Deutscher, HĂ€ftling

Deutscher HĂ€ftling in Belarus: Berlin besorgt wegen Video

26.07.2024 - 14:29:53 | dpa.de

Ein Deutscher wurde in Belarus wegen angeblichen Terrorismus zum Tode verurteilt. Das Staatsfernsehen fĂŒhrt ihn vor - und will so wohl zum Verhandeln drĂ€ngen. FĂŒr die Bundesregierung Grund zur Sorge.

Spekuliert wurde, dass Belarus' Machthaber Alexander Lukaschenko es auf einen Gefangenenaustausch abgesehen haben könnte. (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Sputnik Kremlin Pool via AP/dpa
Spekuliert wurde, dass Belarus' Machthaber Alexander Lukaschenko es auf einen Gefangenenaustausch abgesehen haben könnte. (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Sputnik Kremlin Pool via AP/dpa

Die Bundesregierung ist «sehr besorgt» wegen eines im belarussischen Fernsehen ausgestrahlten Videos eines zum Tode verurteilten Deutschen. «Es ist in Belarus leider wohl gĂ€ngige Praxis, entsprechend Menschen auch in Videos oder im Fernsehen vorzufĂŒhren», sagte eine Sprecherin des AuswĂ€rtigen Amts in Berlin. «Und wir sind natĂŒrlich sehr besorgt, ob der WĂŒrde der betroffenen Personen, die durch solches Zurschaustellen massiv verletzt wird.» 

Die Sprecherin appellierte an die FĂŒhrung in Belarus (frĂŒher Weißrussland), «eine solche Praxis zu unterlassen, grundsĂ€tzlich, aber natĂŒrlich auch in diesem Fall».

In dem am Donnerstag vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Video bittet der zum Tode verurteilte Deutsche Machthaber Alexander Lukaschenko um Gnade. Die deutsche Regierung tue nichts fĂŒr seine Rettung, sagt der Mann. Er war den Behörden in Minsk zufolge unter anderem wegen Terrorismus im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes verurteilt worden. «Ich bekenne mich schuldig, definitiv», sagt er in dem Video. Teils sind die deutschen Aussagen klar zu hören zwischen der russischen Übersetzung.

Das autoritĂ€r gefĂŒhrte Belarus vollstreckt als letztes Land in Europa noch die Todesstrafe, und zwar durch Genickschuss. Das AuswĂ€rtige Amt erklĂ€rte, der Mann werde konsularisch betreut. Es gebe erhebliche Fragen, unter welchen UmstĂ€nden das Video zustande gekommen sei.

Der Mann war im Juni zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde allerdings erst einen Monat spĂ€ter durch BĂŒrgerrechtsorganisationen bekannt. Das Außenministerium in Minsk hatte mitgeteilt, Berlin VorschlĂ€ge zur Lösung der Situation gemacht zu haben. Spekuliert wurde, dass das mit Russland verbĂŒndete Belarus es auf einen Gefangenenaustausch abgesehen haben könnte. Dazu Ă€ußerte sich die Bundesregierung nicht.

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