EinigkeitserklĂ€rung von Fatah und Hamas stöĂt auf Skepsis
23.07.2024 - 10:17:46Die rivalisierenden PalĂ€stinenserorganisationen Hamas und Fatah haben nach Angaben chinesischer Staatsmedien eine Beendigung ihres langjĂ€hrigen Konflikts vereinbart. Insgesamt 14 palĂ€stinensische Gruppierungen - darunter auch Hamas und Fatah - hĂ€tten nach GesprĂ€chen in Peking eine Deklaration ĂŒber eine StĂ€rkung der palĂ€stinensischen Einigkeit unterzeichnet. Ziel sei eine gemeinsame Einheitsregierung, berichteten palĂ€stinensische Medien.Â
Ăhnliche Vereinbarungen beider Organisationen in der Vergangenheit brachten keinerlei Fortschritte, daher stieĂ auch die neue Deklaration in Israel und den palĂ€stinensischen Gebieten auf groĂe Skepsis.Â
Die Pekinger ErklĂ€rung verdeutliche «Chinas aufrichtige BemĂŒhungen, die Rechte des palĂ€stinensischen Volkes zu unterstĂŒtzen, die Spaltung zu beenden und die palĂ€stinensische Position zu vereinheitlichen», sagte eine Sprecherin des chinesischen AuĂenministeriums am Dienstag. «Dies ist das erste Mal, dass sich 14 palĂ€stinensische Fraktionen in Peking zu einem Versöhnungsdialog versammelt haben, was den leidenden palĂ€stinensischen Menschen wertvolle Hoffnung bringt», so die Sprecherin weiter.
Fatah und Hamas sind erbitterte Feinde
Die Fatah und die Hamas sind die beiden gröĂten PalĂ€stinenserorganisationen und erbitterte Rivalen. Im Jahre 2006 gewann die Hamas die letzte palĂ€stinensische Parlamentswahl. Im Jahr darauf riss sie mit Gewalt die alleinige Kontrolle im Gazastreifen an sich und vertrieb die Fatah aus dem Gebiet. Mahmud Abbas, PrĂ€sident der palĂ€stinensischen Autonomiebehörde (PA) und Vorsitzender der Fatah, regiert seitdem de facto nur noch im Westjordanland.Â
Washington setzt auf eine umgestaltete PA fĂŒr die Zeit nach dem Gaza-Krieg. Die USA wollen, dass die im Westjordanland regierende Autonomiebehörde auch im Gazastreifen wieder die Kontrolle ĂŒbernimmt, und damit auch eine Zweistaatenlösung als umfassenden Ansatz zur Befriedung des Nahen Ostens vorantreiben. Israel lehnt die PlĂ€ne ab.
Hamas fordert Zerstörung Israels - Fatah eine diplomatische Lösung
In ihrer Charta fordert die Terrororganisation Hamas die Zerstörung des Staates Israel und die gewaltsame Errichtung eines islamischen Staates PalĂ€stina vom Jordan bis zum Mittelmeer. Zuletzt hat sie signalisiert, dass sie der palĂ€stinensischen Dachorganisation, der PalĂ€stinensischen Befreiungsorganisation (PLO), beitreten und daraufhin Teil einer Einheitsregierung in allen palĂ€stinensischen Gebieten werden könnte. Der palĂ€stinensische AuĂenminister Riad Malki sagte zu Jahresbeginn, dies sei nur denkbar, falls die Hamas das Existenzrecht Israels anerkenne und den bewaffneten Kampf aufgebe.
Ein ranghoher Hamas-FunktionĂ€r hatte Medienberichten zufolge zuletzt gesagt, seine Organisation sei zu einer Waffenruhe von fĂŒnf oder mehr Jahren fĂŒr den Fall der Schaffung eines unabhĂ€ngigen PalĂ€stinenserstaates in den Grenzen vor 1967 bereit. Die Hamas werde in dem Fall die Waffen niederlegen und sich in eine politische Partei verwandeln.Â
Israel will Hamas als Machtfaktor im Gazastreifen ausschalten
Eine von der internationalen Gemeinschaft geforderte Anerkennung Israels sowie der unterzeichneten FriedensvertrĂ€ge durch die Hamas gelten jedoch als Ă€uĂerst unwahrscheinlich. Israel hat nach dem beispiellosen Massaker am 7. Oktober das Ziel, die militĂ€rischen FĂ€higkeiten der Hamas komplett zu zerstören - ebenso ihre FĂ€higkeiten zu regieren.
Der israelische AuĂenminister Israel Katz sagte: «Hamas und Fatah haben in China eine Vereinbarung ĂŒber eine gemeinsame Kontrolle des Gazastreifens nach dem Krieg unterzeichnet.» Anstatt Terror zurĂŒckzuweisen «schlieĂt Mahmud Abbas die Mörder und Vergewaltiger der Hamas in die Arme und zeigt so sein wahres Gesicht», schrieb Katz bei X. «In der RealitĂ€t wird dies nicht geschehen, weil die Hamas-Herrschaft vernichtet wird», erklĂ€rte er. Abbas könne den Gazastreifen dann lediglich «aus der Ferne betrachten». Israel werde die alleinige Sicherheitskontrolle des KĂŒstenstreifens bewahren.Â
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