Israel: Hamas feuert trotz Abkommen Rakete - Toter in Gaza
14.02.2025 - 05:14:39Kurz vor der geplanten Freilassung weiterer drei Geiseln hat die islamistische Hamas im Gazastreifen israelischen Angaben zufolge erstmals seit Beginn der Waffenruhe eine Rakete abgefeuert. Das Geschoss ging demnach innerhalb des abgeriegelten KĂŒstengebiets nieder. Krankenhausangaben zufolge kam dabei im FlĂŒchtlingsviertel Nuseirat im Zentrum des Gazastreifens ein 14 Jahre alter Junge ums Leben. Es handele sich um eine klare Verletzung des Waffenruhe-Abkommens, erklĂ€rte ein israelischer Armeesprecher. Die Vereinbarung war am 19. Januar in Kraft getreten.Â
Auch der mit der Hamas verbĂŒndeten Hisbollah-Miliz im Libanon warf Israel eine Verletzung der dort ebenfalls geltenden Waffenruhe vor. Wie Israels Armee mitteilte, bombardierten Kampfflugzeuge am Abend Einrichtungen der Hisbollah zur Lagerung von Waffen sowie Abschussanlagen. AnhĂ€nger der Schiitenmiliz blockierten derweil in der Hauptstadt Beirut StraĂen in Richtung des Flughafens mit brennenden Reifen. Lokalen Medien zufolge protestierten sie dagegen, dass einem zivilen Flugzeug aus dem Iran die Landeerlaubnis verweigert worden sei.
Unruhe im Libanon
Zuvor hatte ein Post des israelischen Armeesprechers Avichay Adraee fĂŒr Unruhe im Libanon gesorgt. Auf der Plattform X sprach er davon, dass die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah und die iranischen Revolutionsgarden zivile FlĂŒge in Richtung Beirut zum Schmuggeln von Geldern zur Wiederbewaffnung der Schiitenmiliz nutzen wĂŒrden. Beweise nannte er nicht. Die Ende November zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe ist bis zum 18. Februar verlĂ€ngert worden. Sie steht aber wie die in Gaza auf wackligen Beinen.
Vor der heute in MĂŒnchen beginnenden Sicherheitskonferenz rief US-AuĂenminister Marco Rubio die arabischen Staaten zu eigenen VorschlĂ€gen bezĂŒglich der Zukunft des vom Krieg zerstörten Gazastreifens auf. «Sie mögen ihn nicht, aber der einzige Plan» sei im Moment der von US-PrĂ€sident Donald Trump, sagte Rubio in einer US-Radiosendung. Dieser sieht die dauerhafte Umsiedlung der rund zwei Millionen Bewohner Gazas in arabische Staaten vor.Â
Rubio fordert arabische LĂ€nder zum Handeln aufÂ
Die arabischen LĂ€nder sagten, wie sehr sie sich um die PalĂ€stinenser sorgten, aber keines von ihnen wolle PalĂ€stinenser aufnehmen, keines habe in der Vergangenheit etwas fĂŒr Gaza getan, sagte Rubio laut einer von seinem Ministerium veröffentlichten Abschrift seines Auftritts in der Radioshow der konservativen Gastgeber Clay Travis und Buck Sexton. Man werde den LĂ€ndern Zeit geben, einen eigenen Plan auszuarbeiten. Die Hamas dĂŒrfe in Gaza jedoch keine Rolle mehr spielen, «denn Israel wird das nicht tolerieren», sagte Rubio.Â
Die Hamas habe Waffen. «Jemand muss sich diesen Leuten entgegenstellen. Wer wird das sein? Amerikanische Soldaten werden es nicht sein», sagte der US-AuĂenminister. «Wenn die LĂ€nder in der Region nicht in der Lage sind, diese Aufgabe zu bewĂ€ltigen, dann muss es Israel tun, und dann sind wir wieder da, wo wir schon einmal waren. Das löst das Problem also nicht», sagte Rubio. Er wollte nach der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz von Samstag bis zum 18. Februar Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate besuchen.
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«Hoffentlich werden sie einen wirklich guten Plan haben, den sie dem PrĂ€sidenten vorlegen können», sagte Rubio. Trump hatte mit seinem Plan, wonach Gaza unter Kontrolle der USA in eine «Riviera des Nahen Ostens» verwandelt werden soll, fĂŒr Unruhe gesorgt. Er und Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu stellten der Hamas zudem diese Woche ein Ultimatum, um die Freilassung der verbliebenen Geiseln zu erzwingen. Trump drohte, es werde «die Hölle losbrechen», sollten sie nicht wie vereinbart freigelassen werden.
Hamas verpflichtet sich zu Freilassung weiterer Geiseln
Die Hamas hatte Israel vorgeworfen, sich nicht an die Vereinbarungen zu halten und die fĂŒr morgen vorgesehene Freilassung der nĂ€chsten Geiselgruppe zunĂ€chst auf unbestimmte Zeit verschoben. Israel wies das zurĂŒck und drohte mit der Wiederaufnahme des Kriegs. Doch dann lenkte die Terrororganisation nach VermittlungsgesprĂ€chen in Ăgypten ein. Man wolle am Samstag doch Geiseln freilassen. Von israelischer Seite gab es allerdings zunĂ€chst keine BestĂ€tigung ĂŒber eine Einigung. Dem Abkommen zufolge sollen morgen drei israelische Geiseln im Austausch gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge freigelassen werden.







