USA: EinreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr extremistische Siedler
05.12.2023 - 20:56:38Als Reaktion auf die wachsenden Spannungen im Westjordanland erlĂ€sst die US-Regierung EinreisebeschrĂ€nkungen, die sich unter anderem gegen extremistische israelische Siedler richten. Die Gewalt im Westjordanland sei in diesem Jahr auf ein Niveau geklettert, das es seit der Zweiten Intifada (2000 bis 2008) nicht mehr gegeben habe, sagte der Sprecher des US-AuĂenministeriums, Matthew Miller, in Washington.
Es habe einen alarmierenden Anstieg an Gewalttaten gegeben. Dazu gehöre «ein beispielloses Maà an Gewalt durch extremistische israelische Siedler», die es auf PalÀstinenser und ihr Eigentum abgesehen hÀtten und ganze Gemeinden vertrieben, ebenso wie an Gewalt durch palÀstinensische Militante gegen Israelis.
Kritik an Regierung
Die neuen Restriktionen richteten sich gegen Menschen, die daran beteiligt seien, «den Frieden, die Sicherheit oder StabilitĂ€t im Westjordanland zu untergraben», hieĂ es in einer Mitteilung des AuĂenministeriums. Auch direkte Angehörige könnten von den Restriktionen betroffen sein.
Die US-Regierung habe die Gewalt von beiden Seiten konsequent angeprangert und die israelische Regierung aufgefordert, mehr zu tun, um extremistische Siedler zur Rechenschaft zu ziehen. Man habe aber «kein ausreichendes MaĂ an MaĂnahmen» gesehen, sagte Miller.
Die US-Regierung fordere die israelische FĂŒhrung erneut auf, die PalĂ€stinenser im Westjordanland besser vor extremistischen Angriffen zu schĂŒtzen. Auch die PalĂ€stinensische Autonomiebehörde mĂŒsse mehr tun, um die Angriffe militanter PalĂ€stinenser auf Israelis einzudĂ€mmen, teilte das AuĂenministerium mit.
«Sowohl Israel als auch die PalĂ€stinensische Autonomiebehörde haben die Verantwortung, die StabilitĂ€t im Westjordanland gewĂ€hrleisten.» US-PrĂ€sident Joe Biden und AuĂenminister Antony Blinken hatten zur Siedlungspolitik im Westjordanland bereits deutliche Worte an Israel gerichtet.
Israel hatte wÀhrend des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Rund 600.000 Israelis leben dort heute in mehr als 200 Siedlungen. Die PalÀstinenser beanspruchen die Gebiete als Teil eines eigenen Staats. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete 2016 diese Siedlungen als Verletzung des internationalen Rechts und forderte Israel auf, alle SiedlungsaktivitÀten zu stoppen.


