Trump, Paris

Trump in Paris erwartet: Erste Auslandsreise seit Wahlsieg

07.12.2024 - 05:00:42

Donald Trumps erste Auslandsreise seit der US-PrĂ€sidentenwahl fĂŒhrt ihn nach Paris - eigentlich zur feierlichen Notre-Dame-Eröffnung. Doch die spannenden politischen GesprĂ€che finden am Rande statt.

  • Donald Trump ist einer der hochkarĂ€tigen GĂ€ste bei der Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame in Paris. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

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  • Trump und Macron planen am Rande der Notre-Dame-Eröffnung ein separates Treffen. (Archivbild). - Foto: Ian Langsdon/POOL/dpa

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Donald Trump ist einer der hochkarÀtigen GÀste bei der Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame in Paris. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpaTrump und Macron planen am Rande der Notre-Dame-Eröffnung ein separates Treffen. (Archivbild). - Foto: Ian Langsdon/POOL/dpa

Anderthalb Monate vor seiner AmtseinfĂŒhrung macht der designierte US-PrĂ€sident Donald Trump an diesem Wochenende seine erste Auslandsreise seit dem Wahlsieg und besucht Frankreich. Auf Einladung des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron wird Trump am Samstagabend in Paris bei der feierlichen Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame erwartet. Bereits am Nachmittag wollen sich Macron und Trump im ÉlysĂ©e-Palast fĂŒr ein bilaterales GesprĂ€ch zusammensetzen, wie die französische Seite ankĂŒndigte. Im Anschluss wolle Macron dort auch den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen. 

Die politischen GesprÀche 

Trumps Anwesenheit bei der Notre-Dame-Zeremonie und die politischen GesprĂ€che am Rande dĂŒrften viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ob Handel, Klimaschutz oder Sicherheit: In Europa weiß man sehr genau, wie dramatisch Trump die transatlantischen Beziehungen verĂ€ndern kann. Noch dazu fĂ€llt der Besuch mit einer innenpolitischen Krise in Frankreich zusammen, die Macron erheblich unter Druck setzt. Ob Trump den Besuch in Paris fĂŒr separate Treffen mit anderen Staats- und Regierungschefs nutzen wird, ist offen. Denkbar wĂ€re etwa, dass er und Macron sich gemeinsam mit Selenskyj zusammensetzen. 

Trump hatte im PrĂ€sidentschaftswahlkampf wiederholt behauptet, er könne den russischen Angriffskrieg in der Ukraine binnen 24 Stunden beenden - auch dank seiner guten Kontakte zu Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin. Er brĂŒstete sich bei einer Kundgebung sogar damit, er könne den Konflikt sogar noch vor seinem Amtsantritt beilegen. Wie - das sagte er nicht. Im Wahlkampf signalisierte Trump, dass er im Fall einer Wiederwahl die - bisher gewaltige - UnterstĂŒtzung der USA mit militĂ€rischer AusrĂŒstung fĂŒr die Ukraine drastisch zurĂŒckfahren oder ganz einstellen wĂŒrde. Doch lĂ€sst er seinen Worten auch Taten folgen?

Die Notre-Dame-Feierlichkeiten 

Am 20. Januar wird Trump als PrĂ€sident vereidigt und ĂŒbernimmt die AmtsgeschĂ€fte von Joe Biden. Der Demokrat wird bei der Notre-Dame-Wiedereröffnung nicht erwartet - wohl aber dessen Ehefrau, First Lady Jill Biden. Bei der Eröffnungsfeier am Samstagabend sind auch BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier, Großbritanniens Thronfolger Prinz William, EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen sowie etliche Staats- und Regierungschefs aus anderen LĂ€ndern dabei - darunter die Könige von Marokko und Jordanien, Mohammed VI. und Abdullah II..

Die Kathedrale war bei einem Brand vor fĂŒnf Jahren schwer beschĂ€digt und seither saniert worden. FĂŒr Macron ist die Wiedereröffnung des Pariser Wahrzeichens ein Höhepunkt seiner inzwischen siebenjĂ€hrigen Amtszeit. Als der PrĂ€sident nach der Brandkatastrophe den Wiederaufbau der Notre-Dame binnen fĂŒnf Jahren versprach, hatten viele das fĂŒr unmöglich gehalten. Bei der national bedeutenden Feier zur Wiedereröffnung auch gleich den kĂŒnftigen US-PrĂ€sidenten zu empfangen, dĂŒrfte Macron als besonderen Coup verstehen. 

Die politische Krise in Frankreich

Trump trifft nun aber inmitten einer politischen Krise in Frankreich ein, die auch Macron in die Bredouille bringt. Im Streit um einen Sparhaushalt stĂŒrzte die Opposition am Mittwochabend die Mitte-Rechts-Regierung des bisherigen Premierministers Michel Barnier. Teile der Opposition fordern seitdem auch Macrons RĂŒcktritt. Nun will der PrĂ€sident im Eiltempo einen neuen Premier installieren, der mit den zerstrittenen Lagern im Parlament eine neue Regierung aufstellen muss.

Buhlen um Trumps Gunst

WĂ€hrend Trumps erster Amtszeit hatte sich Macron auffallend um eine gute Beziehung zu dem Republikaner bemĂŒht - allen politischen Meinungsverschiedenheiten zum Trotz. Dabei inszenierte sich der Franzose öffentlich als starker europĂ€ischer Gegenpart des wohl mĂ€chtigsten Mannes der Welt. Auch nach dessen Wiederwahl ist Macron nun vorn dabei, wenn es darum, sich mit Trump gut zu stellen.

Seit dessen Sieg bei der PrĂ€sidentenwahl Anfang November bemĂŒhen sich Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, den Kontakt zu Trump wieder aufzubauen, nachdem dieser in seiner ersten Amtszeit außenpolitisch große Verwerfungen ausgelöst hatte. Spitzenvertreter mancher Staaten - wie zuletzt der kanadische Premierminister Justin Trudeau - wurden auch persönlich in Trumps Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida vorstellig.

@ dpa.de