Ukraine, Russland

Russland beschießt Ukraine massiv mit Raketen und Drohnen

14.05.2026 - 03:48:35 | dpa.de

Die Waffenruhe hielt nur kurz, nun lÀuft die nÀchste Angriffswelle. Kiew spricht von «Terror». Auch in der Nacht werden Explosionen aus ukrainischen StÀdten gemeldet.

  • Die ukrainische Luftabwehr war in der Nacht einmal mehr im Dauereinsatz. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Die ukrainische Luftabwehr war in der Nacht einmal mehr im Dauereinsatz. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
  • Russische Langstreckenbomber Tu-160 griffen mit ihren Lenkwaffen die Ukraine an. (Archivbild) - Foto: ---/Russisches Verteidigungsministerium/AP/dpa
    Russische Langstreckenbomber Tu-160 griffen mit ihren Lenkwaffen die Ukraine an. (Archivbild) - Foto: ---/Russisches Verteidigungsministerium/AP/dpa
  • Demonstrativ testete Russland eine neue Atomrakete.  - Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa
    Demonstrativ testete Russland eine neue Atomrakete. - Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa
  • In Belgorod schlĂ€gt der russische Angriffskrieg aufs eigene Land zurĂŒck. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Belgorod Region Governor Vyacheslav Gladkov Telegram channel via AP/dpa
    In Belgorod schlĂ€gt der russische Angriffskrieg aufs eigene Land zurĂŒck. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Belgorod Region Governor Vyacheslav Gladkov Telegram channel via AP/dpa
Die ukrainische Luftabwehr war in der Nacht einmal mehr im Dauereinsatz. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa Russische Langstreckenbomber Tu-160 griffen mit ihren Lenkwaffen die Ukraine an. (Archivbild) - Foto: ---/Russisches Verteidigungsministerium/AP/dpa Demonstrativ testete Russland eine neue Atomrakete.  - Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa In Belgorod schlĂ€gt der russische Angriffskrieg aufs eigene Land zurĂŒck. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Belgorod Region Governor Vyacheslav Gladkov Telegram channel via AP/dpa

Wenige Tage nach einer kurzzeitigen Waffenruhe hat Russland die Ukraine mit einem der lĂ€ngsten Luftangriffe in mehr als vier Jahren Krieg ĂŒberzogen. In der Nacht wurde erneut Luftalarm im ganzen Land ausgelöst, ukrainischen Medienberichten zufolge warnte das MilitĂ€r vor anfliegenden Drohnen und ballistischen Raketen. Aus der Hauptstadt Kiew wurden kurz darauf Explosionen gemeldet, laut dem Nachrichtenportal «The Kyiv Independent» wurden mehrere GebĂ€ude beschĂ€digt. BĂŒrgermeister Vitali Klitschko sprach demnach von einem eingestĂŒrzten Wohnhaus, in dessen TrĂŒmmern verschĂŒttete Opfer befĂŒrchtet wĂŒrden.

Schon den ganzen Mittwoch ĂŒber hatte die russische Armee Drohnenangriffe auf die Ukraine geflogen, wobei solche Attacken ĂŒber Tag ungewöhnlich sind. PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als 800 Drohnen. Mindestens sechs Menschen seien getötet und Dutzende verletzt worden. Selenskyj bezeichnete die Angriffe als «Terror».

Selenskyj setzt auf Trumps Einfluss in China

«Es ist sicherlich kein Zufall, dass einer der lĂ€ngsten massiven russischen Angriffe gegen die Ukraine gerade zu dem Zeitpunkt stattfand, als der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten zu einem Besuch in China eintraf – einem Besuch, von dem sich viele viel versprechen», sagte Selenskyj. Er hatte zuvor die Hoffnung geĂ€ußert, dass US-PrĂ€sident Donald Trump auf China einwirken möge, damit die Volksrepublik ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr den russischen Angriffskrieg beendet.

Die russischen Angriffe am Tag trafen Ziele bis in den Ă€ußersten Westen der Ukraine in den Transkarpaten. Die Slowakei schloss wegen der Gefahr zeitweise die GrenzĂŒbergĂ€nge in die Ukraine, Ungarn als weiterer Nachbar in der Region Ă€ußerte seine Besorgnis. Am Mittwochabend meldete die ukrainische Luftwaffe die Explosion einer russischen Hyperschallrakete vom Typ Kinschal (Dolch) bei einem Einschlag in Starokostjantyniw im Westen, wo eine ukrainische Luftwaffenbasis liegt. 

Gleichzeitig flogen abends SchwÀrme ukrainischer Drohnen auf russisches Gebiet, wie der Telegram-Kanal «Dronebomber» meldete. Ein Angriffsziel schienen erneut russische Erdölanlagen am Finnischen Meerbusen zu sein.

Schwere Angriffe nach drei Tagen Waffenruhe

Die heftigen russischen Angriffe folgen auf drei Tage Waffenruhe von Samstag bis Montag. Der russische PrÀsident Wladimir Putin konnte in dieser Zeit zwar ungestört eine Parade zum Weltkriegsgedenken abhalten, war aber abhÀngig davon, dass die USA die Feuerpause vermittelt hatten und die Ukrainer danach tatsÀchlich stillhielten.

Am Dienstag ließ Putin demonstrativ seine MilitĂ€rs von einem gelungenen Test der neuen russischen Atomrakete RS-28 Sarmat berichten. Sie solle Ende des Jahres in Dauereinsatz gehen, sagte er. Allerdings ist die angebliche Einsatzbereitschaft dieses Raketentyps auch schon in frĂŒheren Jahren behauptet worden.

Mit den massiven Angriffen will Moskau den Druck auf die Ukraine erhöhen, sich auf die russischen Bedingungen fĂŒr Friedensverhandlungen einzulassen. Kremlsprecher Dmitri Peskow wiederholte die Aufforderung, Selenskyj solle seine Truppen aus dem Gebiet Donezk abziehen. Erst dann könne es einen Waffenstillstand geben. Die Ukraine lehnt es kategorisch ab, die von ihr kontrollierten Gebiete Russland zu schenken.

Putin schickt neue Gouverneure in Grenzregionen

Putin tauschte unterdessen die Gouverneure der besonders vom Krieg betroffenen Grenzregionen Belgorod und Brjansk aus. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow habe den Posten in Belgorod «auf eigenen Wunsch» abgegeben, hieß es in Putins Erlass, den der Kreml in Moskau veröffentlichte. Zum kommissarischen Nachfolger wurde General Alexander Schuwajew ernannt. Im Gebiet Brjansk folgt Jegor Kowaltschuk auf Alexander Bogomas.

Belgorod ist das erste Gebiet in Russland, auf das der Moskauer Angriffskrieg mit Zerstörungen Ă€hnlich wie in der Ukraine zurĂŒckschlĂ€gt. Es dient der russischen Armee als Aufmarschgebiet fĂŒr Angriffe auf die ukrainische Großstadt Charkiw und als logistischer Knotenpunkt. Deshalb beschießt die Ukraine immer wieder MilitĂ€rziele und Infrastruktur in Belgorod. 

Das wird heute wichtig

Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht der Ukraine entscheidet heute darĂŒber, ob der frĂŒhere PrĂ€sidialamtschef Andrij Jermak in Untersuchungshaft kommt oder gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß bleibt. Ihm und fĂŒnf anderen VerdĂ€chtigen wird GeldwĂ€sche bei einem Luxusbauprojekt vorgeworfen. Jermak war bis vergangenen November die rechte Hand von PrĂ€sident Selenskyj.

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