Anschlag in Ecuador: VerdÀchtige kommen in U-Haft
11.08.2023 - 19:25:35Nach dem Mordanschlag auf den ecuadorianischen PrĂ€sidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio kommen die VerdĂ€chtigen fĂŒr zunĂ€chst 30 Tage in Untersuchungshaft. Die Ermittler legten insgesamt 22 Beweismittel gegen die sechs MĂ€nner aus dem Nachbarland Kolumbien vor, wie die Staatsanwaltschaft des sĂŒdamerikanischen Landes mitteilte. Darunter waren Zeugenaussagen, Autopsie-Berichte, ballistische Analysen und Videoaufzeichnungen.
Die TĂ€ter hatten am Mittwoch nach einer Wahlkampfveranstaltung in der Hauptstadt Quito den Oppositionskandidaten Villavicencio erschossen. Mindestens neun Menschen wurden verletzt, darunter drei PersonenschĂŒtzer und eine Kandidatin fĂŒr die Nationalversammlung. Ein VerdĂ€chtiger erlag nach einem Schusswechsel mit den SicherheitskrĂ€ften seinen Verletzungen. PrĂ€sident Guillermo Lasso verhĂ€ngte fĂŒr 60 Tage den Ausnahmezustand und mobilisierte die StreitkrĂ€fte.
Am 20. August finden in Ecuador vorgezogene PrĂ€sidenten- und Parlamentswahlen statt. Diese sind notwendig geworden, weil Lasso inmitten eines Amtsenthebungsverfahrens wegen mutmaĂlicher Unterschlagung die Nationalversammlung aufgelöst hatte. Das einst friedliche Land leidet derzeit unter einer Welle der Gewalt. Die Mordrate von 25 Tötungsdelikten je 100.000 Einwohnern im vergangenen Jahr war die höchste in der Geschichte des Landes. Die Regierung macht vor allem DrogenhĂ€ndler verantwortlich.


