USA: Iran steckt hinter Hackerangriffen auf Wahlkampfteams
20.08.2024 - 01:15:01US-Geheimdienste machen den Iran fĂŒr einen Hacker-Zugriff auf interne Kommunikation des Wahlkampfteams des republikanischen PrĂ€sidentschaftskandidaten Donald Trump verantwortlich. «Wir haben in diesem Wahlzyklus zunehmend aggressive iranische AktivitĂ€ten beobachtet, die insbesondere auf die Beeinflussung der amerikanischen Ăffentlichkeit und auf Cyberoperationen gegen PrĂ€sidentenwahlen abzielen», heiĂt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Geheimdienstkoordination (ODNI), der US-Behörde fĂŒr Cyber- und Infrastruktursicherheit (Cisa) und der Bundespolizei FBI. Das gelte auch fĂŒr die kĂŒrzlich gemeldeten AktivitĂ€ten zur «Kompromittierung der Kampagne des ehemaligen PrĂ€sidenten Trump», die man dem Iran zuschreibe.
Dossier ĂŒber Vizekandidat Vance aufgetaucht
Das FBI hatte vergangene Woche mitgeteilt, wegen eines möglichen Hacker-Zugriffs auf interne Kommunikation von Trumps Wahlkampfteam zu ermitteln. US-Medien soll ein 271 Seiten langes internes Dossier ĂŒber Trumps VizeprĂ€sidentschaftskandidaten J.D. Vance zugespielt worden sein. Solche Dossiers dienen im US-Wahlkampf unter anderem dem Zweck, besser auf politische Angriffe der Gegenseite vorbereitet zu sein. Trumps Sprecher hatte in diesem Zusammenhang von einem Hack gesprochen. Auch das Wahlkampfteam von US-Vize Kamala Harris gab bekannt, Ziel eines auslĂ€ndischen Cyberangriffs geworden zu sein.
US-Geheimdienste: Iran versucht, Zwietracht zu schĂŒren
In der gemeinsamen Mitteilung von ODNI, Cisa und FBI heiĂt es nun weiter, die Iraner hĂ€tten versucht, Zugang zu Personen mit direkter Verbindung zu den Wahlkampfteams der Demokraten und der Republikaner zu erhalten. «Diese AktivitĂ€ten, einschlieĂlich DiebstĂ€hle und EnthĂŒllungen, zielen darauf ab, den Wahlprozess in den USA zu beeinflussen.» Der Iran versuche, «Zwietracht zu schĂŒren und das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen zu untergraben». Das Vance-Dossier wurde in der Mitteilung nicht ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt.
Der Iran betrachte die PrĂ€sidentenwahl am 5. November als besonders folgenreich mit Blick auf seine nationalen Sicherheitsinteressen, warnten die US-Geheimdienste. Das erhöhe die Neigung Teherans, «das Ergebnis zu beeinflussen».Â
Die Geheimdienste wiesen weiter darauf hin, dass die Vorgehensweise nicht neu sei. Der Iran und Russland hĂ€tten diese Taktik nicht nur in den USA wĂ€hrend dieses und frĂŒherer Wahlzyklen angewandt, sondern auch in anderen LĂ€ndern auf der ganzen Welt. «Wir dulden keine auslĂ€ndischen BemĂŒhungen, unsere Wahlen zu beeinflussen oder zu stören, einschlieĂlich der gezielten Angriffe auf amerikanische politische WahlkĂ€mpfe», hieĂ es.Â
Google mit Àhnlichen Erkenntnissen
Vergangene Woche hatten auch IT-Sicherheitsexperten von Google mitgeteilt, dass eine den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Hackergruppe versucht habe, sich Zugang zu E-Mail-Konten von Wahlkampfmitarbeitern der US-Demokraten und des republikanischen Kandidaten Trump zu verschaffen. Die iranischen Revolutionsgarden sind die Elitestreitmacht der Islamischen Republik Iran.Â
Die Hackergruppe, die unter dem Namen APT42 bekannt ist, soll sich demnach im Mai und Juni die persönlichen E-Mails von etwa einem Dutzend ranghoher Mitarbeiter aus dem demokratischen und republikanischen Wahlkampflager vorgenommen haben. Damals war US-PrĂ€sident Joe Biden noch der voraussichtliche PrĂ€sidentschaftskandidat der Demokraten, nach seinem RĂŒckzug tritt nun VizeprĂ€sidentin Harris gegen Trump an.
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