PrÀsidentschaftskandidat Villavicencio in Ecuador getötet
10.08.2023 - 03:55:30Eineinhalb Wochen vor der vorgezogenen PrĂ€sidentenwahl in Ecuador ist der Kandidat Fernando Villavicencio nach einer Wahlkampfveranstaltung in der Hauptstadt Quito getötet worden. Unbekannte feuerten auf den 59-JĂ€hrigen, als er ein Auto bestieg, wie lokale Medien berichteten. Ein TatverdĂ€chtiger sei bei dem Schusswechsel vor Ort schwer verletzt festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des sĂŒdamerikanischen Landes mit. Die Besatzung eines Rettungswagens habe dann seinen Tod bestĂ€tigt.
Zudem habe es bei dem Zwischenfall mindestens neun Verletzte gegeben, darunter eine Kandidatin fĂŒr die Parlamentswahl sowie zwei Polizisten, hieĂ es in einem weiteren Tweet der Behörde. Die Staatsanwaltschaft warnte auf ihrem Twitter-Account zugleich vor Falschmeldungen im Zusammenhang mit der Tat.
«Ich bin empört und schockiert ĂŒber die Ermordung des PrĂ€sidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio. Meine SolidaritĂ€t und mein Beileid gelten seiner Frau und seinen Töchter», schrieb PrĂ€sident Guillermo Lasso auf Twitter. «Dieses Verbrechen wird nicht ungesĂŒhnt bleiben.» Der Staatschef rief den nationalen Sicherheitsrat zusammen. «Das organisierte Verbrechen ist zu weit gegangen. Es wird mit der ganzen HĂ€rte des Gesetzes bestraft werden», schrieb Lasso weiter.
Villavicencio bewarb sich als Kandidat der Bewegung Construye (Baue) um das höchste Staatsamt in dem sĂŒdamerikanischen Land und lag den jĂŒngsten Umfragen zufolge auf dem vierten oder fĂŒnften Platz. Als Journalist und Abgeordneter hatte er immer wieder die weit verbreitete Korruption in Ecuador kritisiert.
Ecuador steckt in schwerer politischer Krise
Am 20. August finden in Ecuador vorgezogene PrĂ€sidenten- und Parlamentswahlen statt. Diese waren nötig geworden, nachdem PrĂ€sident Lasso zuletzt inmitten eines Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn wegen mutmaĂlicher Unterschlagung die Nationalversammlung aufgelöst hatte.
Ecuador steckt in einer schweren politischen Krise. Die Zustimmungswerte fĂŒr Regierung und Parlament sind sehr niedrig. Das einst friedliche Land leidet derzeit zudem unter einer Welle der Gewalt. Die Mordrate von 25 Tötungsdelikten je 100.000 Einwohnern im vergangenen Jahr war die höchste in der Geschichte des Landes und ĂŒberstieg sogar jene von Mexiko und Brasilien. Die Regierung macht vor allem DrogenhĂ€ndler fĂŒr die Gewalt verantwortlich.





