Spannungen, Volksrepublik

China warnt vor US-Aufenthalt von Taiwans VizeprÀsident

18.07.2023 - 04:57:04

Die Spannungen zwischen China und den USA haben zuletzt zugenommen. Nun will ein ranghoher Politiker aus Taiwan wohl nach Washington reisen. Das sorgt fĂŒr Missfallen in der Volksrepublik.

China hat vor einem möglichen Zwischenstopp des taiwanischen VizeprĂ€sidenten und PrĂ€sidentschaftskandidaten William Lai in den USA gewarnt. «China ist entschieden gegen jede Form des offiziellen Austauschs zwischen den USA und Taiwan», sagte eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums. US-Außenminister Antony Blinken wies die Kritik aus Peking gestern zurĂŒck. Solche Zwischenlandungen seien «Routine» und sollten fĂŒr China absolut kein Grund fĂŒr «provokative Aktionen» sein. 

Es wird erwartet, dass Lai im Rahmen einer Reise zur AmtseinfĂŒhrung des neuen paraguayischen PrĂ€sidenten Santiago Peña Mitte August in den USA Station machen wird. Die Sprecherin des Pekinger Außenministeriums fĂŒgte hinzu, gegen den geplanten Besuch Lais sei in Washington formell Protest eingelegt worden. China werde «die Entwicklungen genau beobachten und entschlossene und energische Maßnahmen ergreifen, um seine nationale SouverĂ€nitĂ€t und territoriale IntegritĂ€t zu verteidigen».

Die kommunistische FĂŒhrung in Peking betrachtet das unabhĂ€ngig regierte Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung. China versucht, Taiwan international zu isolieren und lehnt offizielle Kontakte anderer LĂ€nder mit Taiwan strikt ab. Wie die meisten LĂ€nder der Welt unterhalten auch die USA keine Botschaft in Taiwan. Allerdings gibt es eine Vielzahl informeller Kontakte, die Peking ebenfalls verĂ€rgern. 

Im April reagierte Peking mit MilitĂ€rĂŒbungen, als Taiwans PrĂ€sidentin Tsai Ing-wen bei einem US-Zwischenstopp mit dem Sprecher des US-ReprĂ€sentantenhauses, Kevin McCarthy, zusammentraf.

@ dpa.de