Huthi-AnfĂŒhrer verlassen Hauptstadt nach Angriffen im Jemen
16.03.2025 - 14:27:36FĂŒhrende Mitglieder der Huthi-Miliz im Jemen sind nach den US-Luftangriffen aus der von ihnen kontrollierte Hauptstadt Sanaa und in lĂ€ndliche Gegenden geflohen. Das berichtete der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija. Hochrangige Mitglieder hĂ€tten die Anweisung erhalten, ihre HĂ€user wegen der Gefahr weiterer US-Luftangriffe zu verlassen.Â
Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Huthi-nahen Kreisen, die Mitglieder sollten auch öffentliche PlÀtze meiden und keine Aufenthaltsorte ranghoher Huthi-FunktionÀre öffentlich machen. Die US-Angriffe hÀtten die Gegend al-Dschiraf im Norden Sanaas getroffen, wo viele Huthi-Vertreter leben.
Das US-MilitĂ€r hatte Ziele der vom Iran unterstĂŒtzen Miliz auf Befehl von PrĂ€sident Donald Trump massiv angegriffen. Nach Drohungen neuer Attacken im Roten Meer schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, mit den Luftangriffen sollten US-Schiffe geschĂŒtzt und die Freiheit der Schifffahrt wiederhergestellt werden.Â
Mindestens 31 Menschen wurden im Jemen getötet und 101 weitere verletzt, meldete das von den Huthi kontrollierte Gesundheitsministerium.Â
In Sanaa herrschte am Tag nach den Angriffen angespannte Ruhe. «Wir haben schreckliche Momente erlebt», sagte ein Anwohner ĂŒber die vergangene Nacht. In seinem Haus seien mehrere Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Ein weiterer sagte, die Miliz wolle das Land «in den Krieg und in die Zerstörung» ziehen durch die Angriffe auf internationale Schifffahrt. «Jemen ist kein Land, das sich weitere Konflikte leisten kann.»
Eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten
Die Huthi beherrschen groĂe Gebiete vor allem im nördlichen Jemen. Nach Ausbruch des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Oktober 2023 begannen sie zur UnterstĂŒtzung der Hamas mit Angriffen auf Schiffe mit angeblicher Verbindung zu Israel sowie auf Israel selbst. An der KĂŒste des Jemen entlang fĂŒhrt eine der fĂŒr den Welthandel wichtigsten Schifffahrtsrouten.
Im Jemen tobt seit zehn Jahren ein BĂŒrgerkrieg, der in dem ohnehin sehr armen Land eine der gröĂten humanitĂ€ren Krisen weltweit ausgelöst hat.
Eine Bewohnerin Sanaas namens Schiham Mohammed sagte: «Was werden diese Angriffe (der USA) neues bringen? Wir leben seit zehn Jahren im Krieg und unter Bombardierungen, und mit welchem Ergebnis? Nichts auĂer mehr Zerstörung und mehr zivile Opfer.» Einige Anwohner, die ein Ende der Huthi-Herrschaft herbeisehnen, sprachen sich aber auch fĂŒr die US-Angriffe aus.


