Nach Bidens TV-Patzer: Krisenstimmung bei den Demokraten
02.07.2024 - 20:46:04 | dpa.de
Nach dem TV-Debakel von Joe Biden rumort es bei den US-Demokraten gewaltig. Es geht dabei um die Frage, ob der US-PrĂ€sident im Rennen um das WeiĂe Haus gegen Donald Trump bleiben kann. Als erster demokratischer Kongressabgeordneter forderte Lloyd Doggett öffentlich, Platz fĂŒr einen alternativen Kandidaten zu machen.Â
«Anders als Trump hat sich Biden immer unserem Land verschrieben und nicht sich selbst», zitierten US-Medien den texanischen Politiker. «Ich hoffe, er wird die schmerzhafte und schwierige Entscheidung treffen, den RĂŒckzug anzutreten.»
Die ehemalige Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses, Nancy Pelosi, attestierte Biden beim US-Sender MSNBC «Urteilsvermögen und strategisches Denken». Die Demokratin rĂ€umte auf Nachfrage aber auch ein, es sei eine «berechtigte Frage», ob es sich bei seinem Patzer «nur um eine Episode oder einen Zustand» gehandelt habe. Pelosi betonte, es sei schwer, mit Trump zu debattieren, da der republikanische Ex-PrĂ€sident andauernd lĂŒge. Beide Kandidaten mĂŒssten in der Frage nach ihrer Eignung fĂŒr das PrĂ€sidentenamt einer gleich kritischen Betrachtung unterzogen werden.
Der US-Sender CBS berichtete, Biden werde sich am Mittwoch mit demokratischen Gouverneuren verschiedener Bundesstaaten treffen, um sich deren UnterstĂŒtzung zu sichern. Zuvor hatte der Sender CNN unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, mehrere Gouverneure hĂ€tten zu Wochenbeginn miteinander telefoniert, um ein solches Treffen anzustreben.Â
Einem Bericht der «Washington Post» zufolge drohte der Senator Joe Manchin nach dem TV-Duell, öffentlich mit Biden zu brechen. Manchin, der als Quertreiber bekannt ist, hat den Demokraten zwar kĂŒrzlich den RĂŒcken gekehrt, stimmt als unabhĂ€ngiger Senator aber weiterhin in vielen Fragen mit seiner ehemaligen Partei ab.Â
Dem Bericht zufolge Ă€nderte Manchin seinen Konfrontationskurs unter anderem auf DrĂ€ngen des demokratischen MinderheitsfĂŒhrers im Senat, Chuck Schumer. Die Zeitung zitierte einen nicht namentlich genannten Vertreter der demokratischen Partei mit den Worten: «Niemand will der Erste sein, der Julius CĂ€sar ersticht.»
In den vergangenen Tagen forderten zwar Demokraten aus den hinteren Reihen öffentlich einen personellen Wechsel, aber die bekanntesten Gesichter der Partei haben sich bislang mit allzu harscher Kritik zurĂŒckgehalten.Â
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

