Venezuela: Warten auf das Ergebnis der PrÀsidentenwahl
29.07.2024 - 05:19:35Die Venezolaner warten gespannt auf das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl, mit dem nun jederzeit gerechnet wird. Zahlreiche AnhĂ€nger des amtierenden PrĂ€sidenten NicolĂĄs Maduro hatten sich vor dem PrĂ€sidentenpalast Miraflores in der Hauptstadt Caracas versammelt, wie im venezolanischen Fernsehen zu sehen war. Die Wahllokale waren seit 18 Uhr Ortszeit (24 Uhr MESZ) geschlossen, Menschen in der Warteschlange durften aber auch noch nach SchlieĂung ihre Stimme abgeben. Das offizielle vorlĂ€ufige Ergebnis wird vom Nationalen Wahlrat (CNE) bekanntgegeben.
Neben dem autoritĂ€ren PrĂ€sidenten Maduro, der eine dritte Amtszeit anstrebt, bewarben sich neun weitere Kandidaten um das höchste Staatsamt. Die besten Chancen werden neben Maduro dem frĂŒheren Diplomaten Edmundo GonzĂĄlez Urrutia vom OppositionsbĂŒndnis Plataforma Unitaria DemocrĂĄtica zugerechnet. Mehr als 21 Millionen Menschen im In- und Ausland waren zur Wahl aufgerufen.Â
Maduro hatte nach seiner Stimmabgabe gesagt, er wolle das Ergebnis der Wahl respektieren. «Ich erkenne das Wahlgericht und das offizielle Wahlergebnis an und werde dafĂŒr sorgen, dass es respektiert wird», sagte der 61-JĂ€hrige in Caracas.
Der frĂŒhere Diplomat GonzĂĄlez sagte nach seiner Stimmabgabe: «Wir werden den Hass in Liebe verwandeln, die Armut in Fortschritt, die Korruption in Ehrlichkeit, den Abschied in ein Wiedersehen.» Die Zeit sei reif fĂŒr die Wiederversöhnung aller Venezolaner.
Der 74-JĂ€hrige trat anstelle der populĂ€ren OppositionsfĂŒhrerin MarĂa Corina Machado an, der wegen angeblicher UnregelmĂ€Ăigkeiten aus ihrer Zeit als Abgeordnete die AusĂŒbung öffentlicher Ămter fĂŒr 15 Jahre untersagt wurde. «Was wir hier sehen, ist der wichtigste zivile Akt in der zeitgenössischen Geschichte Venezuelas», sagte Machado nach ihrer Stimmabgabe.
Auch im Ausland wurde gewÀhlt
Auf Bildern waren seit den frĂŒhen Morgenstunden Menschenschlangen vor Wahllokalen zu sehen. Auch in anderen LĂ€ndern wie Kolumbien, Mexiko oder Spanien wĂ€hlten Venezolaner. Tausende hatten in Madrid und anderen spanischen StĂ€dten eine Kundgebung abgehalten, zu der die Opposition in Venezuela aufgerufen hatte, wie «El PaĂs» berichtete.
Mehreren Umfragen zufolge könnte Maduro nach elf Jahren an der Macht in der Tat abgewĂ€hlt werden. Beobachter gehen allerdings nicht von einer freien und fairen Wahl aus. Zuletzt wurden zahlreiche Oppositionelle festgenommen und regierungskritische Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen. Die Nichtregierungsorganisation Foro Penal berichtete von mehr als 300 politischen HĂ€ftlingen.Â
Die AuĂenminister von acht lateinamerikanischen LĂ€ndern riefen in einer gemeinsamen ErklĂ€rung dazu auf, die AuszĂ€hlung der Stimmen transparent zu gestalten. «Wir verfolgen die Entwicklungen in Venezuela sehr genau und halten es fĂŒr wesentlich, Garantien dafĂŒr zu haben, dass die Wahlergebnisse den vom venezolanischen Volk an der Wahlurne zum Ausdruck gebrachten Willen in vollem Umfang respektieren werden», hieĂ es von den AuĂenministerien von Argentinien, Costa Rica, Ecuador, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay und der Dominikanischen Republik.
«Der Wille des venezolanischen Volkes muss respektiert werden», forderte auch US-VizeprĂ€sidentin Kamala Harris nach SchlieĂung der Wahllokale.Â
Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Wirtschaft des einst wohlhabenden Landes mit reichen Erdölvorkommen leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen. Mehr als sieben Millionen Menschen haben Venezuela nach UN-Angaben in den vergangenen Jahren wegen Armut und Gewalt verlassen.







