USA, Börsenbericht

US-Börsen knicken nach Zinsentscheid ein

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 22:29 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die US-Börsen sind nach dem Zinsentscheid der Notenbank Federal Reserve (Fed) eingeknickt.

US-Börsen knicken nach Zinsentscheid ein
Nasdaq (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Zwar ging es unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung, dass die Leitzinsen vorerst unverÀndert bleiben, etwas nach oben mit den Kursen, aber nur um danach noch krÀftiger nachzugeben.

Der Dow schloss bei 51.594 mit einem Minus von satten 2,2 Prozent, der Nasdaq-100 mit 27.192 Punkten 2,1 Prozent schwÀcher und der breiter gefasste S&P 500 mit 7.316 Punkten 1,5 Prozent niedriger als bei Vortagesschluss.

Ein Grund fĂŒr den Pessimismus, der sich erst mit Verzögerung durchgesetzt hat: Die US-Anleihenrenditen kletterten nach dem Fed-Entscheid auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren.

Anleger reagierten damit auf die BefĂŒrchtung, dass die Inflation lĂ€nger erhöht bleiben könnte und die Fed bei ihrer Geldpolitik weniger Spielraum fĂŒr Zinssenkungen hat. Im Gegenteil: Liest man zwischen den Zeilen, dann gab es in der ErklĂ€rung der Notenbank sogar mehrere Hinweise, dass eine Zinserhöhung bevorstehen könnte. Einerseits war die Entscheidung, die Zinsen unverĂ€ndert zu lassen, nicht mehr einstimmig, andererseits wurden bestimmte Adjektive verĂ€ndert, was auf eine ZinsĂ€nderung nach der nĂ€chsten Fed-Sitzung hindeuten könnte.

"Die Bereitschaft die geldpolitischen ZĂŒgel zu straffen nimmt zu", kommentierte Thomas Gitzel von der VP Bank den Zinsentscheid. Ob es aber tatsĂ€chlich zu einer weiteren Zinserhöhung komme, hĂ€nge von den Inflationsdaten der kommenden Monate ab. "Der eigenen Interpretation der Daten kommt dann eine hohe Bedeutung zu, denn die Kommunikation der Fed bleibt unter Kevin Warsh schmallippig."

ZusÀtzlichen Inflationsdruck löst dabei allerdings die erneute Eskalation der Gewalt im Nahen Osten aus. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 90,74 US-Dollar, das waren 7,9 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Mittwochabend stĂ€rker: Ein Euro kostete 1,1452 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8732 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte von der Gesamtlage etwas profitieren, am Abend wurden fĂŒr eine Feinunze 4.050 US-Dollar gezahlt (+0,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 113,70 Euro pro Gramm.

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