USA, Iran

Iran-Atomdeal: Trump skeptisch – Oman sieht Einigung nah

28.02.2026 - 04:51:21 | dpa.de

Die USA wollen verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Jetzt sagt der Außenminister des Vermittlers Oman, Teheran sei zu einem Deal bereit. US-PrĂ€sident Trump ist jedoch «nicht glĂŒcklich».

  • Washington hatte seine militĂ€rische PrĂ€senz in der Region zuletzt deutlich verstĂ€rkt. (Archivbild) - Bild: Giannis Angelakis/AP/dpa
    Washington hatte seine militÀrische PrÀsenz in der Region zuletzt deutlich verstÀrkt. (Archivbild) - Bild: Giannis Angelakis/AP/dpa
  • Omans Außenminister al-Bussaidi hofft auf eine baldige Einigung zwischen den USA und dem Iran.   - Bild: Hannes P Albert/dpa
    Omans Außenminister al-Bussaidi hofft auf eine baldige Einigung zwischen den USA und dem Iran. - Bild: Hannes P Albert/dpa
  • US-PrĂ€sident Trump drĂ€ngt den Iran zu einem Abkommen.  - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump drÀngt den Iran zu einem Abkommen. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
Washington hatte seine militĂ€rische PrĂ€senz in der Region zuletzt deutlich verstĂ€rkt. (Archivbild) - Bild: Giannis Angelakis/AP/dpa Omans Außenminister al-Bussaidi hofft auf eine baldige Einigung zwischen den USA und dem Iran.   - Bild: Hannes P Albert/dpa US-PrĂ€sident Trump drĂ€ngt den Iran zu einem Abkommen.  - Bild: Matt Rourke/AP/dpa

US-PrĂ€sident Donald Trump ist unzufrieden ĂŒber den bisherigen Verlauf der Atom-Verhandlungen mit dem Iran, der Vermittlerstaat Oman sieht dagegen einen Deal in greifbarer NĂ€he. «Ich bin nicht glĂŒcklich darĂŒber, wie sie sich verhalten», sagte Trump in Washington ĂŒber die Iraner. «Wir wollen, dass der Iran keine nuklearen Waffen besitzt, und genau diese wichtigen Worte sagen sie nicht». Omans Außenminister Badr al-Bussaidi stellte das beim US-Sender CBS News anders dar. Demnach gebe es eine Einigung, dass der Iran nie ĂŒber Nuklearmaterial zum Bau einer Atombombe verfĂŒgen wird.

Dies sei der wichtigste Erfolg in den laufenden Verhandlungen, sagte al-Bussaidi in dem Interview. Trump kritisierte indes bei einem Besuch im US-Bundesstaat Texas, dass der Iran nicht auf die Anreicherung von Uran verzichten wolle. Das Land wolle «ein bisschen anreichern», auch wenn es dafĂŒr keine Notwendigkeit gebe. «Ich sage: keine Anreicherung, nicht 20 Prozent, 30 Prozent», was der Iran fĂŒr zivile Zwecke wolle. Er sei damit nicht zufrieden. 

Omans Außenminister: «Der Frieden ist zum Greifen nah» 

Nach Ansicht al-Bussaidis verliert das Argument der Urananreicherung dagegen an Bedeutung, «denn jetzt sprechen wir von null Lagerung». Wenn man kein angereichertes Nuklearmaterial lagern könne, sei es «unmöglich, eine Bombe herzustellen», sagte er. Im Falle eines Abkommens wĂŒrde der Iran nach seinen Worten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zudem vollen Zugang zu seinen Atomanlagen gewĂ€hren. Er sei ziemlich zuversichtlich, «dass auch US-Inspektoren irgendwann Zugang erhalten werden», fĂŒgte er hinzu. 

Angesprochen auf Irans Raketenprogramm sagte Omans Außenminister: «Ich glaube, dass der Iran offen ist, ĂŒber alles zu diskutieren.» Der Iran hatte bisher deutlich gemacht, dass eine Begrenzung des Raketenprogramms nicht verhandelbar sei. Al-Bussaidi sagte nun, dass man sich auf die wichtigsten Punkte schon «morgen» einigen könne. Technische Details wĂŒrden noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. «Ich denke, innerhalb von drei Monaten wird alles bereit sein», sagte er. Nach einem vorherigen Treffen mit US-VizeprĂ€sident JD Vance hatte er auf X geschrieben: «Der Frieden ist zum Greifen nah». Er freue sich auf «weitere und entscheidende» Fortschritte in den kommenden Tagen. 

Trump: Ein Deal muss Sinn machen

Trump sagte: «Sie wollen einen Deal machen, aber es muss ein Deal sein, der Sinn macht.» Zuletzt verhandelten die USA und der Iran am Donnerstag. Am Montag sind laut Irans Außenminister Abbas Araghtschi zunĂ€chst «technische GesprĂ€che» in Wien geplant, wo die IAEA-Zentrale sitzt. Ob es danach zu einer weiteren, vierten Verhandlungsrunde beider Seiten kommt, ist noch unklar.

Trump hatte dem Iran kĂŒrzlich ein Ultimatum bis Anfang MĂ€rz gestellt. «Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird fĂŒr sie bedauerlich». Er hat mit militĂ€rischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden. «Ich wĂŒrde es aber lieber auf friedliche Weise machen. Aber sie sind sehr schwierige Leute ... sie sind sehr gefĂ€hrliche Leute, sehr schwierige Leute», sagte Trump nun. Es wĂ€re netter, wenn ein MilitĂ€reinsatz nicht nötig sei, sagte er vor seinem Abflug nach Texas – «aber manchmal muss man es auf diesem Weg machen.»

Massive US-MilitÀrprÀsenz im Nahen Osten

Trump betonte, dass er das «stĂ€rkste MilitĂ€r der Welt» nicht gerne einsetzen wolle. Er verwies zudem darauf, dass er durchaus ein Risiko fĂŒr einen lĂ€nger wĂ€hrenden Konflikt im Nahen Osten infolge eines US-Angriffs sehe. «Krieg birgt immer Risiken, sowohl positive als auch negative.» Eine abschließende Entscheidung ĂŒber den weiteren Kurs habe er bislang nicht gefĂ€llt, sagte Trump. In Washington hatte er kurz zuvor an die StaatsfĂŒhrung in Teheran gerichtet gesagt: «Sie sollten ein Abkommen abschließen, das wĂ€re klug von ihnen.» 

Washington hatte seine militĂ€rische PrĂ€senz in der Region zuletzt deutlich verstĂ€rkt. Sollten die USA im Iran angreifen, wird damit gerechnet, dass Teheran Ziele in Israel attackiert. Die Bundesregierung rĂ€t angesichts der angespannten Lage «dringend» von Reisen nach Israel ab. Das AuswĂ€rtige Amt (AA) passte am Freitagabend seine Reise- und Sicherheitshinweise fĂŒr das Land an. «Von Reisen nach Israel sowie nach Ostjerusalem wird dringend abgeraten», heißt es auf der AA-Homepage. Israel befinde sich weiter «formell im Kriegszustand». 

USA beschuldigen Iran der Geiseldiplomatie

Die US-Regierung bezeichnet den Iran nun offiziell als «Staat, der unrechtmĂ€ĂŸige Inhaftierungen betreibt» (State Sponsor of Wrongful Detention). Außenminister Marco Rubio warf Teheran in einem X-Post zu der Entscheidung vor, seit Jahrzehnten unschuldige AuslĂ€nder – darunter US-Amerikaner – als politisches Druckmittel festzuhalten. Diese «abscheuliche Praxis» der politischen Geiselnahme mĂŒsse beendet werden. Sollte die Islamische Republik ihr Vorgehen nicht Ă€ndern, könnten weitere Maßnahmen folgen, erklĂ€rte Rubio.

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