WHO, Unnötige

WHO: Unnötige Amputationen wegen Notlage im Gazastreifen

09.01.2024 - 14:22:55

Die humanitÀre Lage im Gazastreifen spitzt sich weiter zu. Das zeigen der WHO zufolge auch unnötige Amputationen. «Ich habe noch nie so viele Amputierte gesehen, auch viele Kinder», sagt ein WHO-Vertreter.

Im Gazastreifen mĂŒssen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlreiche Amputationen vorgenommen werden, obwohl die Gliedmaßen eigentlich gerettet werden könnten. DafĂŒr gebe es viele GrĂŒnde, sagten der WHO-Vertreter fĂŒr die PalĂ€stinensischen Gebiete, Rik Peeperkorn, und der Koordinator der WHO-NotĂ€rzteteam, Sean Casey. Sie sprachen ĂŒber eine Videoschaltung aus Jerusalem und Rafah im SĂŒden des Gazastreifens mit der Presse in Genf.

Oftmals kĂ€men die Verletzten zu spĂ€t an, weil sie die KrankenhĂ€user wegen andauernder KĂ€mpfe nicht frĂŒher erreichen könnten, sagte Casey. Dort fehlten Spezialisten, etwa GefĂ€ĂŸchirurgen. Wegen der großen Not seien KrankenhĂ€user zudem ĂŒberfĂŒllt und OperationssĂ€le fĂŒr lebensrettende Operationen belegt. «Ich habe noch nie so viele Amputierte gesehen, auch viele Kinder», sagte Peeperkorn.

Casey: Im Norden haben alle Hunger

Casey berichtete aus Rafah, frisch Amputierte bettelten in ihren Betten um etwas Essen oder Wasser. Die Lieferungen reichten nicht aus, um alle Menschen zu erreichen, vor allem im Norden des Gebiets. «Dort haben alle Hunger», sagte er. Nach Angaben von Peeperkorn funktionieren zur Zeit 15 der einst 36 KrankenhÀuser teilweise. Zudem gebe es drei Feldlazarette. Die WHO-Vertreter verlangten wie seit Wochen eine Feuerpause zur besseren Versorgung der Menschen.

PalĂ€stinensische Terrorgruppen haben am 7. Oktober Israel ĂŒberfallen und rund 1200 Menschen getötet sowie 240 Menschen verschleppt. Israel bekĂ€mpft sie seitdem mit massiven Angriffen. Nach palĂ€stinensischen Angaben sind im Gazastreifen seit Oktober mehr als 23.000 Menschen ums Leben gekommen - ein Prozent der Bevölkerung. Mehr als 50.000 sind nach WHO-Angaben teils schwer verletzt.

@ dpa.de