Hamas antwortet auf Vorschlag fĂŒr Gaza-Waffenruhe
12.06.2024 - 05:21:26Elf Tage nach der Vorstellung eines Fahrplans zu einer dauerhaften Waffenruhe im Gazastreifen hat die islamistische Terrororganisation Hamas nach eigenen Angaben ihre Antwort auf den Vorschlag von US-PrĂ€sident Joe Biden ĂŒbermittelt.
Die Hamas und die kleinere militante Gruppe PalÀstinensischer Islamischer Dschihad bekundeten in einer gemeinsamen ErklÀrung an die katarischen und Àgyptischen Vermittler zudem, sich «positiv zu verhalten», um eine Einigung zur Beendigung des Kriegs zu erzielen.
Der genaue Inhalt ihrer Antwort blieb zunĂ€chst unklar. In der ErklĂ€rung hieĂ es lediglich, die PrioritĂ€t fĂŒr Hamas und Islamischen Dschihad bestehe darin, dass der Krieg im Gazastreifen vollstĂ€ndig beendet wird und sich Israels Armee komplett zurĂŒckzieht. «Wir haben die Antwort, die die Hamas an Katar und Ăgypten ĂŒbermittelt hat, erhalten», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby. «Wir werten sie nun aus.»
Ende Mai hatte US-PrĂ€sident Joe Biden ĂŒberraschend einen dreistufigen Plan fĂŒr eine Waffenruhe im Gaza-Krieg vorgestellt. Der Plan sieht vor, dass eine vorĂŒbergehende Waffenruhe eingehalten und wĂ€hrenddessen eine bestimmte Gruppe israelischer Geiseln freigelassen wird. Im Gegenzug wĂŒrden in Israel inhaftierte PalĂ€stinenser freikommen. In der nĂ€chsten Phase wĂŒrden die KĂ€mpfe dann dauerhaft eingestellt und die verbliebenen Geiseln freigelassen. In einer letzten Phase soll dem Entwurf zufolge der Wiederaufbau des Gazastreifens beginnen.
Den USA zufolge hat nur die Hamas dem Plan bislang nicht zugestimmt. Eine klare und öffentliche Zustimmung gibt es bislang aber auch von der israelischen Regierung nicht. Der UN-Sicherheitsrat hat sich inzwischen fĂŒr den Vorschlag ausgesprochen und zuletzt eine entsprechende Resolution angenommen.
Blinken: Hamas hat zahlreiche Ănderungen zur Waffenruhe vorgeschlagen
Die islamistische Hamas hat nach US-AuĂenminister Antony Blinken zufolge «zahlreiche» Ănderungen zum US-Entwurf fĂŒr eine Waffenruhe im Gazakrieg vorgeschlagen. «Einige der Ănderungen sind umsetzbar, einige nicht», sagte Blinken am Mittwoch in Doha nach einem Treffen mit seinem katarischen Kollegen Mohammed bin Abdulrahman Al Thani. Konkreter wurde er dabei nicht.
Katar sei entschlossen, die «Kluft zu ĂŒberbrĂŒcken» und Israel und die Hamas nĂ€her zu einem Kriegsstopp zu bringen, sagte Al Thani. «Wir hoffen, dass diese Phase so kurz wie möglich sein wird.» Katar und die USA treten wie auch Ăgypten als Vermittler auf, weil Israel und die Hamas nicht direkt miteinander verhandeln.Â
Hisbollah-Kommandeur im Libanon getötet - 200 Raketen auf Israel
Mit massiven Raketenangriffen auf den Norden Israels hat die Hisbollah auf die gezielte Tötung eines ranghohen Kommandeurs der libanesischen Schiitenmiliz reagiert. Das israelische MilitĂ€r teilte mit, rund 200 Geschosse seien aus dem Nachbarland abgefeuert worden. Die Vergeltungsangriffe reichten bis ungewöhnlich tief in das Land - nach Medienberichten bis Tiberias am See Genezareth.Â
Kommandeur Talib Abdallah und drei weitere Hisbollah-Mitglieder seien bei einem israelischen Angriff in der Nacht zum Mittwoch getötet worden, hieà es aus libanesischen Sicherheitskreisen. Abdallah ist eines der ranghöchsten Todesopfer in den Reihen der Miliz seit der Tötung von Kommandeur Wissam al-Tauil im Januar. Von der israelischen Armee gab es zunÀchst keine Informationen zu dem Vorfall im Ort in Dschuwaja, der etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt.
Aus Hisbollah-Kreisen hieĂ es, Abdallahs Tod sei «ein groĂer Verlust fĂŒr die Bewegung». Es war das erste Mal seit der Tötung Al-Tauils vor fast einem halben Jahr, dass die Hisbollah von der Tötung eines «Kommandeurs» sprach.Â
Einige der Geschosse aus dem Libanon habe die Raketenabwehr abgefangen, andere seien an mehreren Orten im Norden Israels eingeschlagen, teilte die israelische Armee mit. Es gebe keine Berichte zu Verletzten, teilte die Polizei mit. Israels Luftwaffe griff nach MilitĂ€rangaben eine Raketen-Abschussrampe im Libanon an.Â
Mit der Tötung Abdallahs könnte sich der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israels Armee ausweiten. Die Lage im SĂŒdlibanon gehe «in Richtung Eskalation», hieĂ es aus libanesischen Sicherheitskreisen. Dort wachse die Sorge, weil Israel zunehmend auch Ziele im Landesinneren angreife.
Sechs Tote bei israelischem MilitÀreinsatz bei Dschenin
Bei einem israelischen MilitĂ€reinsatz nahe Dschenin im Westjordanland wurden unterdessen nach Angaben des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah mindestens sechs Menschen getötet. Laut Darstellung des israelischen MilitĂ€rs hatte eine Spezialeinheit eine Razzia im Ort Kafr Dan nördlich von Dschenin durchgefĂŒhrt. Bewaffnete PalĂ€stinenser nahmen die Soldaten demnach unter Feuer, das die Truppen erwiderten.
Bei dem Gefecht erhielten sie UnterstĂŒtzung von einem Kampfhubschrauber. WĂ€hrend des Einsatzes hĂ€tten die Soldaten ein GebĂ€ude umstellt, das nach Armee-Angaben von Terroristen genutzt wurde. In dem GebĂ€ude und dessen Umfeld kam es demnach zum Schusswechsel. Zahlreiche Waffen und Sprengstoff seien dort gefunden worden. Die Angaben zum Kriegsgeschehen lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.


