Hamas, Entwaffnung

Hamas: Keine Entwaffnung ohne PalÀstinenserstaat

03.08.2025 - 05:14:24 | dpa.de

Die USA haben einen Plan zur Beendigung des Gaza-Krieges. Die Hamas will die Waffen aber nur unter einer Bedingung niederlegen.

  • Die Hamas will ihre Waffen nicht niederlegen, solange es keinen unabhĂ€ngigen palĂ€stinensischen Staat gibt. (Archivbild) - Foto: Abdel Kareem Hana/AP/dpa
    Die Hamas will ihre Waffen nicht niederlegen, solange es keinen unabhÀngigen palÀstinensischen Staat gibt. (Archivbild) - Foto: Abdel Kareem Hana/AP/dpa
  • Laut dem US-Sondergesandten Witkoff haben die USA einen Plan zur Beendigung des Gaza-Krieges.  - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
    Laut dem US-Sondergesandten Witkoff haben die USA einen Plan zur Beendigung des Gaza-Krieges. - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
  • Der Krieg im Gazastreifen dauert schon seit fast zwei Jahren an. (Archivbild)  - Foto: Leo Correa/AP/dpa
    Der Krieg im Gazastreifen dauert schon seit fast zwei Jahren an. (Archivbild) - Foto: Leo Correa/AP/dpa
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Die islamistische Hamas im Gazastreifen lehnt eine Niederlegung ihrer Waffen entschieden ab, solange es keinen unabhĂ€ngigen palĂ€stinensischen Staat gibt. Der bewaffnete Widerstand könne nur dann aufgegeben werden, wenn die Rechte der PalĂ€stinenser vollstĂ€ndig verwirklicht seien, insbesondere die Errichtung eines unabhĂ€ngigen und vollstĂ€ndig souverĂ€nen palĂ€stinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt, hieß es in einer ErklĂ€rung der Terrororganisation. 

Die Hamas reagierte damit auf Äußerungen des US-Sondergesandten Steve Witkoff. Dieser soll Medienberichten zufolge bei einem Treffen mit Angehörigen der im Gazastreifen weiterhin festgehaltenen Geiseln gesagt haben, dass die Hamas nach eigenen Aussagen zur Entmilitarisierung bereit sei. «Wir stehen kurz vor dem Ende dieses Krieges», sagte Witkoff einer Mitteilung des Forums der Geiselfamilien zufolge bei dem Treffen in der israelischen Stadt Tel Aviv. «Wir haben einen Plan, den Krieg zu beenden und alle nach Hause zu bringen.»

«Keine stĂŒckweisen Deals»

Der US-Nachrichtenseite «Axios» und israelischen Medien zufolge will die US-Regierung ihre Gaza-Politik Ă€ndern. Statt wie bisher zunĂ€chst nur ĂŒber eine Waffenruhe und die stufenweise Freilassung der Geiseln zu verhandeln, strebe US-PrĂ€sident Donald Trump jetzt einen umfassenden Deal an, der den Krieg beende und alle verbleibenden Geiseln auf einmal zurĂŒckbringe, hieß es. Das habe Witkoff auch den Geiselfamilien bei ihrem Treffen in Tel Aviv gesagt.

«Keine stĂŒckweisen Deals. Das funktioniert nicht», wurde der US-Sondergesandte zitiert. Seine Äußerungen seien ein EingestĂ€ndnis, dass die monatelangen BemĂŒhungen, durch indirekte Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas eine Waffenruhe herbeizufĂŒhren und die Freilassung der Geiseln zu bewirken, gescheitert sind, schrieb «Axios». Bei einer Massendemonstration in Israel forderten die Teilnehmer einen Deal zur Freilassung aller Geiseln. 

Hamas schockiert mit GrÀuel-Video 

In einem zuvor veröffentlichten Propaganda-Video der Hamas ist der bis auf die Knochen abgemagerte 24 Jahre alte Evjatar David in einem engen Tunnel in Gaza zu sehen, wie er sein «eigenes Grab» schaufelt. «Beenden Sie diesen Alptraum, der seit 666 Tagen andauert. Unterzeichnen Sie ein umfassendes Abkommen, das alle 50 Geiseln zurĂŒckbringt und die KĂ€mpfe beendet», forderte das Forum der Angehörigen der Geiseln. Mindestens 20 der Geiseln sollen noch am Leben sein. 

Netanjahu traf sich am Abend laut Mitteilung seines BĂŒros mit den Familien von David und einer weiteren Geisel. «WĂ€hrend der Staat Israel humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die Bewohner des Gazastreifens zulĂ€sst, lassen die Terroristen der Hamas unsere Geiseln absichtlich hungern und dokumentieren sie auf zynische und bösartige Weise», wurde Netanjahu zitiert.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schrieb auf der Plattform X: «Die Bilder der israelischen Geiseln sind erschĂŒtternd und decken die Barbarei der Hamas auf. Alle Geiseln mĂŒssen unverzĂŒglich und bedingungslos freigelassen werden.» Die Hamas mĂŒsse entwaffnet und ihre Herrschaft im Gazastreifen beendet werden. Gleichzeitig mĂŒsse «umfangreiche humanitĂ€re Hilfe die BedĂŒrftigen erreichen dĂŒrfen».

Arabische Staaten forderten Ende der Hamas-Herrschaft

Mehrere arabische Staaten, darunter Ägypten und Katar, die in den indirekten GesprĂ€chen zwischen den Kriegsparteien vermitteln, hatten kĂŒrzlich bei einer UN-Konferenz in New York ein Ende der Hamas-Herrschaft in dem KĂŒstengebiet gefordert. «Im Rahmen der Beendigung des Krieges im Gazastreifen muss die Hamas ihre Herrschaft im Gazastreifen beenden und ihre Waffen mit internationalem Engagement und UnterstĂŒtzung an die PalĂ€stinensische Autonomiebehörde ĂŒbergeben», hieß es. 

Die Hamas beansprucht das gesamte historische PalĂ€stina - also einschließlich des heutigen Staatsgebietes Israels. In einem Grundsatzpapier von 2017 akzeptiert die Gruppe jedoch einen palĂ€stinensischen Staat in den Grenzen von 1967 - das heißt bestehend aus dem Westjordanland, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem. Das Existenzrecht Israels erkennt die Hamas nicht an. 

Auch Israels Regierung lehnt Zweistaatenlösung ab

Israels Regierung ist ebenfalls gegen eine Zweistaatenlösung. Dort herrscht die Ansicht vor, dass das Westjordanland und Ost-Jerusalem aus historischen und religiösen GrĂŒnden Israel zustehen. 

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte Israel am Freitag mit deutlichen Worten vor einer Annexion des Westjordanlandes gewarnt. Nach einem GesprĂ€ch mit PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas in Ramallah betonte er: «Wir unterstĂŒtzen das Recht der PalĂ€stinenser auf einen eigenen Staat zum Ende eines politischen Prozesses.»

Israels Polizeiminister ruft zu Wiederbesetzung Gazas auf

Bei einem provokativen Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem rief der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir unterdessen zu einer Wiederbesetzung des Gazastreifens auf. Mit den Videos der Geiseln versuche die islamistische Hamas, Druck auf Israel auszuĂŒben, sagte er. Als Reaktion mĂŒsse Israel aber vielmehr «noch heute den ganzen Gazastreifen besetzen, SouverĂ€nitĂ€t im ganzen Gazastreifen erklĂ€ren», sagte Ben-Gvir. Gleichzeitig mĂŒsse man die palĂ€stinensische Bevölkerung zu «freiwilliger Auswanderung ermutigen». Israel wird immer wieder vorgeworfen, es plane eine «ethnische SĂ€uberung» des umkĂ€mpften KĂŒstenstreifens. Die israelische FĂŒhrung bestreitet das.

Jordanien spricht von «nicht hinnehmbarer Provokation»

Jordaniens Außenministerium verurteilte den Besuch Ben-Gvirs auf dem Tempelberg auf das SchĂ€rfste und sprach von einer «nicht hinnehmbaren Provokation». Die Â«Ăœbergriffe» auf die Al-Aksa-Moschee durch Ben-Gvir wie auch durch extremistische Siedler seien ein «offenkundiger Bruch des historischen und rechtlichen Status quo». Netanjahus BĂŒro teilte dazu mit, der Status quo bleibe unverĂ€ndert. 

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste StĂ€tte im Islam. FĂŒr Juden ist der Tempelberg mit der Klagemauer die heiligste StĂ€tte, weil an dem Ort frĂŒher zwei jĂŒdische Tempel standen. 

Terroristen der Hamas und anderer Islamistenorganisationen hatten am 7. Oktober 2023 mehr als 250 Menschen aus Israel in den Gazastreifen verschleppt. Etwa 1.200 Menschen wurden getötet. Das beispiellose Massaker sowie die Geiselnahmen lösten den Gaza-Krieg aus. Seither wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 60.000 Menschen in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet getötet. Die unabhĂ€ngig nicht ĂŒberprĂŒfbare Zahl unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und KĂ€mpfern.

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