Dnipro: Russische Drohne tötet 13 Menschen an Bahnhof
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 11:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen für den Bahnverkehr in Dnipro
- Gebietsgouverneur Olexander Hanscha meldete 13 Tote und mindestens zehn Verletzte.
- Die ukrainische Eisenbahn sprach von einer Drohne mit Düsenantrieb, die einen Bahnsteig traf.
- Im Bahnhof standen ein Nahverkehrszug und der Passagierzug Dnipro-Saporischschja.
Tote und Verletzte nach Angriff auf Bahnhof in Dnipro
Durch einen russischen Drohnenangriff auf einen Bahnhof in der ukrainischen Großstadt Dnipro sind nach Behördenangaben 13 Menschen getötet worden. Mindestens zehn weitere Menschen wurden verletzt, wie Gebietsgouverneur Olexander Hanscha bei Telegram schrieb.
Zwei Züge standen am Bahnhof
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb in sozialen Medien von einem «entsetzlichen Angriff» auf den Bahnhof. Dort hätten ein gewöhnlicher Nahverkehrszug und ein regulärer Passagierzug gestanden.
Selenskyj forderte, Sanktionen gegen Russland dürften nicht gelockert werden, solange der Krieg andauere. Die EU, die USA und die G7 müssten härtere Sanktionen verhängen.
Rettungskräfte versorgen Verletzte
Der Präsident veröffentlichte Fotos und ein Video, die nach seinen Angaben die Folgen der Attacke zeigen. Darauf waren Verletzte zu sehen, die von Rettungskräften weggetragen wurden; Tote auf dem Bahnsteig waren unkenntlich gemacht.
Ukrainische Eisenbahn nennt Drohne mit Düsenantrieb
Nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn traf eine Drohne mit Düsenantrieb einen Bahnsteig, auf dem sich der Zug Dnipro-Saporischschja befand. Trotz einer zuvor bekanntgegebenen erhöhten Gefahr hielten sich dort demnach Menschen auf.
Bürgermeister Borys Filatow sprach von einer Tragödie und betonte, es habe sich um einen zivilen Zug gehandelt.
Bahninfrastruktur wiederholt unter Beschuss
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die großangelegte russische Invasion. Moskaus Militär hatte zuletzt wiederholt Züge und Eisenbahninfrastruktur angegriffen.
Der Angriff in Dnipro trifft eine zentrale zivile Infrastruktur in einer Stadt, die seit Beginn der russischen Großinvasion wiederholt Ziel russischer Raketen- und Drohnenangriffe war. Bahnhöfe und Bahnstrecken besitzen im Krieg besondere Bedeutung: Sie verbinden ukrainische Städte, transportieren täglich Pendler und Reisende und dienen zugleich der Versorgung sowie der Verlegung von Gütern.
Die von ukrainischen Behörden gemeldete Zahl von 13 Toten macht den Angriff zu einem der schwersten Vorfälle an einem Bahnhof seit längerer Zeit. Dass sich nach ukrainischen Angaben ein Nahverkehrszug und ein Passagierzug auf dem Bahnhofsgelände befanden, erhöht die zivile Dimension des Geschehens. Die Verletztenzahl kann sich bei laufenden Rettungsarbeiten noch verändern.
Angriffe auf Bahnverkehr
Die ukrainische Eisenbahn ist für das Land strategisch unverzichtbar, weil sie trotz des Krieges große Teile des Personen- und Güterverkehrs aufrechterhält. Russland hat wiederholt Bahnhöfe, Gleise und Energieanlagen angegriffen, während die Ukraine versucht, den Verkehr mit Reparaturen, Ausweichrouten und Luftschutzmaßnahmen aufrechtzuerhalten.
Politisch dürfte der Angriff den Druck auf westliche Staaten erhöhen, weitere Sanktionen und militärische Unterstützung zu beschließen. Für die Bevölkerung in Dnipro bedeutet er vor allem eine unmittelbare Verschärfung der Sicherheitslage: Auch öffentliche Orte mit regulärem Zugverkehr bleiben trotz Warnungen einem hohen Risiko ausgesetzt.
