Anklage, Einfrieren

Anklage offen fĂŒr Einfrieren des Trump-Prozesses bis 2029

19.11.2024 - 19:50:00

Donald Trump wird bald wieder US-PrÀsident sein. Die Staatsanwaltschaft will jedoch am Schuldspruch gegen den 78-JÀhrigen festhalten - deutet aber eine mögliche Lösung an.

Im Schweigegeld-Prozess gegen den designierten US-PrĂ€sidenten Donald Trump will die Staatsanwaltschaft an der Verurteilung des 78-JĂ€hrigen festhalten. Zugleich zeigte sich Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg aber offen dafĂŒr, die eigentlich fĂŒr kommende Woche geplante StrafmaßverkĂŒndung auf Jahre zu verschieben - bis nach dem Ende der zweiten vierjĂ€hrigen Amtszeit des Republikaners. 

In einem Schreiben an Richter Juan Merchan argumentierte Bragg, kein Gesetz besage, dass die strafrechtliche ImmunitÀt eines PrÀsidenten sich auf ein Verfahren auswirke, wÀhrend dem der Angeklagte noch keine ImmunitÀt innehatte. Zudem handle es sich bei dem verurteilten Verhalten Trumps um Straftaten, die noch vor dessen erster Amtszeit als PrÀsident lagen und damit ebenfalls keinen besonderen rechtlichen Schutz genossen.

Zu einer möglichen Verschiebung schrieb Bragg: «Angesichts der Notwendigkeit, konkurrierende verfassungsrechtliche Interessen» abzuwĂ€gen, mĂŒsse unter anderem eine Verschiebung aller weiteren Handlungen «bis nach dem Ende der bevorstehenden Amtszeit des Angeklagten» in Betracht gezogen werden. 

Trump vor zweiter Amtszeit im Weißen Haus

Eine erwartete Entscheidung des Richters zum weiteren Vorgehen stand zunĂ€chst noch aus. Bleibt es bei dem Schuldspruch, dĂŒrfte Trump schon in wenigen Wochen der erste strafrechtlich verurteilte amtierende US-PrĂ€sident sein. 

Trump soll am 20. Januar fĂŒr seine zweite Amtszeit an der Staatsspitze vereidigt werden. Diese wird regulĂ€r bis Januar 2029 dauern, Trump wĂ€re dann 82 Jahre alt.

Trump beruft sich auf Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA

Der Supreme Court hatte Anfang Juli mit seiner rechtskonservativen Richter-Mehrheit entschieden, dass Trump fĂŒr gewisse Amtshandlungen ImmunitĂ€t genießt. Dieses historische Grundsatzurteil wollen die AnwĂ€lte des Republikaners nutzen, um das Urteil im Schweigegeld-Prozess doch noch zu kippen. Als PrĂ€sident muss Trump zudem handlungsfĂ€hig sein, was durch eine Strafe in dem Fall behindert werden könnte. 

Hintergrund Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin 

Geschworene in New York hatten Trump Ende Mai in 34 Anklagepunkten fĂŒr schuldig befunden. In dem Prozess ging es um die illegale Verschleierung von 130.000 Dollar Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin, um sich Vorteile im Wahlkampf 2016 zu verschaffen. Es drohen ihm im schlimmsten Fall mehrere Jahre Haft - dies wird jedoch auch mit Blick auf die bevorstehende PrĂ€sidentschaft als unwahrscheinlich gesehen.

@ dpa.de