KardinĂ€le legen Termin fĂŒr Trauerfeiern fest
22.04.2025 - 04:00:45Nach dem Tod von Papst Franziskus kommen am Morgen im Vatikan die KardinĂ€le zusammen, um den Ablauf der Trauerfeierlichkeiten festzulegen. Derzeit ist der tote Pontifex noch in der Kapelle seiner Residenz aufgebahrt, dem GĂ€stehaus Santa Marta.Â
Voraussichtlich am Mittwoch wird der Leichnam in den Petersdom ĂŒberfĂŒhrt, damit GlĂ€ubige dort vom Oberhaupt der katholischen Kirche Abschied nehmen können. Als Termin fĂŒr die Beisetzung ist vor allem der kommende Samstag im GesprĂ€ch. Dazu werden StaatsgĂ€ste aus aller Welt erwartet. Auch US-PrĂ€sident Donald Trump kĂŒndigte sein Kommen an.
Todesursache: Hirnschlag
Franziskus war am Ostermontag nach einer langen Phase schwerer Krankheit in seiner Residenz im Alter von 88 Jahren gestorben. Ălter wurde in der Geschichte der katholischen Kirche nur ein einziger anderer Papst. Der Vatikan nannte am Abend als Todesursache einen Hirnschlag. Im FrĂŒhjahr hatte Franziskus mit einer lebensbedrohlichen LungenentzĂŒndung 38 Tage im Krankenhaus gelegen.
Beigesetzt wird der gebĂŒrtige Argentinier auf eigenen Wunsch nicht im Petersdom im Vatikan, sondern in der Basilika Santa Maria Maggiore im Zentrum von Rom. In seinem am Abend veröffentlichten Testament legte er fest, dass auf seinem Grab nur sein Name stehen soll: Franciscus. In der Marienkirche gibt es bereits GrĂ€ber frĂŒherer PĂ€pste. Allerdings liegt die vorige Beisetzung mehr als 350 Jahre zurĂŒck.
Beisetzung bescheidener als bei frĂŒheren PĂ€psten
Zudem regelte Franziskus noch zu Lebzeiten, dass die Trauerfeierlichkeiten in bescheidenerem Stil stattfinden als bei VorgĂ€ngern auch in jĂŒngster Zeit. Im Petersdom wird der tote Papst nicht auf einem Katafalk - einer hohen Bahre - zu sehen sein, sondern in einem einfachen Holzsarg. Eine weitere Neuerung ist es, dass der pĂ€pstliche Bischofsstab als Herrschaftssymbol nicht mehr neben dem Sarg liegt.Â
Aus vielen LĂ€ndern der Welt gingen seit der Todesnachricht Kondolenzschreiben ein - auch aus Staaten, in denen die Katholiken in der Minderheit sind. Weltweit bekennen sich aktuell mehr als 1,4 Milliarden Menschen zum katholischen Glauben. BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier nannte Franziskus ein «leuchtendes Zeichen der Hoffnung, einen glaubwĂŒrdigen Anwalt der Menschlichkeit und einen ĂŒberzeugenden Christen».
Konklave zur Wahl des Nachfolgers beginnt Anfang Mai
Der MĂŒnchner Kardinal Reinhard Marx sagte im ZDF-«heute journal», Franziskus habe durch die Art, wie er frei und mutig agiert habe, den Kern des christlichen Glaubens fĂŒr viele sichtbar gemacht. Als Nachfolger werde nun jemand gebraucht, der «verbinden kann, die Menschen zusammenfĂŒhren kann - eine Person, die auch geistlich geprĂ€gt ist, die vom Evangelium her kommt, wie es Papst Franziskus auch war».
Der frĂŒhere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz gehört zu den drei deutschen KardinĂ€len, die im Konklave den neuen Papst mitwĂ€hlen werden. Insgesamt sind es nach aktuellen Stand 135 KardinĂ€le aus aller Welt unter 80 Jahren. Das Wahlgremium dĂŒrfte Anfang Mai in der Sixtinischen Kapelle zusammenkommen.Â
Die KardinĂ€le aus aller Welt wurden - auch zur Vorbereitung des Konklaves - vom Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, nach Rom einberufen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. An Sitzungen wie der heutigen nehmen alle KardinĂ€le teil, die bereits in Rom eingetroffen sind, wie das Portal «Vatican News» berichtete.Â
WeiĂer Rauch signalisiert neuen Papst
Die WahlgĂ€nge sind strikt geheim. Das Konklave kann nach wenigen Stunden vorbei sein, aber auch Tage dauern: Ein Zeitlimit gibt es nicht. Zur Wahl benötigt der neue Pontifex eine Zweidrittelmehrheit. Wenn er gewĂ€hlt ist, steigt aus einem Schornstein weiĂer Rauch auf.
Kurze Zeit spĂ€ter zeigt sich der neue Papst auf der Mittelloggia des Petersdoms erstmals der Ăffentlichkeit. AngekĂŒndigt wird er mit den Worten «Habemus Papam» (Wir haben einen Papst»). Die jetzige Zeitspanne bis zur Wahl wird als Sedisvakanz bezeichnet, die «Zeit des leeren Stuhls». In dieser Zeit dĂŒrfen im Vatikan keinerlei wichtige Entscheidungen getroffen werden.
Der katholischen Glaubenslehre zufolge ist der Papst Nachfolger des Apostels Petrus und Stellvertreter von Jesus Christus auf Erden. Der offizielle Titel lautet: «Bischof von Rom, Statthalter Jesu Christi, Nachfolger des ApostelfĂŒrsten, Oberhaupt der Gesamtkirche, Patriarch des Abendlandes, Primas von Italien, Erzbischof und Metropolit der Kirchenprovinz Rom, SouverĂ€n des Staates der Vatikanstadt, Diener der Diener Gottes».







