USA warten auf Wahlergebnisse - keine gröĂeren ZwischenfĂ€lle
05.11.2024 - 22:16:29Nach einem hitzigen und teils aggressiven Wahlkampf stimmen in den USA Millionen Menschen ĂŒber den kĂŒnftigen Kurs des Landes ab. Die PrĂ€sidentschaftswahl zwischen der Demokratin Kamala Harris und dem Republikaner Donald Trump verlief zunĂ€chst ohne gröĂere ZwischenfĂ€lle.Â
Beide Kandidaten zeigten sich trotz des laut Umfragen zu erwartenden Kopf-an-Kopf-Rennens zuversichtlich. Die BĂŒrger stimmen auch ĂŒber das ReprĂ€sentantenhaus und etwa ein Drittel der Sitze im US-Senat ab. Wahlergebnisse werden erst am Mittwoch deutscher Zeit erwartet. Wer die PrĂ€sidentenwahl letztlich gewinnt, könnte aber auch erst in ein paar Tagen feststehen.Â
Trump stimmt in Florida ab
Trump stimmte in Palm Beach im Bundesstaat Florida in der NĂ€he seines Wohnsitzes ab. «Ich bin sehr zuversichtlich. Wir sind mit einem sehr groĂen Vorsprung reingegangen», sagte er vor Reportern. Der Wahlausgang werde alles andere als knapp sein, prognostizierte er. Umfragen hingegen sagen ein sehr knappes Rennen voraus. Trump kam mit seiner Frau Melania in das Wahllokal.
Harris: Abendessen zu Hause
Nach einem monatelangen, zermĂŒrbenden und scharfen Wahlkampf verbringt VizeprĂ€sidentin Harris den Wahltag teils in ihrer Residenz in der US-Hauptstadt Washington. Dem Radiosender KDKA sagte die 60-JĂ€hrige, sie wolle im Kreise ihrer Familie Zuhause Abendessen und spĂ€ter zu einer demokratischen Wahlparty an ihrer ehemaligen UniversitĂ€t gehen. «Ich werde an meiner Alma Mater sein, der Howard University», so Harris.Â
Schicksalswahl mit riesiger Bedeutung
Bei der Wahl steht viel auf dem Spiel: Die innenpolitische StabilitĂ€t der USA sowie das ohnehin wackelige Gleichgewicht der Weltpolitik. Die Demokratin Harris könnte die erste Frau an der Spitze der USA werden. Trump könnte nach seiner Abwahl vor vier Jahren erneut ins WeiĂe Haus einziehen. Bidens 60-jĂ€hrige VizeprĂ€sidentin steht inhaltlich eher fĂŒr KontinuitĂ€t und fĂŒr eine stabile AuĂenpolitik der Weltmacht. Der Ex-PrĂ€sident hingegen ist stolz auf seinen unberechenbaren und aggressiven Kurs.
FBI verfolgt Bombendrohungen nach Russland zurĂŒck
Der Ausgang der Wahl wurde nicht nur mit Spannung, sondern auch mit Sorge vor möglichen Ausschreitungen erwartet. Die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land wurden hochgefahren - zunĂ€chst gab es aber nur punktuell ZwischenfĂ€lle.Â
Zwischenzeitlich sorgten Bombendrohungen unter anderem im besonders umkĂ€mpften «Swing State» Georgia fĂŒr Unterbrechungen beim WĂ€hlen. Die US-Bundespolizei FBI sah eine Spur nach Russland: «Dem FBI sind Bombendrohungen gegen Wahllokale in mehreren Bundesstaaten bekannt, von denen viele von russischen E-Mail-DomĂ€nen zu stammen scheinen. Bisher konnte keine der Drohungen als glaubwĂŒrdig eingestuft werden», hieĂ es in einer Mitteilung. US-Geheimdienste hatten am Montag gewarnt, dass Russland wie schon in den Tagen zuvor versuchen könnte, die Abstimmung zu beeinflussen.
AuĂerdem warnte das FBI vor manipulierten Videos, die angeblich von der US-Bundespolizei stammen sollen. In einem sei von Terrorgefahr an Wahllokalen die Rede und Amerikaner wĂŒrden aufgefordert, per Briefwahl abzustimmen. In einem anderen Video gehe es um vermeintlichen Wahlbetrug durch Insassen von fĂŒnf GefĂ€ngnissen, hieĂ es. Beide Videos seien nicht authentisch, erklĂ€rte die Behörde.Â
Benzingeruch: Mann am US-Kapitol festgenommen
Am Besucherzentrum des US-Kapitols in Washington nahm die Polizei einen Mann fest, der nach Benzin roch und eine Leuchtpistole bei sich hatte. Das teilte die Kapitol-Polizei auf der Plattform X mit. Der Mann sei bei der Sicherheitskontrolle aufgefallen. Im Besucherzentrum werde es wÀhrend der Ermittlungen nun vorlÀufig keine Touren mehr geben. Das Kapitol in der US-Hauptstadt ist der Sitz des Kongresses, also der beiden Kammern des US-Parlaments. Dort befinden sich das ReprÀsentantenhaus und der Senat.
Trump: AnhÀnger sind nicht gewalttÀtig
Viele US-Amerikaner fĂŒrchten gewalttĂ€tige ZwischenfĂ€lle rund um die Wahl. Trump antwortete auf eine entsprechende Frage, dass er nicht mit Ausschreitungen seiner AnhĂ€nger rechne. «NatĂŒrlich wird es keine Gewalt geben», sagte er. Dies mĂŒsse er seinen UnterstĂŒtzern auch nicht explizit sagen. «Meine UnterstĂŒtzer sind keine gewalttĂ€tigen Menschen», sagte der 78-JĂ€hrige. Auch er selbst wolle keine Gewalt. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder Zweifel an der IntegritĂ€t der Wahl gesĂ€t und von angeblichem Betrug der Demokraten gesprochen.Â
Seine Wahlniederlage 2020 hatte Trump nie eingerĂ€umt. Am 6. Januar 2021 hatte er seine AnhĂ€nger stattdessen durch unbelegte Behauptungen aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg durch massiven Betrug gestohlen worden sei. Ein gewalttĂ€tiger Mob stĂŒrmte daraufhin das Kapitol, in dem der Sieg des Demokraten Joe Biden formal bestĂ€tigt werden sollte. Infolge der Krawalle kamen fĂŒnf Menschen ums Leben.
Die magische Zahl 270
Der US-PrĂ€sident wird nicht direkt vom Volk gewĂ€hlt. Die Stimmen der WĂ€hlerinnen und WĂ€hler entscheiden ĂŒber die Zusammensetzung des Wahlkollegiums, das im Dezember dann den PrĂ€sidenten wĂ€hlt. Jeder Bundesstaat hat eine bestimmte Stimmenanzahl, die sich in etwa nach der Einwohnerzahl richtet.
Bei der Wahl gilt in fast allen Bundesstaaten das Prinzip, dass der Kandidat, der dort gewinnt, die Stimmen aller Wahlleute des Bundesstaats erhĂ€lt. FĂŒr den Einzug ins WeiĂe Haus braucht ein Kandidat letztlich also nicht absolut die meisten Stimmen («popular vote»), sondern die Mehrheit der 538 Wahlleute - mindestens 270.
Erstes Ergebnis: Gleichstand in Dixville Notch
Die erste Entscheidung fiel am Wahltag bereits um Mitternacht (Ortszeit). Im kleinen Dörfchen Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire stimmten nur sechs WĂ€hler ab - entsprechend schnell ging die AuszĂ€hlung. Auf einer handbeschriebenen Tafel wurde ein Patt verkĂŒndet: Je drei Stimmen fĂŒr Harris und fĂŒr Trump.
Viele WĂ€hler gaben schon vor dem Wahltag ihre Stimme ab. Nach Angaben des «Election Lab» der UniversitĂ€t Florida stimmten rund 83 Millionen US-BĂŒrger per Brief oder in vorab geöffneten Wahllokalen ab. Das entspricht mehr als der HĂ€lfte der 2020 bei der PrĂ€sidentenwahl insgesamt abgegebenen Stimmen.







