Taliban untersagen Frauen öffentliches Singen und Vorlesen
23.08.2024 - 13:45:11Die Taliban in Afghanistan verbieten Frauen öffentliches Singen oder Rezitieren, auch mĂŒssen sie sich in Gegenwart fremder MĂ€nner vollstĂ€ndig verschleiern. Das sieht ein neues sogenanntes Tugendgesetz vor, das vom Obersten FĂŒhrer der militanten Islamisten, Haibatullah Achundsada, unterschrieben wurde, wie das Justizministerium bekanntgab.
Das Regelwerk soll dazu dienen, die strengen Vorgaben der sogenannten Sittenpolizei durchzusetzen. Demnach mĂŒssen Frauen in der Gegenwart von MĂ€nnern, die nicht mit ihnen verwandt sind, Gesicht und Körper verhĂŒllen. Die Stimme einer Frau sei intim, verboten ist ihnen daher auch das Singen, laute Lesen oder rezitieren in der Ăffentlichkeit. MĂ€nnern schreibt das Gesetz Bart- und HosenlĂ€nge vor.
Auch HomosexualitÀt und Musik verboten
Zu weiteren Verboten zĂ€hlen fĂŒr MĂ€nner und Frauen HomosexualitĂ€t, Musik oder auĂereheliche Beziehungen. Neu sind diese Regelungen nicht, sie existierten bereits als Vorgaben durch das Tugendministerium. Nun hat das Justizministerium diese schriftlich festgelegt und das Tugendministerium mit der Durchsetzung beauftragt. Abzuwarten bleibt laut Beobachtern, wie konsequent die Regeln tatsĂ€chlich durchgesetzt werden.
Bei ihrer erneuten MachtĂŒbernahme im August 2021 hatten die Taliban noch eine moderatere Regierungsform in Aussicht gestellt. Ihre Regierung ist jedoch Ă€uĂerst autoritĂ€r. International stehen sie vor allem wegen ihrer massiven Beschneidung von Frauenrechten in Kritik.
Baerbock: «Fast 100 Seiten Frauenhass»
Aus Deutschland kam scharfe Kritik. AuĂenministerin Annalena Baerbock schrieb auf der Plattform X, das Tugendgesetz seien «fast 100 Seiten Frauenhass». Die menschenfeindlichen Regeln machten «das halbe Land mundtot». Das Tugendgesetz zeige erneut, dass es zu Radikalislamisten keine Beziehungen geben könne, so die GrĂŒnen-Politikerin.
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