Ukraine-Gipfel, Odessa

Ukraine-Gipfel in Odessa - schwere KĂ€mpfe an der Front

12.06.2025 - 03:45:44 | dpa.de

Die KĂ€mpfe im Gebiet Donezk nehmen weiter an IntensitĂ€t zu. Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj wirft Russland weiterreichende EroberungsgelĂŒste vor - und empfĂ€ngt einen unerwarteten Staatsgast.

Staats- und Regierungschefs aus SĂŒdosteuropa legten in Odessa Blumen fĂŒr gefallene ukrainische Soldaten nieder.  - Foto: Uncredited/Presidential Press Service/AP/dpa
Staats- und Regierungschefs aus SĂŒdosteuropa legten in Odessa Blumen fĂŒr gefallene ukrainische Soldaten nieder. - Foto: Uncredited/Presidential Press Service/AP/dpa

Die Ukraine hat bei einem Gipfel von Staats- und Regierungschefs aus SĂŒdosteuropa im Schwarzmeerhafen Odessa nach eigenen Angaben Zusagen fĂŒr zusĂ€tzliche Waffenhilfen bekommen. Es seien «weitere Verteidigungspakete von einigen LĂ€ndern bestĂ€tigt» worden, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha im Fernsehen. Details nannte er nicht. Die Notwendigkeit der AufrĂŒstung unterstrich PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj auch mit dem Vorwurf, dass Russland weitreichendere EroberungsplĂ€ne hege als offiziell bekannt.

Bei dem Ukraine-SĂŒdosteuropa-Gipfel kamen rund ein Dutzend Staats- und Regierungschefs zusammen, um die Probleme der Region zu besprechen und Hilfe fĂŒr die Ukraine zu koordinieren. Selenskyj bat erneut um StĂ€rkung der Flugabwehr, aber auch um politische UnterstĂŒtzung etwa beim erhofften Beitritt zur EU. Der Ukrainer veröffentlichte auf Telegram ein Video, das ihn dabei zeigt, wie er mit mehreren StaatsgĂ€sten Blumen fĂŒr die gefallenen ukrainischen Soldaten niederlegt.

Selenskyj: Kreml will Korridor nach RumÀnien und Moldau

Russlands ExpansionsgelĂŒste beschrĂ€nkten sich lĂ€ngst nicht auf den SĂŒden und Osten der Ukraine, warnte Selenskyj. «Die russischen MilitĂ€rplĂ€ne zielen auf diese Region – Odessa – und dann auf die Grenzen zu Moldawien und RumĂ€nien», sagte Selenskyj bei dem Gipfel. Der Kreml wolle in der Region Chaos sĂ€en, um Europa insgesamt zu schwĂ€chen.

Schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hatte Rustam Minnekajew, ein ranghoher General in Moskau, die Kontrolle ĂŒber den SĂŒden der Ukraine und den Landweg zu der von Moldau abtrĂŒnnigen Region Transnistrien zu Kriegszielen erkoren. Offiziell hat sich Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin dazu allerdings nicht bekannt.

Warnung vor Domino-Effekt

Laut Selenskyj sind die Interessen des Kremls nicht auf die Ukraine begrenzt. So schĂŒre Russland ethnische Konflikte auf dem Balkan, habe sich in die Wahlen in RumĂ€nien eingemischt und plane, die Kontrolle ĂŒber die Ex-Sowjetrepublik Moldau wiederherzustellen. Sollte bei der Parlamentswahl in Moldau im September das proeuropĂ€ische Lager der russlandfreundlichen Konkurrenz unterliegen, werde dies Moskau ermutigen, sich noch stĂ€rker in die Angelegenheiten anderer europĂ€ischer Staaten einzumischen, warnte Selenskyj.

Serbiens PrÀsident erstmals seit Kriegsbeginn in Ukraine

Wegen des Gipfels reiste auch der serbische PrĂ€sident Alexandar Vucic erstmals seit Kriegsbeginn in die Ukraine. Er verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und macht den Westen fĂŒr Putins Krieg gegen die Ukraine verantwortlich. Vor einem Monat besuchte Vucic die MilitĂ€rparade in Moskau. In Odessa versprach er Medienberichten zufolge, sich am Wiederaufbau von ein bis zwei ukrainischen StĂ€dten oder Regionen zu beteiligen. Serbien unterstĂŒtze die territoriale Unverletzlichkeit der Ukraine, sagte er zudem. 

Allerdings unterzeichnete er die SchlusserklĂ€rung des Gipfels in Odessa nicht. Vucic begrĂŒndete dies damit, dass dort Sanktionen gegen Russland festgeschrieben seien.

Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Trotzdem gab es zuletzt Verstimmungen zwischen Moskau und Belgrad, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf.

Ukraine weiter unter Druck

Munition ist nicht das Einzige, woran es der Ukraine mangelt. Auch bei der Mobilisierung neuer Soldaten gibt es Probleme. Der große Nachbar Russland macht mit seinem Übergewicht an Menschen und Material weiter Druck an der Front. So gab es dem Generalstab in Kiew zufolge allein in den letzten 24 Stunden rund 200 ZusammenstĂ¶ĂŸe. 

Vor allem im Gebiet Donezk waren die russischen Truppen demnach sehr aktiv. Rund um die strategisch wichtige Stadt Pokrowsk habe es knapp 60 VorstĂ¶ĂŸe gegeben. Pokrowsk ist seit Monaten ein Schwerpunkt der russischen Angriffe. Auch im sĂŒdlich von Pokrowsk gelegenen Raum Nowopawliwsk waren es laut dem abendlichen Lagebericht des Generalstabs gut 30 Attacken.

Der Beschuss des Hinterlands hÀlt ebenso mit unverminderter HÀrte an. In der Nacht zum Donnerstag wurden erneut in mehreren ukrainischen Regionen Drohnenangriffe gemeldet.

Was ist am Donnerstag zu erwarten

Nach zwei Gefangenenaustauschen zu Beginn der Woche sollen beide Kriegsparteien auch am Donnerstag wieder Kriegsgefangene ĂŒbergeben. Laut Angaben aus Moskau handelt es sich um Schwerverletzte.

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