Waffenruhe, Libanon

Waffenruhe im Libanon verlÀngert - Geisel aus Gaza erwartet

27.01.2025 - 05:04:35 | dpa.de

Die Waffenruhe im Libanon wie auch die in Gaza ist fragil. Nun konnten aufgetretene Probleme in beiden Konfliktgebieten erst einmal ausgerÀumt werden. Ob die Feuerpausen halten, bleibt abzuwarten.

  • Israel will ab dem Morgen die RĂŒckkehr Vertriebener in den Norden Gazas erlauben. - Foto: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa
    Israel will ab dem Morgen die RĂŒckkehr Vertriebener in den Norden Gazas erlauben. - Foto: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa
  • Im SĂŒden des Libanons kam es zu tödlichen ZwischenfĂ€llen.  - Foto: Marwan Naamani/dpa
    Im SĂŒden des Libanons kam es zu tödlichen ZwischenfĂ€llen. - Foto: Marwan Naamani/dpa
  • Die Hamas hĂ€lt weiter Geiseln in ihrer Gewalt.  - Foto: Abed Hajjar/AP/dpa
    Die Hamas hÀlt weiter Geiseln in ihrer Gewalt. - Foto: Abed Hajjar/AP/dpa
  • US-PrĂ€sident Trump hat die Umsiedlung von Bewohnern Gazas in arabische LĂ€nder angeregt.  - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump hat die Umsiedlung von Bewohnern Gazas in arabische LÀnder angeregt. - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
  • Die ersten Vertriebenen machen sich auf den Weg in den Norden Gazas.   - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
    Die ersten Vertriebenen machen sich auf den Weg in den Norden Gazas. - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
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Die fragile Waffenruhe im Libanon zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz wird um gut drei Wochen verlĂ€ngert. Die Waffen sollen bis zum 18. Februar schweigen, gab das Weiße Haus bekannt. Kurz zuvor war eine Frist fĂŒr den Abzug der israelischen Armee abgelaufen, woraufhin es im SĂŒdlibanon zu ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Todesopfern kam. Israel einigte sich mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen nach Vermittlung durch Katar auf die Freilassung einer israelisch-deutschen Geisel. 

Im Gegenzug erlaubte Israel ab 7.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) die RĂŒckkehr vertriebener palĂ€stinensischer Zivilisten aus dem SĂŒden in ihre Heimatorte im Norden des verwĂŒsteten KĂŒstengebiets. Kurz darauf zeigten Aufnahmen in palĂ€stinensischen sozialen Medien Tausende von PalĂ€stinenser, die sich auf einer ausgewiesenen Route von der SĂŒdseite des vom israelischen MilitĂ€r angelegten Netzarim-Korridors zu Fuß auf den Weg in den Norden machten.

Israelische-deutsche Geisel soll freikommen 

Im Rahmen eines Abkommens zwischen Israel und der Hamas war ursprĂŒnglich geplant, dass die Vertriebenen eine Woche nach Beginn der Waffenruhe zurĂŒckkehren dĂŒrfen. Da die Hamas jedoch am vergangenen Samstag nicht wie vereinbart eine laut Medienberichten israelisch-deutsche Zivilistin freigelassen hatte, blockierte Israels Armee die RĂŒckkehr zunĂ€chst. Die Waffenruhe-Vereinbarung sieht vor, dass zuerst Zivilisten freikommen sollten. Stattdessen ließ die Hamas vier Soldatinnen im Austausch gegen 200 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge frei. 

Die Hamas werde die israelisch-deutsche Geisel sowie zwei weitere EntfĂŒhrte nun bis Freitag ĂŒbergeben, gab ein Sprecher des Außenministeriums in Doha in der Nacht auf der Plattform X bekannt. Die Frau befindet sich in der Gewalt der Terrororganisation PalĂ€stinensischer Islamischer Dschihad (PIJ). Sie sei am Leben, sagte der stellvertretende PIJ-GeneralsekretĂ€r Mohammed Hindi der dpa. Das BĂŒro des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu bestĂ€tigte die Einigung. Demnach sollen die Drei am Donnerstag freikommen. Drei weitere israelische Geiseln sollen an diesem Samstag freigelassen werden. 

Damit konnte ein Scheitern der Waffenruhe sowohl im Gazastreifen als auch im Libanon vorerst abgewendet werden. Die Ende November vereinbarte Feuerpause zwischen Israels Armee und der libanesischen Hisbollah sah ursprĂŒnglich den Abzug der israelischen Truppen aus dem SĂŒdlibanon binnen 60 Tagen vor. Die Hisbollah soll sich hinter den Litani-Fluss, etwa 30 Kilometer nördlich der Landesgrenze, zurĂŒckziehen. Libanons Armee soll eine RĂŒckkehr der Miliz verhindern. Da die Armee aber nicht schnell genug nachrĂŒcke, hatte Israel erklĂ€rt, vorerst weiter Truppen in Teilen SĂŒdlibanons zu belassen. Libanons StreitkrĂ€fte hingegen erklĂ€ren, erst mĂŒsse Israels Armee abrĂŒcken.

Tote bei ZwischenfÀllen im Libanon

Bewohner hatten trotzdem versucht, in ihre Wohnorte im SĂŒden zurĂŒckzukehren. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurden daraufhin mindestens 22 Menschen durch israelischen Beschuss getötet, darunter ein Soldat. Weitere 124 seien verletzt worden, darunter auch neun MinderjĂ€hrige und ein SanitĂ€ter. Die UN-Friedensmission im Libanon (Unifil) warnte, weitere Gewalt werde die instabile Sicherheitslage untergraben. Auch die Lage im Gazastreifen bleibt trotz der bestehenden Waffenruhe weiter fragil.

PalĂ€stinenser gegen Trumps PlĂ€ne fĂŒr Gaza-Umsiedlung

Der Gazastreifen ist verwĂŒstet. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte am Wochenende die Idee einer Umsiedlung von Bewohnern des KĂŒstenstreifens in andere arabische LĂ€nder geĂ€ußert und stieß damit bei den Betroffenen auf entschiedene Ablehnung. Nur rechtsextreme Politiker in Israel wie Finanzminister Bezalel Smotrich begrĂŒĂŸten Trumps Vorschlag. PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas warnte vor einer Vertreibung der Bewohner Gazas, die «eine eklatante Verletzung der roten Linien» darstellen wĂŒrde. «Unser Volk wird unerschĂŒtterlich bleiben und seine Heimat nicht verlassen», hieß es in einer ErklĂ€rung des PrĂ€sidentenbĂŒros in Ramallah. 

Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen hatten bei ihrem Überfall auf Israel, bei dem rund 1.200 Menschen getötet wurden, mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Der Überfall war der Auslöser des Krieges in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet, wo seither laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 47.100 Menschen getötet wurden. Die Zahl unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und KĂ€mpfern.

Das Waffenruhe-Abkommen sieht vor, dass in einer ersten Phase innerhalb von sechs Wochen 33 aus Israel EntfĂŒhrte im Austausch fĂŒr 1.904 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge freigelassen werden, alle anderen Geiseln sollen spĂ€ter freikommen. Bislang kamen sieben Geiseln frei. Israel entließ im Gegenzug rund 300 HĂ€ftlinge. Ob die KĂ€mpfe im Gazastreifen jedoch dauerhaft beendet werden, hĂ€ngt von den weiteren Verhandlungen ab, die in KĂŒrze beginnen sollen.

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