Scholz, LĂ€nder

Scholz und nordische LĂ€nder sichern Ukraine weitere Hilfe zu

13.05.2024 - 21:14:29

Die russischen Truppen sind im Nordosten der Ukraine auf dem Vormarsch. Wie schnell sind die westlichen VerbĂŒndeten in der Lage, weitere Waffen zur Abwehr des Angriffs zu liefern?

Angesichts der russischen Offensive im Nordosten der Ukraine haben Deutschland und die nordischen LĂ€nder der Ukraine weitere Waffenlieferungen zugesichert. «Wir sind geeint in unserer UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen den russischen Angriff», versicherte Bundeskanzler Olaf Scholz bei einem Treffen mit den Regierungschefs von Schweden, DĂ€nemark, Finnland, Norwegen und Island im schwedischen Stockholm. «Wir werden die Ukraine weiter unterstĂŒtzen - so lange wie nötig.» 

Noch klarer wurde auch Finnlands Regierungschef Petteri Orpo. Die Lage auf dem Schlachtfeld sei kritisch und es sei an der Zeit, zu reagieren und mehr zu tun. «Wir wollen kein neues Mariupol in Charkiw sehen. Deshalb muss jedes einzelne Land im Westen, in der EuropÀischen Union sofort alles tun, was es kann.» Die russischen Truppen haben vor wenigen Tagen eine Offensive in der Region um Charkiw gestartet und setzen die ukrainischen StreitkrÀfte dort massiv unter Druck.

Keine konkreten neuen Zusagen

Konkrete neue Zusagen etwa von Patriot-Flugabwehrsystemen gab es bei dem Treffen in Stockholm aber zunĂ€chst nicht. Die Bundesregierung versucht derzeit weitere Patriot-Luftabwehrsysteme fĂŒr die Ukraine zu organisieren. Deutschland hat kĂŒrzlich ein weiteres bereitgestellt und damit insgesamt drei geliefert. Sechs bis sieben weitere werden aber noch akut benötigt. Neben Deutschland verfĂŒgen sechs weitere EU-LĂ€nder ĂŒber diese Systeme US-amerikanischer Bauart - darunter Schweden, das vier hat. Das letzte System wurde erst 2022 stationiert.

Der schwedische Regierungschef, Ulf Kristersson, wollte sich aber noch nicht festlegen, welche weitere UnterstĂŒtzung sein Land zur VerfĂŒgung stellt. «Wir haben bereits Teile der Luftverteidigung ĂŒbernommen und werden dies auch weiterhin tun. Wie genau und in welchem Umfang wird zu einem spĂ€teren Zeitpunkt bekanntgegeben», sagte er. 

«UnertrÀglicher Druck» auf Ukraine

Die dĂ€nische Regierungschefin Mette Frederiksen sagte, die Hilfe fĂŒr die Ukraine habe oberste PrioritĂ€t. «Der Druck auf die Ukraine ist unertrĂ€glich.» Sie lobte ausdrĂŒcklich die deutsche Patriot-Lieferung. «Das sind sehr wichtige Lieferungen, aber wir mĂŒssen noch mehr tun, wir mĂŒssen die Ukraine weiter unterstĂŒtzen, damit sie sich selbst und den Rest Europas verteidigen kann.»

Die Regierungschefs besuchten unter anderem mit dem Kanzler auch den Technologiekonzern Ericsson. Am Dienstag wird Scholz seinen Schweden-Besuch fortsetzen und MinisterprÀsident Ulf Kristersson zu einem bilateralen GesprÀch treffen.

@ dpa.de