Israel schickt Tausenden Ultraorthodoxen Einberufungen
12.11.2024 - 18:39:08Israels MilitĂ€r will am kommenden Sonntag israelischen Medien zufolge erneut Einberufungsbefehle fĂŒr ultraorthodoxe MĂ€nner ausstellen. Rund 7.000 StrengglĂ€ubige sollen Bescheide erhalten, berichteten mehrere israelische Zeitungen ĂŒbereinstimmend.Â
Der ehemalige Verteidigungsminister Joav Galant hatte die Versendung der Einberufungsbefehle noch vor seiner Entlassung genehmigt, meldete die «Times of Israel». Das MilitĂ€r wolle die Bescheide deshalb wie geplant verschicken. Israel Katz als neuer Verteidigungsminister habe die MaĂnahme nicht abgesagt.Â
Bereits im Sommer erhielten Medien zufolge rund 3.000 strengreligiöse MĂ€nner Einberufungsbescheide. Demnach erschien aber nur ein Bruchteil von ihnen anschlieĂend in Einberufungszentren des MilitĂ€rs. Die Armee möchte die Ultraorthodoxen nach einem Auswahlprozess im nĂ€chsten Jahr zum MilitĂ€rdienst einziehen.
Strengreligiöse MĂ€nner waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Eine Ausnahmeregelung lief jedoch vor mehreren Monaten aus. Der israelischen Regierung gelang es nicht, ein Gesetz zu verabschieden, um die Erleichterungen fĂŒr die Ultraorthodoxen zu zementieren. Der Oberste Gerichtshof erlieĂ schlieĂlich im Sommer ein Urteil, wonach ultraorthodoxe MĂ€nner zum Wehrdienst einzuziehen sind.
Die ultrareligiösen Parteien der Regierungskoalition sind darĂŒber verĂ€rgert. Viele Ultraorthodoxe empfinden den MilitĂ€rdienst als Bedrohung ihres frommen Lebensstils, unter anderem weil Frauen und MĂ€nner gemeinsam dienen. Viele Menschen in Israel empfinden es wiederum als ungerecht, dass ultraorthodoxe Juden bislang keinen Dienst an der Waffe leisten mussten und von gefĂ€hrlichen KampfeinsĂ€tzen ausgenommen waren.Â
Angesichts der Kriege gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen sowie der Hisbollah im Libanon warnt Israels MilitÀr vor einem Mangel an kampffÀhigen Soldaten.


