Nidal Hasan, Fort Hood

Militärhinrichtung in USA: Livestream für Erschießung von Nidal Hasan geplant

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 03:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA wollen Anfang Dezember den früheren Militärpsychiater Nidal Hasan durch ein Erschießungskommando hinrichten. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, die Exekution solle öffentlich per Livestream übertragen werden.

  • Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa
    Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa
  • Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa
    Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa
  • Trump ließ in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge hinrichten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
    Trump ließ in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge hinrichten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa Trump ließ in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge hinrichten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa

Die USA wollen den früheren Militärpsychiater Nidal Hasan am 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas durch ein Erschießungskommando hinrichten und die Exekution per Livestream öffentlich übertragen.

Hegseth bestätigt Übertragung

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte die geplante Übertragung auf der Plattform X. Stunden zuvor hatte er erklärt, die von Präsident Donald Trump genehmigte Hinrichtung solle öffentlich stattfinden.

Man werde dafür sorgen, dass Menschen die Hinrichtung beobachten könnten, sagte Hegseth dem rechtskonservativen Sender Real America’s Voice. Die Menschen müssten verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen hätten.

Erste Militärhinrichtung seit 65 Jahren

Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre es nach Angaben des Death Penalty Information Center die erste Militärhinrichtung in den USA seit 65 Jahren. Zugleich wäre es die erste Exekution durch ein Erschießungskommando des US-Militärs seit dem Zweiten Weltkrieg.

Hegseth sagte, Soldaten sollten die Hinrichtung mit Gewehren durchführen. Seit dem Zweiten Weltkrieg sei dies nicht mehr geschehen. Die Hinrichtung ist für den 3. Dezember in Fort Hood geplant.

13 Tote beim Massaker von Fort Hood

Hasan hatte dort im November 2009 als Psychiater des US-Heeres das Feuer eröffnet. Er tötete zwölf Soldaten und einen Zivilisten und verletzte 32 Menschen, bevor er selbst angeschossen und festgenommen wurde.

Ein Militärgericht verurteilte Hasan 2013 zum Tode. Er ist einer von vier Todeskandidaten im US-Militärjustizsystem. Nach Angaben des Death Penalty Information Center kann er noch vor Bundesgerichten gegen sein Todesurteil vorgehen; das könnte die Vollstreckung verzögern.

Debatte nach gescheitertem Hinrichtungsversuch

Trump genehmigte Hasans Hinrichtung wenige Tage nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch im Bundesstaat Tennessee. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike waren zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden, sie überlebte jedoch.

Der demokratische Senator Chris Murphy reagierte im US-Sender CNN geschockt auf die Ankündigung. Öffentliche Hinrichtungen seien mittelalterlich und erinnerten an Vorgehensweisen, die die USA bei Terrorgruppen verabscheuten.

Öffentliche Hinrichtungen seit Jahrzehnten abgeschafft

Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA fand 1936 in Kentucky statt. Damals wurde ein Mann vor Tausenden Zuschauern gehängt.

Das US-Militär vollstreckte zuletzt 1961 ein Todesurteil. Damals wurde ein Armeeangehöriger erhängt, der wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen während seines Einsatzes in Österreich verurteilt worden war.

Historischer Einschnitt im US-Militär

Die geplante Vollstreckung wäre nicht nur wegen des Erschießungskommandos außergewöhnlich. Nach den vorliegenden Angaben wäre sie die erste Militärhinrichtung in den USA seit 1961 und zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. Im Militärjustizsystem hängt die Vollstreckung eines Todesurteils von der Bestätigung durch den Präsidenten ab.

Der Fall steht in einer Phase neuer Aufmerksamkeit für die Todesstrafe. In den USA wurden 2025 in elf Bundesstaaten 47 Menschen hingerichtet – so viele wie seit 2009 nicht mehr. 2026 wurden bis zum Bericht über den gescheiterten Versuch in Tennessee bereits 30 Hinrichtungen vollzogen; die Giftspritze bleibt die häufigste Methode.

Livestream als politisches Signal

Die öffentliche Übertragung würde die Hinrichtung über den unmittelbaren Vollzug hinaus zu einem staatlich inszenierten Ereignis machen. Für die Öffentlichkeit stellen sich deshalb Fragen nach Zugang, Altersbeschränkungen und dem Umgang mit Bildmaterial. Zugleich könnte die Übertragung die Auseinandersetzung über Abschreckung, Menschenwürde und die Rolle des Staates bei tödlicher Gewalt verschärfen.

Rechtliche Hürde bleibt bestehen

Hasan kann nach Angaben der dpa noch vor Bundesgerichten gegen sein Todesurteil vorgehen. Ein solcher Schritt könnte die Vollstreckung auf unbestimmte Zeit verzögern. Damit bleibt der 3. Dezember zunächst ein geplanter Termin, dessen Umsetzung vom weiteren Verlauf der Rechtsmittel abhängt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Trump-Regierung ordnet erste Militärhinrichtung seit 60 Jahren an“ (07.10.2026)

Der Bericht bestätige den für Anfang Dezember geplanten Vollzug gegen Nidal Hasan durch ein Erschießungskommando in Fort Hood und ordne ihn als erste US-Militärhinrichtung seit mehr als 60 Jahren ein. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich stärker auf die Präsidentenbestätigung militärischer Todesurteile und den möglichen Status als erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021.

Tagesspiegel: „Erschießungskommando: Erste Militärhinrichtung seit über 60 Jahren im Dezember geplant“ (07.10.2026)

Der Artikel bestätige Termin, Ort und Vorgeschichte des Falls und hebe zusätzlich hervor, dass Hasan bei dem Angriff 2009 zwölf Soldaten und einen Zivilisten getötet habe. Zudem schreibe der Bericht, Hasan habe sich im Prozess selbst verteidigt; offen bleibe, ob die noch möglichen Rechtsmittel den geplanten Vollzug verzögern würden.

Beide Berichte stimmten beim geplanten Erschießungskommando und der historischen Einordnung überein. Der n-tv-Bericht betone stärker die verfassungsrechtliche Zuständigkeit des Präsidenten, während der Tagesspiegel den Prozess und Hasans damalige Tat näher beleuchte.

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