Demokratische Republik Kongo, Prozess (Gericht)

Kongo: Ehemaliger PrÀsident Kabila zum Tode verurteilt

30.09.2025 - 19:14:28

Ein MilitĂ€rgericht spricht den Ex-Staatschef des Hochverrats und der Kriegsverbrechen schuldig. Kabila soll mitverantwortlich sein fĂŒr die Eroberung von Teilen des Ostkongo durch die M23-Miliz.

  • Ein MilitĂ€rgericht im Kongo hat Ex-PrĂ€sidenten Joseph Kabila wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. (Archivbild) - Foto: Frank Franklin Ii/AP/dpa

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  • Ein MilitĂ€rgericht im Kongo hat Ex-PrĂ€sidenten Joseph Kabila wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa

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Ein MilitÀrgericht im Kongo hat Ex-PrÀsidenten Joseph Kabila wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. (Archivbild) - Foto: Frank Franklin Ii/AP/dpaEin MilitÀrgericht im Kongo hat Ex-PrÀsidenten Joseph Kabila wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa

Der ehemalige PrĂ€sident der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, ist in Abwesenheit vom Obersten MilitĂ€rgericht wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden. Kabila, der das rohstoffreiche, zentralafrikanische Land von 2001 bis 2019 regierte, wurde außerdem wegen der Verherrlichung von Verbrechen, Verschwörung sowie der Planung eines Regierungsumsturzes schuldig gesprochen. Die VorwĂŒrfe beziehen sich auf die Rolle des Ex-PrĂ€sidenten im aktuellen Konflikt zwischen der Regierung und der M23-Miliz, die dieses Jahr im östlichen Teil des Landes große Gebiete eroberte. Kabila hatte die VorwĂŒrfe bestritten.

Das Gericht ordnete die «sofortige Verhaftung» des ehemaligen PrĂ€sidenten an. Dieser lebt seit etwa zwei Jahren im Exil, unter anderem in SĂŒdafrika. Das Urteil kann erst nach seiner RĂŒckkehr ins Land vollstreckt werden. Gegen Urteile des Obersten MilitĂ€rgerichts ist keine Berufung möglich. Zudem verurteilte das Gericht den 54-JĂ€hrigen zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 33 Milliarden US-Dollar (rund 28 Milliarden Euro) an den Staat sowie an die östlichen Provinzen Nord-Kivu und SĂŒd-Kivu.

Kabila sei ein Drahtzieher hinter den Verbrechen der Rebellenkoalition Alliance Fleuve Congo (AFC), zu der auch die Miliz M23 gehört, sagte der Generalstaatsanwalt der StreitkrĂ€fte, Generalleutnant Lucien Rene Likulia. Die auch vom benachbarten Ruanda unterstĂŒtzte M23 hat dieses Jahr große Teile der östlichen Provinzen Nord- und SĂŒd-Kivu erobert und dort eigene Verwaltungen eingesetzt. Kabila sei ein «intellektueller Urheber» der M23-Offensive, sagte Likulia.

Kritik an der Ostkongo-Politik der Regierung

Nach dem Ausschieden aus dem Amt wurde Kabila von der Regierung seines Nachfolgers FĂ©lix Tshisekedi Korruption wĂ€hrend seiner Amtszeit vorgeworfen. Die Beziehung zwischen den beiden verschlechterte sich 2023 weiter, als Kabila Tshisekedi fĂŒr seine Politik im Ostkongo kritisierte. Kabila ging kurz darauf ins Exil. Diesen Mai reiste Kabila fĂŒr einen Besuch nach Goma, die Regionalhauptstadt Nord-Kivus, wo er sich mit FĂŒhrern der M23 traf.

Die kongolesische Regierung nutzte den Besuch, um die gegen Kabila erhobenen Anklagen zu rechtfertigen. Zudem suspendierte sie Kabilas Volkspartei fĂŒr Wiederaufbau und Demokratie (PPRD). Diese hatte die Anklage gegen den ehemaligen PrĂ€sidenten als «politisch motiviert» und Strategie der Regierung bezeichnet, einen mĂ€chtigen Oppositionspolitiker auszuschalten. 

Kurz darauf wurde Kabila von der Regierung die ImmunitÀt entzogen, sie machte damit eine Anklage gegen ihn möglich. Das Verfahren gegen Kabila hatte im Juli begonnen.

@ dpa.de