Russland, Ukraine

Röttgen: Waffenruhe zwischen Russland und Ukraine Àndert nichts

Veröffentlicht am: 09.05.2026 um 13:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die von US-PrĂ€sident Donald Trump vermittelte dreitĂ€gige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine ist nach EinschĂ€tzung des CDU-Außenexperten Norbert Röttgen bedeutungslos.

Norbert Röttgen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Norbert Röttgen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Es ist ein klassisches GeschĂ€ft, das grundlegend nichts Ă€ndert", sagte der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). Moskau habe unbedingt die Schmach vermeiden wollen, die Parade auf dem Roten Platz nicht ungestört durchfĂŒhren zu können, die Ukraine habe einen von ihr ersehnten Gefangenenaustausch im Gegenzug erhalten. Danach werde der Krieg leider weitergehen.

Röttgen sieht Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin in wachsender BedrĂ€ngnis. Die reduzierte Form der MilitĂ€rparade am 9. Mai sei "ein untrĂŒgliches Zeichen dafĂŒr, dass Putin zunehmend unter Druck ist". Der Krieg gegen die Ukraine sei in Russland immer unpopulĂ€rer, und der Wirtschaft gehe es schlecht. "Der Ukraine gelingt es immer mehr, das Kriegsgeschehen auf russisches Territorium zu verlagern", hob er hervor. Ukrainische Drohnen flögen bis nach Moskau und könnten dort erhebliche SchĂ€den verursachen.

Die Ukraine sei in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Armee zunehmend im Vorteil. "Die Ukraine hat unter dem Druck des Krieges in eindrucksvollster Weise ihre industriell-technologischen FĂ€higkeiten fortentwickelt", sagte Röttgen. Auf diese Weise schaffe sie es, den eigenen personellen Nachteil in Teilen zu kompensieren und den russischen StreitkrĂ€ften massive Verluste zuzufĂŒgen. Die Ukraine verfĂŒge inzwischen ĂŒber Waffen mit grĂ¶ĂŸerer Reichweite und habe so die russische Ölproduktion erheblich reduziert.

Röttgen Ă€ußerte zudem die Erwartung, dass sich der Krieg im Iran eher negativ auf Russland als auf die Ukraine auswirkt. Der höhere Ölpreis werde durch die reduzierte russische Ölproduktion ausgeglichen. "DarĂŒber hinaus lernt die Welt, dass Russland kein verlĂ€sslicher Partner ist, der seinen VerbĂŒndeten im Ernstfall relevant zu Hilfe kommt", sagte er. Dass Trump jetzt voll auf Iran konzentriert sei, bedeute fĂŒr Putin einen Verlust von Aufmerksamkeit. "Putin ist strategisch in einer ZwickmĂŒhle", so Röttgen. Er wolle es sich mit keinem verderben, weder mit den USA noch mit Iran noch mit den Golfstaaten und Israel.

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