Drohkulisse, Nawalnys

Drohkulisse vor Nawalnys Beerdigung in Moskau

01.03.2024 - 09:25:15 | dpa.de

Die öffentliche Trauerfeier fĂŒr den toten Oppositionellen Nawalny und die Beerdigung versetzen den Kreml in NervositĂ€t. Der Machtapparat lĂ€sst schon Stunden vorher Dutzende Einsatzfahrzeuge vorfahren.

Polizisten auf dem Dach eines Wohnhauses in der NĂ€he der Kirche. - Foto: AP/dpa
Polizisten auf dem Dach eines Wohnhauses in der NĂ€he der Kirche. - Foto: AP/dpa

Russlands Machtapparat hat vor der heute geplanten Beerdigung des Kremlgegners Alexej Nawalny an der Kirche und am Friedhof eine fĂŒr die Trauernden beispiellose Drohkulisse aufgebaut.

Metallgitter wurden weitrĂ€umig aufgestellt, Dutzende Einsatzfahrzeuge mit Uniformierten bezogen schon am frĂŒhen Morgen Stellung, Uniformierte ĂŒberprĂŒften Dokumente und persönliche GegenstĂ€nde von Passanten, wie russische Medien meldeten. Auch das mobile Internet sei runtergeregelt worden. An der Kirche hing den Berichten zufolge eine Aufforderung, nicht zu filmen oder zu fotografieren.

Nawalny, der als wichtigster Gegner von Kremlchef Wladimir Putin galt, versetzt den Machtapparat Beobachtern zufolge auch nach seinem Tod in höchste Anspannung. Die Trauerfeier in der Kirche zu Ehren der Gottesmutterikone «Lindere meine Trauer» im sĂŒdöstlichen Bezirk Marjino ist fĂŒr 14.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MEZ) geplant. Die Beerdigung ist zwei Stunden spĂ€ter auf dem Borissowskoje-Friedhof geplant.

Bereits viele Festnahmen

Schon zuletzt hatten starke SicherheitskrĂ€fte Hunderte Trauernde beim Niederlagen von Blumen festgenommen. Putins Behörden befĂŒrchten, dass AnhĂ€nger des vor zwei Wochen im Straflager gestorbenen Nawalny protestieren könnten gegen den Kremlchef. Putin will sich in zwei Wochen bei einer Wahl im Amt als PrĂ€sident bestĂ€tigen lassen. UnterstĂŒtzer, Angehörige und Menschenrechtler Nawalnys werfen Putin vor, den russischen OppositionsfĂŒhrer in Haft gezielt getötet zu haben. Der Kreml weist das zurĂŒck.

«Kommen Sie, um Alexej Nawalny auf seinem letzten Weg zu begleiten, wenn Sie in Moskau sind. Es werden Ihnen alle danken, die aus verschiedenen GrĂŒnden nicht dort sein können», sagte der Oppositionelle Leonid Wolkow, der selbst im Exil lebt und ein enger Vertrauter des Kremlgegners war. Nawalnys Team will die Beerdigung live im Internet begleiten. Anwesend sein will dabei auch der deutsche Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorff, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. 

Nawalny starb am 16. Februar nach Behördenangaben im Straflager mit dem inoffiziellen Namen «Polarwolf» in der sibirischen Arktisregion Jamal im Alter von 47 Jahren. Die UmstĂ€nde seines Todes sind nicht geklĂ€rt. Der durch den Giftanschlag und wiederholte Einzelhaft im Lager geschwĂ€chte Politiker soll bei einem Rundgang auf dem eisigen GefĂ€ngnishof zusammengebrochen und trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben sein. Nach Angaben von Nawalnys Team ist im Totenschein von «natĂŒrlichen» Ursachen die Rede. 

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