Gaza-Krieg, Gemetzel

UN: Gaza-Krieg ist «Gemetzel» - mehr als 30.000 Tote

29.02.2024 - 11:58:01 | dpa.de

Die isrealischen Angriffe im Gazastreifen haben eine verheerende Bilanz: Über 30.000 Tote und mehr als 70.000 Verletzte. Israel verteidigt das Vorgehen - das Schlachtfeld in Gaza habe die Hamas kreiert.

Menschen begutachten SchĂ€den und bergen in den TrĂŒmmern GegenstĂ€nde aus ihren HĂ€usern nach israelischen Luftangriffen. - Foto: Omar Ashtawy/APA/ZUMA/dpa
Menschen begutachten SchĂ€den und bergen in den TrĂŒmmern GegenstĂ€nde aus ihren HĂ€usern nach israelischen Luftangriffen. - Foto: Omar Ashtawy/APA/ZUMA/dpa

Der UN-Hochkommissar fĂŒr Menschenrechte, Volker TĂŒrk, hat die anhaltenden Angriffe im Gazastreifen als «Gemetzel» bezeichnet. Wie die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde bekanntgab, wurden allein in den vergangenen 24 Stunden 81 Menschen getötet und 132 weitere verletzt. Seit Beginn der israelischen MilitĂ€roffensive im Oktober seien nun 30.035 Menschen getötet und 70.457 verwundet worden.

TĂŒrk zitierte die Opferzahlen vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf und sagte, Zehntausende wĂŒrden zudem vermisst und seien vermutlich unter den TrĂŒmmern ihrer HĂ€user begraben. «Das ist ein Gemetzel.» 

Die Hamas-Zahlen lassen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Die Vereinten Nationen und andere Beobachter weisen aber darauf hin, dass sich die Zahlen der Behörde in der Vergangenheit als insgesamt glaubwĂŒrdig herausgestellt hĂ€tten.



TĂŒrk verurteilte erneut den Auslöser der israelischen MilitĂ€roffensive: die Massaker, die am 7. Oktober von palĂ€stinensischen Extremisten in Israel verĂŒbt wurden und das Verschleppen von Zivilisten als Geiseln in den Gazastreifen. Er verurteilte ebenfalls «die BrutalitĂ€t der israelischen Reaktion». «Der Krieg in Gaza muss beendet werden», forderte TĂŒrk. «Alle Parteien haben eindeutige VerstĂ¶ĂŸe gegen die internationalen Menschenrechte und das humanitĂ€re Völkerrecht begangen, darunter auch Kriegsverbrechen und möglicherweise andere Verbrechen nach internationalem Recht. Es ist Zeit - lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig - fĂŒr Frieden, AufklĂ€rung und Rechenschaftspflicht.»

Tausende Tonnen Munition eingesetzt

Israel habe im Gazastreifen Tausende Tonnen Munition in dicht besiedelten Wohnvierteln eingesetzt. Darunter seien Waffen, die großrĂ€umig Schaden anrichteten, sagte TĂŒrk. Solche Waffen produzierten eine massive Druckwelle, die menschliche Organe zerreißen und tiefe Verbrennungen verursachen könnten.

«In den vergangenen fĂŒnf Kriegsmonaten hat das BĂŒro zahlreiche VorfĂ€lle registriert, die auf Kriegsverbrechen der israelischen StreitkrĂ€fte hindeuten, sowie Hinweise darauf, dass die israelischen StreitkrĂ€fte wahllos oder unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gezielt haben und damit gegen das humanitĂ€re Völkerrecht verstoßen», sagte TĂŒrk. Das Blockieren von Hilfslieferungen und damit der Einsatz von Hunger als Kriegsmethode könnten, wenn sie bewusst durchgefĂŒhrt werden, womöglich Kriegsverbrechen sein. 

TĂŒrk appellierte an beide Seiten, die Menschlichkeit auch auf der anderen Seite zu erkennen. «Es sind Menschen – PalĂ€stinenser und Israelis – die auf grausame Weise geschĂ€digt werden», sagte er. 

«Schlachtfeld in Gaza hat die Hamas kreiert»

Die israelische Botschafterin verteidigte das Vorgehen Israels. Ihr Land sei im Krieg gegen eine Terrororganisation. Das Schlachtfeld in Gaza habe die Hamas kreiert. Weil die KÀmpfer sich hinter Zivilisten versteckten, habe Israel keine andere Wahl, als dort anzugreifen. Israel setze alles daran, das humanitÀre Völkerrecht einzuhalten, etwa durch Warnungen vor LuftschlÀgen an die Bevölkerung. 

Der palĂ€stinensische Botschafter sagte, Kinder und Frauen, die verzweifelt anstĂŒnden, um etwas zu Essen zu bekommen, wĂŒrden bombardiert. Er warf Israel Genozid vor. Er verurteilte die AnschlĂ€ge vom 7. Oktober. Die Zeitrechnung habe aber nicht am 7. Oktober begonnen. Israel unterdrĂŒcke die PalĂ€stinenser seit Jahrzehnten. 

Die Diplomaten aus Dutzenden LÀndern im Saal zeigten keine Reaktion auf den Redebeitrag der israelischen Botschafterin, die mit zwei freigelassenen Geiseln im Saal des UN-Menschenrechtsrats war. Nach der Rede des palÀstinensischen Vertreters gab es dagegen lang anhaltenden Applaus.

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