belaufen sich die bisherigen deutschen Ukraine-Hilfen seit Beginn der russischen Invasion auf mehr als 44 Milliarden Euro.
Russland hingegen kritisiert die Fortsetzung der Waffenlieferungen durch Deutschland und andere westliche Staaten an Kiew als Versuch, den Krieg in der Ukraine fortzusetzen.
Tote und Verletzte in der Ukraine nach russischen LuftschlÀgen
Unterdessen erlebte die Ukraine eine weitere Nacht mit russischen LuftschlÀgen. Dabei sind im Nordosten der Ukraine im Gebiet Sumy laut Behörden mindestens zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. In dem Dorf Krasnopillja hÀtten die Russen sechs Gleitbomben abgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In einem weiteren Dorf seien zwei Menschen bei einem Angriff auf ein Motorrad verletzt worden. Auch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Teilen des Landes gab es Luftalarm.
In Kiew rief BĂŒrgermeister Vitali Klitschko am Abend die Menschen auf, sich in SchutzrĂ€umen in Sicherheit zu bringen. Die Flugabwehr war gegen Drohnenangriffe aktiv, wie er mitteilte. In der Hauptstadt schlugen laut Klitschko TrĂŒmmer eines abgeschossenen Flugobjekts in einem GebĂ€ude ein; es kam demnach dort zu einem Brand. Ăber Verletzte war zunĂ€chst nichts bekannt.Â
In Saporischschja starben bei einem russischen Luftangriff drei Menschen. Weitere zwölf Bewohner wurden bei dem Drohnenangriff verletzt, teilten die Behörden am Abend mit.
Ukrainische Medien berichteten von russischen LuftschlÀgen mit Drohnen und Gleitbomben in verschiedenen Teilen des Landes. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.
Verletzte auch in Russland nach ukrainischem Drohnenangriff
Auch Russland meldete erneut Drohnenangriffe von ukrainischer Seite. In der Stadt Rostow am Don explodierte eine Drohne im 17. Stock eines Hauses, wie der geschĂ€ftsfĂŒhrende Gouverneur Juri Sljussar in seinem Telegram-Kanal mitteilte. Zwei Menschen seien verletzt worden.
Die Kriegsparteien, die in separaten GesprĂ€chen mit den USA stehen, werfen sich immer wieder gegenseitig vor, kein Interesse an einem Ende der Kampfhandlungen zu haben. Dabei betonen beide Seiten stets, sie seien bereit zu Verhandlungen fĂŒr eine Beendigung des Konflikts. An diesem Montag sind in Saudi-Arabien neue GesprĂ€che zwischen US-Vertretern und Ukrainern einerseits und mit russischen ReprĂ€sentanten andererseits geplant. Direkte GesprĂ€che zwischen Russen und Ukrainern, wie zu Beginn des Krieges im FrĂŒhjahr 2022, sind bisher nicht in Sicht.
US-PrÀsident Donald Trump hatte nach GesprÀchen mit Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin sein Ziel bekrÀftigt, den Konflikt lösen zu wollen. Putin hatte sich nach einem Telefonat mit Trump am vergangenen Dienstag in einem ersten Schritt bereiterklÀrt, LuftschlÀge gegen ukrainische Energieanlagen einzustellen. Laut Kreml gilt der Befehl bereits. Die Ukraine wirft Russland mit Blick auf die andauernden Luftangriffe aber Wortbruch vor.
Ein von Putin und Trump bei dem Telefonat angekĂŒndigter Gefangenenaustausch wurde umgesetzt. Selenskyj sagte in seiner abendlich verbreiteten Videoansprache, dass bisher schon 4.306 Menschen aus russischer Kriegsgefangenschaft zurĂŒckgekehrt seien. Ziel sei es, alle nach Hause zu holen, betonte Selenskyj. Eine Zahl nannte er nicht.


