PlastikmĂŒll-EindĂ€mmung, GesprĂ€che

PlastikmĂŒll-EindĂ€mmung: GesprĂ€che bringen kaum Fortschritt

20.11.2023 - 08:07:37

Ein globales Abkommen zum Umgang mit Plastik ist dringend nötig, um die Umwelt zu schĂŒtzen. Doch die UN-Verhandlungen stecken in einer Sackgasse.

Bei der Ausarbeitung eines weltweit verbindlichen Abkommens zur EindĂ€mmung von PlastikmĂŒll haben verhandelnde Staaten nach Angaben von Teilnehmern kaum Fortschritte machen können.

In der dritten Verhandlungsrunde hĂ€tten die Vertreter der rund 170 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen «auf der Stelle getreten», teilte WWF Deutschland in einer Mitteilung mit. Die Staaten hatten ĂŒber sieben Tage bis zum spĂ€ten Sonntagabend in der kenianischen Hauptstadt Nairobi verhandelt.

«Die Bremsmanöver und der Widerstand von ölproduzierenden Staaten wie Saudi-Arabien, Russland und Iran haben viel Zeit gekostet und die Verhandlungen beinahe vollstĂ€ndig zum Stillstand gebracht», sagte WWF Senior Policy Advisor Florian Titze. Es konnte demnach weder ein Mandat erteilt werden, zwischen den Verhandlungsrunden politisch am Text weiterzuarbeiten, noch fĂŒr technische Arbeitsgruppen zur wissenschaftlichen Basis des Abkommens. Beides wĂ€re dringend nötig, um den Zeitplan sicherzustellen, so Titze. Allerdings seien sich die Staaten einig gewesen, dass das Abkommen den gesamten Lebenszyklus von Plastik umfassen muss - nicht nur Fragen von Abfallentsorgung und -aufbereitung.

Viele offene Fragen

Auch nach Angaben der UN-Umweltorganisation UNEP, die die Konferenz organisiert hatte, gibt es weiter viele offene Fragen. «Es bleibt noch viel zu tun, um unsere Differenzen einzugrenzen und technische Grundlagen fĂŒr unsere Verhandlungen zu entwickeln», sagte der scheidende Vorsitzende des Internationalen Verhandlungskomitees, Gustavo Meza-Cuadra VelĂĄsquez, am Montag. Man habe sich aber zumindest auf einen Ausgangspunkt fĂŒr die vierte Verhandlungsrunde geeinigt, die im April 2024 im kanadischen Ottawa stattfinden soll.

Vertreter der UN-Mitgliedstaaten hatten im MĂ€rz 2022 beschlossen, ein globales Abkommen zum Umgang mit Plastik anzustreben. Es soll verbindliche Maßnahmen fĂŒr den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen festgelegen - von den Mengen, in denen einzelne Materialien hergestellt werden ĂŒber das Design von Plastikprodukten bis hin zur Entsorgung und Wiederaufbereitung von PlastikmĂŒll.

Nach Sitzungen in Uruguay und Frankreich fand vergangene Woche in Kenia die dritte von fĂŒnf Verhandlungsrunden statt. Die letzte und fĂŒnfte Verhandlungsrunde ist fĂŒr November und Dezember 2024 in Korea geplant. Mitte 2025 soll wĂ€hrend eines Staatengipfels das Abkommen verabschiedet werden.

@ dpa.de