Trump sieht sich bereit fĂŒr weitere Russland-Sanktionen
07.09.2025 - 19:32:06US-PrĂ€sident Donald Trump sieht sich nach eigenen Angaben in der Lage, weitere Russland-Sanktionen verhĂ€ngen zu können. Auf eine Frage eines Journalisten am WeiĂen Haus, ob er bereit sei, in die zweite Phase von Sanktionen gegen Moskau einzutreten, sagte er kurz und knapp: «Ja, das bin ich.» Mehr Angaben machte der Republikaner nicht. Es blieb unklar, ob neue Sanktionen tatsĂ€chlich verhĂ€ngt werden und wenn ja, wann.
Trump hatte vor Tagen angedeutet, dass es neben der bereits erfolgten Zollstrafe, die die USA gegen Indien wegen GeschĂ€ften mit Russland kĂŒrzlich eingefĂŒhrt hat, weitere PlĂ€ne gebe - eine «Phase 2» und «Phase 3». NĂ€her ging er nicht darauf ein.
Die USA sehen Sanktionen als Mittel an, um auf Kremlchef Wladimir Putin Druck auszuĂŒben und so zu einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg zu gelangen. Bislang blieben die diesbezĂŒglichen diplomatischen BemĂŒhungen Trumps ohne Erfolg. Putin wurde zuletzt vorgeworfen, ein direktes Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj hinauszuzögern.
Zölle gegen Indien wegen Kreml-GeschÀften
Trump hatte Mitte Juli mit Zöllen gegen Russlands Handelspartner in Höhe von etwa 100 Prozent gedroht. Doch diese kamen zumindest in diesem Umfang nicht: Auf indische Produkte erheben die USA seit vergangener Woche wegen dessen ĂlgeschĂ€ften mit Russland zusĂ€tzliche Zölle in Höhe von 25 Prozent. Indien ist bislang der einzige Handelspartner Russlands, gegen den die USA im Kontext des Ukraine-Kriegs mit Zöllen vorgehen.
US-Finanzminister will UnterstĂŒtzung durch EU
FĂŒr Montag ist in dem Zusammenhang auch ein Treffen in Washington geplant. Mehrere europĂ€ische Beamte unter der Leitung des EU-Sanktionsbeauftragten David O'Sullivan sind im US-Finanzministerium, um verschiedene Formen des wirtschaftlichen Drucks auf Russland zu besprechen - darunter auch neue Sanktionen, wie ein Sprecher der EU-Kommission der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigte.
US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Sonntag im TV-Sender NBC News: «Wir sind bereit, den Druck auf Russland zu erhöhen, aber wir brauchen die UnterstĂŒtzung unserer europĂ€ischen Partner.» Wenn die USA und die EU eingriffen, weitere Sanktionen verhĂ€ngten - Zölle fĂŒr LĂ€nder einfĂŒhren, die russisches Ăl kaufen -, werde die russische Wirtschaft vollstĂ€ndig zusammenbrechen. Das werde Putin an den Verhandlungstisch bringen, sagte der Minister.
Kritik an europĂ€ischen LĂ€ndern zu ĂlgeschĂ€ften
Trump soll zuletzt europĂ€ischen LĂ€ndern ĂlgeschĂ€fte mit Russland vorgehalten haben. Der Republikaner soll in einem Telefonat mit den EuropĂ€ern laut US-Online-Medium «Axios» und TV-Sender CNN, die sich auf das WeiĂe Haus berufen, gefordert haben, die ĂlgeschĂ€fte zu beenden, womit Russland seinen Krieg gegen die Ukraine finanziere. Zudem sollten die LĂ€nder ebenso Druck auf China machen.
Nach EU-Angaben sind die ĂlgeschĂ€fte Europas mit Russland in den vergangenen Jahren stark zurĂŒckgegangen. Völlig eingestellt sind sie nicht. Die EU hatte nach Moskaus Angriff auf die Ukraine 2022 weitgehende Einfuhrverbote gegen russische EnergietrĂ€ger wie Kohle und Ăl verhĂ€ngt. Diese erstrecken sich aber nicht auf Erdöl, das ĂŒber Pipelines transportiert wird. Die russische Erdölpipeline Druschba transportiert weiterhin Ăl in Richtung Ungarn und Slowakei.


