Weiterer US-Bundesstaat will Trump von Vorwahl ausschlieĂen
29.02.2024 - 03:09:10Ein weiterer US-Bundesstaat will den Republikaner Donald Trump von den PrĂ€sidentschaftsvorwahlen ausschlieĂen. Ein Gericht im Bundesstaat Illinois entschied nun, dass der Ex-PrĂ€sident wegen seiner Rolle beim Sturm seiner AnhĂ€nger auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 nicht an der Abstimmung teilnehmen dĂŒrfe. Das berichteten mehrere US-Medien ĂŒbereinstimmend, darunter der Sender CNN und die «New York Times».
Trump habe sich mit seinem Verhalten im Zusammenhang mit der Kapitol-Attacke fĂŒr das Amt des PrĂ€sidenten disqualifiziert, hieĂ es demnach zur BegrĂŒndung. Ăhnliche Entscheidungen waren zuvor bereits in den Bundesstaaten Colorado und Maine gefallen. Mit der Frage beschĂ€ftigt sich daher inzwischen schon der Oberste Gerichtshof des Landes. Eine Entscheidung dort steht aus.Â
Trump will bei der US-PrĂ€sidentenwahl Anfang November erneut fĂŒr die Republikaner kandidieren. Wer als PrĂ€sidentschaftskandidat antreten will, muss sich zunĂ€chst in parteiinternen Vorwahlen durchsetzen. KlĂ€ger versuchen seit einiger Zeit in verschiedenen Bundesstaaten, Trumps Teilnahme an den Vorwahlen zu verhindern und den Namen des 77-JĂ€hrigen von Wahlzetteln streichen zu lassen.Â
Trumps Name bleibt vorerst auf den Wahlzetteln
Der Republikaner hatte sich juristisch gegen die bisherigen Entscheidungen in Colorado und Maine zur Wehr gesetzt - und sein Team kĂŒndigte umgehend an, auch die Entscheidung in Illinois anzufechten. «Dies ist ein verfassungswidriges Urteil, gegen das wir rasch Berufung einlegen werden», erklĂ€rte sein Wahlkampf-Team in einer Mitteilung. Vorerst bleibt Trumps Name damit auf den Wahlzetteln in dem Bundesstaat. Die Vorwahl der Republikaner in Illinois steht am 19. MĂ€rz an.
Die erste Entscheidung, Trump vom Wahlzettel zu nehmen, war in Colorado gefallen. Der Republikaner wandte sich an das Oberste Gericht des Landes, um das Urteil aus Colorado zu kippen - es steht nun quasi stellvertretend fĂŒr Ă€hnliche Entscheidungen in Maine und Illinois. Anfang Februar gab es am Supreme Court eine Anhörung zu der heiklen juristischen und politischen Frage. Die Richter zeigten sich dort skeptisch ob der Möglichkeit, den Ex-PrĂ€sidenten vom höchsten Amt im Staate auszuschlieĂen. Wann der Gerichtshof eine Entscheidung dazu fĂ€llen wird, ist offen.
AnhÀnger Trumps attackieren das Kapitol
Hintergrund der Auseinandersetzung ist die beispiellose Attacke auf den US-Parlamentssitz vor drei Jahren: AnhĂ€nger Trumps hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam das Kapitol in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl von 2020 formal zu bestĂ€tigen. Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede durch unbelegte Behauptungen aufgewiegelt, dass er durch massiven Betrug um den Wahlsieg gebracht worden sei.Â
Trump-Gegner reichten Klagen im ganzen Land ein und argumentierten, der Republikaner habe mit seinem Beitrag zu dem Angriff das Recht verspielt, noch einmal als PrĂ€sident zu kandidieren. Sie verweisen dabei auf das sogenannte Aufstandsverbot im 14. Verfassungszusatz. Demnach darf niemand ein höheres Amt im Staat bekleiden, der sich zuvor als AmtstrĂ€ger an einem Aufstand gegen den Staat beteiligt hat.Â


