MilitĂ€rfĂŒhrung schlĂ€gt Stationierung von EU-Soldaten in Grönland vor
25.01.2025 - 04:00:00Letztlich sei ein solcher Schritt aber eine politische Entscheidung, sagte der General. Brieger erklĂ€rte weiter, Grönland sei ein dĂ€nisches Territorium in Ăbersee, das allerdings nicht zur EU gehöre. "Trotzdem haben die EuropĂ€er - ebenso wie die USA - Interessen in Grönland." In der Region gebe es reichhaltige Rohstoffvorkommen, zudem fĂŒhrten wichtige Verkehrswege fĂŒr den internationalen Handel an Grönland vorbei. "Das schafft mit zunehmender Eisschmelze infolge des Klimawandels aber auch ein gewisses Spannungspotenzial gegenĂŒber Russland und möglicherweise China." Insgesamt erwarte er, dass die USA als Mitglied der Vereinten Nationen die in der UN-Charta festgeschriebene Unverletzbarkeit der Grenzen respektierten. Laut Brieger haben die 27 EU-Staaten ihre Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau erhöht. "Der Ukraine-Krieg hat zu einem Umdenken gefĂŒhrt", sagte der oberste EU-MilitĂ€r. Die EU-Staaten hĂ€tten erkannt, dass es wichtig sei, viel stĂ€rker in militĂ€rische FĂ€higkeiten zu investieren und zugleich den Aufbau der europĂ€ischen Verteidigungsindustrie anzugehen. Brieger: "Die 27 EU-Staaten hatten im Jahr 2024 zusammen geschĂ€tzt ein Verteidigungsbudget von 326 Milliarden Euro - das wĂ€re ein Plus gegenĂŒber dem Jahr 2023 (279 Milliarden Euro) und ein Rekord in der Geschichte der EuropĂ€ischen Union. Der steigende Trend von Verteidigungsinvestitionen - also Forschung, Entwicklung und Beschaffung von VerteidigungsgĂŒtern- im Jahr 2024 hat sich ebenfalls fortgesetzt, wobei die Daten darauf hindeuten, dass die Investitionen mehr als 100 Milliarden Euro und mehr als 30 Prozent der Verteidigungsausgaben insgesamt umfassen." Mit Blick auf die erst am Donnerstag von PrĂ€sident Trump im WeiĂen Haus wiederholte Forderung an die Nato-MitgliedslĂ€nder, fĂŒnf Prozent der Wirtschaftskraft in Verteidigung zu investieren, sagte Brieger: "Ich denke, viele ĂuĂerungen von PrĂ€sident Trump sind vorwiegend rhetorischer Natur. Sie haben einen appellatorischen Charakter." Viele EU-LĂ€nder arbeiteten ernsthaft daran, dauerhaft das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen. Das sei eine "bemerkenswerte" Entwicklung. Brieger: "FĂŒnf Prozent zu fordern, ist ein stark vereinfachter Ansatz. Wenn man das Verteidigungsbudget nun zĂŒgig mehr als verdoppeln wĂŒrde, könnte man das Geld voraussichtlich gar nicht ausgeben. FĂŒr deutlich mehr AuftrĂ€ge fehlten vermutlich die notwendigen ProduktionskapazitĂ€ten in der RĂŒstungsindustrie." Es mĂŒsste zudem militĂ€rische Planungsanalysen geben, wo das Geld investiert werden soll und woher das notwendige Personal fĂŒr Einsatz und Wartung der Waffen ĂŒberhaupt kommen könnte.


