Putin will Aserbaidschan nach Flugzeugabsturz entschÀdigen
09.10.2025 - 16:33:32Kremlchef Wladimir Putin hat mehr als neun Monate nach dem Absturz einer aserbaidschanischen Passagiermaschine PrÀsident Ilham Aliyev erstmals Schadenersatz zugesichert und damit Schuld eingestanden. «SelbstverstÀndlich wird Russland in solchen FÀllen, in solchen tragischen FÀllen, alles Notwendige in Bezug auf EntschÀdigungen tun, und es wird eine rechtliche Bewertung der Handlungen aller Verantwortlichen vorgenommen werden», sagte Putin bei einem Treffen mit Aliyev in Tadschikistan. 38 Menschen starben im Dezember bei dem Absturz in Kasachstan.
Der russische PrĂ€sident rĂ€umte das erste Mal direkt ein, dass die Maschine wegen eines Fehlers der russischen Flugabwehr abgestĂŒrzt sei. PrĂ€sident Aliyev dankte Putin, dass er die AufklĂ€rung des Absturzes unter seine persönliche Kontrolle genommen habe. Beide hĂ€tten seit der Katastrophe mehrfach Kontakt gehabt. Er habe keine Zweifel gehabt, dass der Fall objektiv aufgeklĂ€rt werde, sagte Aliyev gemÀà einer Abschrift des GesprĂ€chs, die der Kreml veröffentlichte. Das PrĂ€sidentenamt in Baku veröffentlicht neben dem Text auch das Video von dem Treffen.
Aliyev sagte nach den jĂŒngsten Spannungen zwischen Russland und Aserbaidschan, dass sich die Beziehungen zwischen beiden LĂ€ndern nicht nur im Handel, sondern ebenfalls in anderen Bereichen erfolgreich entwickelten. Er sei ĂŒberzeugt, dass auch Menschen in Aserbaidschan und Russland das Treffen und die Botschaften positiv aufnehmen wĂŒrden.
Putin: Flugzeug nicht direkt von Raketen getroffen
Die Ermittlungen zur Ursache seien abgeschlossen, sagte Putin nach Kreml-Angaben in Duschanbe. Demnach fĂŒhrten zwei UmstĂ€nde zum Absturz: Zum einen sei eine ukrainische Drohne in der Luft gewesen, zum anderen habe es eine technische Störung im russischen Flugabwehrsystem gegeben. Die Raketen der Flugabwehr seien nahe dem Flugzeug explodiert, dabei hĂ€tten Teile die Maschine getroffen.
Das aus Baku kommende Flugzeug sollte in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny im Nordkaukasus landen, wo die russische Flugabwehr wegen ukrainischer Drohnenangriffe im Einsatz war. Die Maschine der Fluggesellschaft Azerbaijan Airlines mit 67 Menschen an Bord flog trotz ihrer SchĂ€den ĂŒber das Kaspische Meer. Bei der versuchten Landung in Aktau in Kasachstan stĂŒrzte sie dann ab.
Putin bestritt jedoch einen Treffer des Flugzeugs mit russischen Flugabwehrraketen. Zwei Raketen hĂ€tten das Flugzeug nicht direkt getroffen, sondern seien einige Meter davon entfernt explodiert, sagte er. Bereits kurz nach dem Vorfall hatte der Kreml mitgeteilt, dass Putin sich in einem Telefonat bei Aliyev entschuldigt habe. Der aserbaidschanische PrĂ€sident hatte jedoch ein SchuldeingestĂ€ndnis gefordert und kĂŒndigte sogar an, vor internationalen Gerichten Klage einreichen zu wollen.
Gespannte Beziehungen zwischen Russland und Aserbaidschan
Der Vorfall hat das VerhÀltnis zwischen Moskau und Baku stark belastet. ZusÀtzlich angespannt waren die Beziehungen durch Reihe von Strafverfahren gegen Aserbaidschaner im russischen Uralgebiet im Sommer. Bei den Festnahmen Ende Juni starben zwei Aserbaidschaner. Baku sah dies als ethnisch motiviertes Vorgehen und reagierte mit harten Festnahmen gegen Russen im eigenen Land, darunter auch Journalisten von Moskauer Staatsmedien.
Putin ist derzeit zu einem mehrtÀgigen Staatsbesuch nach Tadschikistan. Am Freitag ist dort ein Treffen der Gemeinschaft UnabhÀngiger Staaten (GUS) geplant, zu der auch Aserbaidschan gehört. Die beiden Staatschefs trafen sich in Duschanbe.





