Nach Terroranschlag bei Moskau: Festnahmen in Tadschikistan
29.03.2024 - 13:35:53Eine Woche nach dem Terroranschlag auf das Veranstaltungszentrum Crocus City Hall im Nordwesten von Moskau hat es laut russischen Staatsmedien auch in der zentralasiatischen Republik Tadschikistan Festnahmen gegeben. In einem Vorort der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe seien neun MÀnner festgenommen worden, die Verbindungen zu den in Moskau inhaftierten Terroristen gehabt hÀtten, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti. An der Festnahme waren demnach auch russische EinsatzkrÀfte beteiligt. Die Agentur berief sich auf eigene Kontakte zu Sicherheitskreisen. Indes erhöhte sich die Zahl der Toten auf 144, die der Verletzten auf 382, wie russische Behörden mitteilten.
Nach dem Anschlag vom Freitag voriger Woche hatten der russische PrĂ€sident Wladimir Putin und sein tadschikischer Kollege Emomali Rachmon bei einem Telefonat laut Kreml eine engere Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf vereinbart. Rachmon verurteilte den Anschlag und sagte, dass Terror keine NationalitĂ€t und keine Religion habe. Tadschikistan, das an Afghanistan grenzt, gilt als RĂŒckzugsort fĂŒr islamistische Terroristen. Bekannt hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Anschlag. Laut russischen Staatsmedien hatten die mutmaĂlichen TodesschĂŒtzen tadschikische PĂ€sse bei sich.
Vier MĂ€nner in Untersuchungshaft
Vier MĂ€nner, die in der Crocus City Hall geschossen und BrĂ€nde gelegt haben sollen, sind nach Angaben russischer Ermittler in Untersuchungshaft. Daneben gab es weitere Festnahmen und Haftbefehle, deren Gesamtzahl bei inzwischen rund 20 liegen dĂŒrfte. Putin hatte zwar bestĂ€tigt, dass Islamisten den Terroranschlag ausgefĂŒhrt haben sollen. Er sieht aber eine ukrainische Spur. In der Ukraine seien die MĂ€nner nach der Tat erwartet worden, sagte er ohne Vorlegen von Beweisen.
Die Ukraine weist eine Verwicklung in den Anschlag zurĂŒck. Am Donnerstag hatte das zentrale russische Ermittlungskomitee mitgeteilt, dass bei den VerdĂ€chtigen angeblich GerĂ€tschaften sichergestellt worden seien, die eine Verbindung zu ukrainischen Nationalisten belegen sollen. Demnach soll gesicherter Datenverkehr zeigen, dass Geld geflossen sei an die MĂ€nner.
In einem von russischen Staatsmedien gezeigten Videoclip sagte einer der mutmaĂlichen TĂ€ter, er habe umgerechnet 5000 Euro versprochen bekommen fĂŒr die Tat. Die HĂ€lfte habe er vorab auf seine Geldkarte ĂŒberwiesen bekommen, er wisse aber nicht von wem. Die Echtheit des Videos konnte nicht ĂŒberprĂŒft werden.


