Estland, Russland

Estland: Russische Kampfjets verletzten Luftraum

19.09.2025 - 16:46:52

Drei russische MilitĂ€rflugzeuge durchfliegen den estnischen Luftraum ĂŒber der Ostsee - fĂŒr ganze zwölf Minuten. Das baltische Nato-Land reagiert verĂ€rgert und mit deutlichen Worten - wie auch die EU.

Das baltische EU- und Nato-Mitglied Estland hat erneut die Verletzung seines Luftraums durch Russland gemeldet. Drei Kampfjets vom Typ MIG-31 seien am Morgen nahe der Ostsee-Insel Vaindloo unerlaubt in den Luftraum eingedrungen und hÀtten sich insgesamt zwölf Minuten darin aufgehalten, teilte die estnische Armee in Tallinn mit. 

Das Außenamt bestellte einer Mitteilung zufolge wegen des Vorfalls den GeschĂ€ftstrĂ€ger der russischen Botschaft ein und ĂŒberreichte eine Protestnote. «Russland hat in diesem Jahr viermal den estnischen Luftraum verletzt, was an sich schon inakzeptabel ist. Doch die heutige Verletzung, bei der drei Kampfjets in unseren Luftraum eingedrungen sind, ist beispiellos dreist», teilte Außenminister Margus Tsahkna mit. Auf Russlands zunehmende GrenzĂŒberschreitungen und wachsende AggressivitĂ€t mĂŒsse mit einer raschen Erhöhung des politischen und wirtschaftlichen Drucks reagiert werden, forderte er.

Die Flugzeuge hĂ€tten keine FlugplĂ€ne ĂŒbermittelt, ihre elektronische Kennung ausgeschaltet gehabt und auch keinen Funkkontakt mit der estnischen Flugsicherung gehalten. Die an Russland grenzenden LĂ€nder Estland, Lettland und Litauen besitzen keine eigenen Kampfjets. Die Nato-VerbĂŒndeten sichern deshalb im Wechsel den baltischen Luftraum.

Kallas: «Äußerst gefĂ€hrliche Provokation»

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einer «Àußerst gefĂ€hrlichen Provokation». Sie verwies darauf, dass es die dritte Verletzung des EU-Luftraums innerhalb weniger Tage gewesen sei und dies die Spannungen in der Region weiter verschĂ€rft. «Putin stellt die Entschlossenheit des Westens auf die Probe. Wir dĂŒrfen keine SchwĂ€che zeigen», schrieb die Estin auf der Plattform X und sicherte ihrem Heimatland die volle SolidaritĂ€t der EU zu. 

Bei einem russischen Luftangriff auf die Ukraine in der vergangenen Woche war eine große Zahl von Drohnen in den Luftraum Polens und damit der Nato geflogen. Die polnische Luftwaffe und andere Nato-VerbĂŒndete schossen erstmals einige der Flugkörper ab. Auch danach kam es zu VorfĂ€llen, bei denen mutmaßlich gezielt russische Drohnen ĂŒber Polen und RumĂ€nien gelenkt wurden.

@ dpa.de