USA, Venezuela

USA stufen angebliches Maduro-Kartell als Terrorgruppe ein

17.11.2025 - 02:44:35

Die USA konzentrieren MilitÀr in der Karibik - angeblich, um gegen Drogenschmuggel, der auch aus Venezuela kommen soll, vorzugehen. Nicht nur deshalb nehmen die Spannungen zwischen den LÀndern zu.

Die USA verschĂ€rfen ihren Ton gegenĂŒber Venezuelas PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro. Die Regierung in Washington will das sogenannte «Cartel de los Soles» - das angebliche Kartell soll in Verbindung mit dem autoritĂ€ren Linkspolitiker stehen - ab dem 24. November als auslĂ€ndische terroristische Organisation einstufen. Das kĂŒndigte das US-Außenministerium an.

Das US-MilitĂ€r zieht derzeit KrĂ€fte in der Karibik zusammen. In den vergangenen Wochen haben die StreitkrĂ€fte in der Region rund 20 Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler zerstört, mehr als 80 Menschen wurden nach US-Angaben getötet. Offiziell gibt die US-Regierung als Grund fĂŒr ihr Eingreifen den Kampf gegen Drogenkartelle an. Venezuela sieht in der starken MilitĂ€rprĂ€senz der Vereinigten Staaten hingegen eine DrohgebĂ€rde. Die Spannungen zwischen den LĂ€ndern haben zugenommen.

Trump: Venezuela will reden

US-PrĂ€sident Donald Trump deutete zugleich vage mögliche GesprĂ€che mit dem Land an. Er sagte zu Journalisten, die nach Venezuela fragten: Man werde möglicherweise GesprĂ€che mit Maduro fĂŒhren. «Sie möchten gerne reden», sagte Trump. Er wurde nicht konkreter.

Wer steckt hinter «Cartel de los Soles»?

Bei «Cartel de los Soles» (Kartell der Sonnen) soll es sich um ein Verbrechersyndikat aus Offizieren der venezolanischen StreitkrĂ€fte handeln. Der Name ist den Sonnen auf den Schulterklappen venezolanischer GenerĂ€le entlehnt. Sicherheitsexperten sind sich allerdings uneins, ob das Kartell als hierarchisch organisierte Gruppe ĂŒberhaupt existiert. Wesentlich wahrscheinlicher ist nach EinschĂ€tzungen von Experten vielmehr, dass ranghohe MilitĂ€rs gegen Schmiergeld bereits etablierte Verbrechersyndikate in Venezuela operieren lassen und ihnen gegebenenfalls Schutz anbieten. 

USA: Maduro korrupt

Das US-Außenministerium wirft Maduro vor, das angebliche Kartell mit anderen hochrangigen Mitgliedern des Maduro-Regimes anzufĂŒhren. Sie sollen das MilitĂ€r, den Geheimdienst, die Gesetzgebung und die Rechtsprechung Venezuelas korrumpiert haben. «Weder Maduro noch seine Gefolgsleute reprĂ€sentieren die legitime Regierung Venezuelas», hieß es weiter. Maduro selbst bestreitet, etwas mit Drogenhandel zu tun zu haben. 

Nicht nur die USA sprechen Maduro die LegitimitĂ€t ab. Auch die EU und viele lateinamerikanische Staaten zweifeln das offizielle Ergebnis der von BetrugsvorwĂŒrfen begleiteten PrĂ€sidentenwahl 2024 an und betrachten stattdessen den inzwischen im spanischen Exil lebenden Oppositionskandidaten Edmundo GonzĂĄlez als Sieger. Trotz landesweiter Proteste und internationaler Kritik hatte sich Maduro Anfang des Jahres jedoch fĂŒr eine dritte Amtszeit bis 2031 vereidigen lassen.

Nicht das erste Kartell auf US-Terrorliste

Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung ein Kartell als auslĂ€ndische terroristische Organisation einstuft. Im Januar hatte sie angekĂŒndigt, die berĂŒchtigte Gruppe «Tren de Aragua», ein mĂ€chtiges Kartell mit Ursprung in Venezuela, auf die Liste zu setzen.

Die Einstufung von Kartellen als terroristische Organisationen ermöglicht es der US-Regierung etwa, Sanktionen zu verhĂ€ngen - also etwa Vermögenswerte von Kartell-Mitgliedern und ihren UnterstĂŒtzern einzufrieren.

@ dpa.de