Russland, USA

WhatsApp kritisiert Komplett-Blockade in Russland

12.02.2026 - 06:16:31 | dpa.de

Die russische FĂŒhrung ĂŒbt Internetzensur aus und schrĂ€nkt schon seit einiger Zeit die Funktionen internationaler Messenger-Apps ein. Der Kreml antwortet auf die Kritik von WhatsApp an der Blockade.

WhatsApp und andere internationale Apps sind in Russland schon lÀnger eingeschrÀnkt. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa
WhatsApp und andere internationale Apps sind in Russland schon lÀnger eingeschrÀnkt. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa

Der Chatdienst WhatsApp wirft der russischen Regierung den Versuch einer Komplett-Blockade vor. Über 100 Millionen Nutzer von sicherer und privater Kommunikation auszuschließen, werde zu weniger Sicherheit fĂŒr die Menschen in Russland fĂŒhren, kritisierte eine Sprecherin der zum Facebook-Konzern Meta gehörenden App. Man werde alles Mögliche unternehmen, damit die Nutzer weiterhin verbunden blieben.

Die russische Regierung schrĂ€nkt bereits seit einiger Zeit nach und nach die Funktionen internationaler Messenger-Apps ein. Bei WhatsApp etwa waren Anrufe bereits nur noch ĂŒber VPN-Verbindungen (Virtual Private Network) möglich. EingeschrĂ€nkt wurden auch Telegram und der Apple-Dienst iMessage.

WhatsApp hat eine Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung, was bedeutet, dass nur die beteiligten Nutzer BeitrĂ€ge im Klartext sehen können - aber nicht WhatsApp als Betreiber. Mit VPN ist der Dienst in Russland weiter nutzbar.

Kreml verteidigt die Sperrung

Kremlsprecher Dmitri Peskow verteidigte die Blockade. Die Sperrung von WhatsApp gebe es «aufgrund der Weigerung des Unternehmens Meta, sich an die Vorschriften und den Wortlaut des russischen Gesetzes» zu halten. In einem Interview mit der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass erklÀrte er, dass die Wiederaufnahme des uneingeschrÀnkten Betriebs unter Einhaltung der Gesetze und bei Bereitschaft zum Dialog möglich sei.

Moskaus Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat Meta immer wieder mit weiteren Schritten wegen GesetzesverstĂ¶ĂŸen gedroht. Die auch fĂŒr Internetzensur zustĂ€ndige Behörde beklagt, dass WhatsApp zur «Organisation terroristischer AktivitĂ€ten im Land genutzt» und auch fĂŒr «Betrug und zur Erpressung von Geld von BĂŒrgern eingesetzt» werde.

VerschÀrfte Internetzensur - Kritik von Unternehmen und Politikern

Die russischen Behörden hatten seit Beginn des Angriffskrieges in der Ukraine die Kontrolle und Zensur im Internet noch einmal drastisch verschÀrft. Der Konzern Meta, zu dem WhatsApp gehört, wurde als extremistisch verboten. Blockiert sind auch seine Plattformen Instagram und Facebook.

Als Alternative fĂŒr WhatsApp wurde in Russland der einheimische Messenger Max auf den Markt gebracht. Er ist etwa fĂŒr Chatgruppen in Bildungseinrichtungen und vielen anderen staatlich geregelten Bereichen vorgeschrieben. WhatsApp sprach in der Stellungnahme von einer «staatlichen Überwachungs-App», in die die russische Regierung die Nutzer drĂ€ngen wolle. 

Russische Unternehmen beklagen SchĂ€den fĂŒr die Internet-Infrastruktur durch die Zensur; besonders die jĂŒngste Verlangsamung von Telegram sorgt unter GeschĂ€ftsleuten fĂŒr Unruhe. Auch prominente Politiker hatte die Angriffe von Roskomnadsor gegen Telegram scharf kritisiert.

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