Huthi: Israels PrÀsenz in Somaliland wÀre militÀrisches Ziel
29.12.2025 - 01:23:01 | dpa.deDer AnfĂŒhrer der vom Iran unterstĂŒtzten Huthi-Miliz droht Israel nach dessen Anerkennung von Somaliland als souverĂ€nen Staat. «Jegliche israelische PrĂ€senz in Somaliland wird von unseren StreitkrĂ€ften als militĂ€risches Ziel betrachtet, da sie eine Aggression gegen Somalia und den Jemen sowie eine Bedrohung fĂŒr die Sicherheit der Region darstellt», sagte Abdul-Malik al-Huthi in einer ErklĂ€rung. Israel hatte am Freitag als weltweit erstes Land die Republik Somaliland als souverĂ€nen Staat anerkannt. Somalia lehnt die Anerkennung seiner abtrĂŒnnigen Region im Norden entschieden ab.
Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrats
Der UN-Sicherheitsrat kommt wegen Israels Schritt heute zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Zuvor hatten 21 ĂŒberwiegend muslimische LĂ€nder in einer gemeinsamen ErklĂ€rung vor «schwerwiegenden Folgen» des beispiellosen Vorgehens Israels fĂŒr «den Frieden und die Sicherheit am Horn von Afrika und im Roten Meer» sowie fĂŒr die internationale Sicherheit gewarnt.
WĂ€hrend der Weltsicherheitsrat in New York tagt, werden US-PrĂ€sident Donald Trump und Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu heute in Trumps Residenz Mar-a-Lago in Florida ĂŒber die Zukunft des Gazastreifens sprechen. Einem kĂŒrzlichen Bericht des US-Nachrichtenportals «Axios» zufolge glauben US-Beamte, dass Netanjahu den Friedensprozess verzögert. Sie befĂŒrchteten, dass er den Krieg gegen die islamistische Hamas wieder aufnehmen wird.
Somalia: Netanjahu will am Horn von Afrika FuĂ fassenÂ
Somalias Regierungschef Hamza Abdi Bari sagte dem Àgyptischen Sender Al-Kahira Al-Ikhbariya, der israelische MinisterprÀsident versuche, die gegenwÀrtigen politischen und regionalen Gegebenheiten auszunutzen, um am Horn von Afrika Fuà zu fassen. Netanjahu glaube, durch eine PrÀsenz im Norden Somalias das Rote Meer und die Meeresenge Bab al-Mandab kontrollieren und MilitÀrbasen in der Region errichten zu können. Somalias PrÀsident Hassan Sheikh Mohamud hatte zuvor im Parlament gesagt, seine Regierung werde Israels Anerkennung von Somaliland nicht akzeptieren.
Die nur wenige Millionen Einwohner zĂ€hlende ostafrikanische Republik Somaliland ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhĂ€ngig. Israelische Medien verwiesen darauf, dass Somaliland unweit der strategisch wichtigen Meeresenge Bab al-Mandab liegt, wo es immer wieder zu Angriffen der Huthi auf internationale Handelsschiffe mit mutmaĂlichem Bezug zu Israel gekommen war. Die «Times of Israel» schrieb, ein Zugang zu Somaliland wĂŒrde es Israel erleichtern, Angriffe gegen die Miliz durchzufĂŒhren und sie zu ĂŒberwachen.
Nach Beginn des Gaza-Kriegs hatte die Huthi-Miliz in SolidaritĂ€t mit der islamistischen Terrororganisation Hamas Israel immer wieder auch direkt mit Raketen und Drohnen angegriffen. Israels Luftwaffe griff im Gegenzug Ziele der Miliz im 2.000 Kilometer entfernten Jemen an. Seit Beginn der Waffenruhe in Gaza am 10. Oktober lieĂen auch die Huthi die Waffen schweigen. Nach Israels Anerkennung von Somaliland als Staat erklĂ€rte ihr AnfĂŒhrer nun, man werde nicht hinnehmen, dass ein Teil Somalias dem Feind Israel als StĂŒtzpunkt diene.
Furcht vor Wiederaufflammen des Gaza-Kriegs
WÀhrend sich der Weltsicherheitsrat in New York bei seiner Dringlichkeitssitzung mit Israels Vorgehen befasst, soll es beim Treffen von US-PrÀsident Trump und Israels MinisterprÀsidenten Netanjahu - ihr bereits Sechstes in diesem Jahr - um die nÀchsten Schritte des von den USA vorangetriebenen Plans zur dauerhaften Beendigung des Gaza-Kriegs gehen.
Die anstehende zweite Phase des 20-Punkte-Friedensplans von Trump sieht eine Entwaffnung der Hamas und die Einsetzung einer internationalen Stabilisierungstruppe vor. Die palĂ€stinensische Terrororganisation lehnt es jedoch strikt ab, ihre Waffen niederzulegen. Andere LĂ€nder haben bisher nicht zugestimmt, die Entwaffnung der Hamas zu ĂŒbernehmen. Daher wird ein mögliches Wiederaufflammen des Krieges im Gazastreifen befĂŒrchtet.Â
Berichte: Israel blockiert Fortschritte
Trump will nach Medienberichten die in seinem Friedensplan ebenfalls vorgesehene Einrichtung eines internationalen «Friedensrats» mit ihm selbst an der Spitze schnell vorantreiben. Auch eine Ăbergangsregierung aus unpolitischen palĂ€stinensischen Fachleuten ist geplant. In dieser Frage wird Israel jedoch vorgeworfen, Fortschritte zu blockieren. Die USA bemĂŒhen sich gemeinsam mit den Vermittlerstaaten Katar und Ăgypten um eine Einigung.
Auch Iran auf der AgendaÂ
Weitere wichtige Themen auf der Agenda sind der Iran, der nach dem jĂŒngsten Krieg nach israelischen Informationen sein Raketenarsenal wieder aufbaut, sowie der Libanon und Syrien. Die USA vermitteln bei den BemĂŒhungen um Sicherheitsvereinbarungen des jĂŒdischen Staates mit den beiden nördlichen NachbarlĂ€ndern. Netanjahu wird auf seiner Reise begleitet von den Eltern der letzten israelischen Geisel, deren Leiche noch im Gazastreifen festgehalten wird. Ohne die RĂŒckfĂŒhrung der sterblichen Ăberreste wĂ€ren die Bedingungen fĂŒr einen Ăbergang zur zweiten Phase des Trump-Friedensplans nicht erfĂŒllt.
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