Russland-Reise des UN-GeneralsekretĂ€rs sorgt fĂŒr Kritik
24.10.2024 - 21:34:08UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres hat bei einem Besuch in Russland wegen eines HĂ€ndedrucks mit Kremlchef Wladimir Putin und einer herzlichen Umarmung mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko scharfe Kritik auf sich gezogen. «Es ist das dritte Jahr des Kriegs, und der UN-GeneralsekretĂ€r hat einem Mörder die Hand geschĂŒttelt», schrieb Putin-Gegnerin Julia Nawalnaja im Kurznachrichtendienst X. Sie macht Putin nicht nur fĂŒr den Tod ihres Mannes Alexej Nawalny in einem russischen Straflager verantwortlich, sondern auch fĂŒr den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.Â
Putin ist wegen mutmaĂlicher Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag mit einem Haftbefehl belegt. Guterres traf bei dem von Putin in diesem Jahr ausgerichteten Gipfel aufstrebender Wirtschaftsnationen mit Brasilien, Russland, Indien, China und SĂŒdafrika (Brics) auch den als letzten Diktator Europas verschrienen Lukaschenko. Bei einem Treffen kam es zu einer scheinbar herzlichen Umarmung mit dem 70-JĂ€hrigen, wie auf einem Video des staatlichen belarussischen Kanals Pul Perwowo bei Telegram zu sehen war.
Lukaschenko ĂŒberreichte dem 75-JĂ€hrigen demnach auch eine Skulptur aus Störchen, die in Belarus als Friedenssymbol gelten. Der Osteuropa-Experte Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin schrieb dazu ĂŒber Guterres bei X: «Kann jemand den alten Mann nach Hause bringen? Er scheint verwirrt zu sein und diese Leute nutzen ihn aus.» Lukaschenko unterstĂŒtzt Putin auch in seinem Krieg gegen die Ukraine. Die FĂŒhrung in Kiew hatte Guterres ebenfalls scharf wegen der Reise kritisiert.
In einer ErklĂ€rung der Vereinten Nationen hieĂ es, Guterres habe in einem GesprĂ€ch mit Putin betont, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ein VerstoĂ gegen die UN-Charta und das Völkerrecht sei. Die Vereinten Nationen setzten sich fĂŒr einen gerechten Frieden ein, hieĂ es weiter.Â
Putin feierte den Gipfel mit Vertretern aus mehr als 30 Staaten als historisches Ereignis auf dem Weg zu einer neuen multipolaren Weltordnung ohne eine Dominanz des Westens. Neben Guterres riefen aber auch andere GĂ€ste bei dem Gipfel zu einem gerechten Frieden in der Ukraine auf.


