Bericht, DrogenhÀndler

Bericht: DrogenhÀndler nutzen zunehmend chinesische GeldwÀscher

17.11.2023 - 12:17:52

DrogenhĂ€ndler in aller Welt greifen offenbar zunehmend auf die Dienste chinesischer Netzwerke zurĂŒck, um Geld zu transferieren und zu waschen.

Das zeigen Ermittlungs- und Gerichtsakten aus mehreren LĂ€ndern, ĂŒber die der MDR und die FAZ berichten, sowie GesprĂ€che mit Experten, StaatsanwĂ€lten und Polizisten. Die chinesischen Untergrundbanker schleusen demnach im Auftrag krimineller Organisationen enorme Summen an staatlichen Kontrollen vorbei rund um den Globus.

Sie arbeiten dabei mit Ă€hnlichen Methoden wie die sogenannten Hawala-Banker aus dem arabischen Raum. In der Regel laufen die Transaktionen ĂŒber China, was es den Strafverfolgungsbehörden fast unmöglich macht, den GeldflĂŒssen zu folgen. Rechtshilfe von chinesischen Behörden gebe es praktisch nicht, kritisieren Ermittler aus europĂ€ischen LĂ€ndern. Verfahren etwa in Italien zeigen, dass die chinesischen Schattenfinanzdienstleister genauso mit der kalabrischen Mafia zusammenarbeiten wie mit lateinamerikanischen Kartellen. Zudem haben die Medien Hinweise darauf gefunden, dass auch DrogenhĂ€ndler in Deutschland auf die Dienste chinesischer Untergrundbanker zurĂŒckgreifen: In den Chats eines albanischen Brokers etwa, der unter anderem aus einer Pizzeria in Frankfurt-Bergen-Enkheim internationale KokaingeschĂ€fte einfĂ€delte, fand sich der Kommentar: "Die Überweisung wird ĂŒber die Chinesen abgewickelt." Oliver Huth, Landesvorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter in Nordrhein-Westfalen, sagte den beiden Medien: "Wir wissen so gut wie nichts ĂŒber die chinesischen Strukturen." Huth leitet beim Landeskriminalamt in DĂŒsseldorf die deutschen Ermittlungen im Rahmen der Anti-Mafia-Operation "Eureka". Dass die Chinesen auf Augenhöhe mit der `Ndrangheta und lateinamerikanischen Kartellen zusammenarbeiteten, zeige deutlich, wie etabliert sie schon seien. "Das sind durchstrukturierte, professionelle, international prĂ€sente Netzwerke", sagte er. "Und wir wissen ĂŒberhaupt nicht, wie sie funktionieren. Das ist gefĂ€hrlich." Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden teilte auf Anfrage von MDR und FAZ mit, dass es zu möglichen AktivitĂ€ten chinesischer GeldwĂ€schenetzwerke in Deutschland keine AuskĂŒnfte geben könne, da momentan keine "konkreten Auswertungen" durchgefĂŒhrt wĂŒrden. Der Kampf gegen chinesische organisierte KriminalitĂ€t, sagte eine Quelle, habe in Europa absolut keine PrioritĂ€t.

@ dts-nachrichtenagentur.de