Wagner, Privatarmee

Wagner-Chef: 32.000 Ex-Gefangene aus Kriegsdienst entlassen

18.06.2023 - 20:40:05

Die russische Söldnertruppe Wagner ist dafĂŒr bekannt, verurteilte StraftĂ€ter direkt aus GefĂ€ngnissen zu rekrutieren. Als Lohn fĂŒr ihren Kriegseinsatz in der Uraine winkt die Begnadigung.

Von den in russischen GefĂ€ngnissen angeworbenen StraftĂ€tern fĂŒr den Kriegsdienst in der Ukraine sind nach Angaben der Privatarmee Wagner 32.000 MĂ€nner wieder nach Hause zurĂŒckgekehrt. Sie hĂ€tten ihren Vertrag und den Einsatz bei den KĂ€mpfen erfĂŒllt, sagte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin. Frauen und Menschenrechtler hatten sich in der Vergangenheit besorgt gezeigt, dass so viele StraftĂ€ter, darunter Mörder und andere GewalttĂ€ter, begnadigt und vorzeitig wieder auf die russische Gesellschaft losgelassen wĂŒrden. Teils hatten die verurteilten Schwerverbrecher bereits neue Morde begangen.

Dagegen sieht der Wagner-Chef den Kriegsdienst auch als großes Resozialisierungsprogramm. Prigoschin behauptete in einer in seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Sprachnachricht, dass die Freigelassenen im Anschluss insgesamt nur 83 Verbrechen begangen hĂ€tten. Das seien 80 Mal weniger Straftaten als von jenen, die regulĂ€r nach VerbĂŒĂŸung ihrer Strafe auf freien Fuß kamen.

Prigoschin, der ein enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putins ist, hatte die HĂ€ftlinge teils selbst in den Straflagern angeworben. Wer dann einen Vertrag fĂŒr den Kriegseinsatz unterzeichnete, wurde von Putin begnadigt. Bedingung war, mindestens sechs Monate KampfeinsĂ€tze in der Ukraine zu absolvieren.

Im MĂ€rz hatte Prigoschin die Zahl der entlassenen Ex-HĂ€ftlinge aus den Wagner-Reihen mit 5000 angegeben. Nach der Eroberung der ostukrainischen Stadt Bachmut hatte er auch mitgeteilt, dass er bei den KĂ€mpfen dort 20.000 MĂ€nner verloren habe, davon allein 10.000 Ex-HĂ€ftlinge. In vielen FĂ€llen hatte er sich dafĂŒr eingesetzt, dass die Verbrecher ein BegrĂ€bnis mit militĂ€rischen Ehren erhielten.

Menschenrechtler beklagen, dass Russland weiter massenhaft StraftĂ€ter in GefĂ€ngnissen fĂŒr den Kriegsdienst anwirbt. Demnach nutzt inzwischen vor allem das Verteidigungsministerium den Strafvollzug fĂŒr die Rekrutierung von KĂ€mpfern.

@ dpa.de