Guatemala, Wahlen

Außenseiter wird neuer Staatschef in Guatemala

21.08.2023 - 04:50:46

Ein turbulenter Wahlkampf um das PrĂ€sidentenamt in Guatemala geht zu Ende. Überraschungskandidat Bernardo ArĂ©valo setzt sich bei der Stichwahl am Sonntag durch.

Der sozialdemokratische Überraschungskandidat Bernardo ArĂ©valo ist nach einem turbulenten Wahlkampf als Sieger aus der Stichwahl um das PrĂ€sidentenamt in Guatemala hervorgegangen.

Der Außenseiter von der Partei Movimiento Semilla (Bewegung Saatkorn) lag nach AuszĂ€hlung fast aller Stimmen durch die Oberste Wahlbehörde am Sonntagabend (Ortszeit) mit 58,85 Prozent vor der Ex-First Lady und dreimaligen PrĂ€sidentschaftskandidatin Sandra Torres (36,40 Prozent) von der Mitte-Links-Partei Nationale Einheit der Hoffnung (UNE).

Der 64-jÀhrige Arévalo wird damit Nachfolger des konservativen bisherigen Amtsinhabers Alejandro Giammattei, der nach einer vierjÀhrigen Amtszeit laut Gesetz nicht erneut antreten durfte.

Hoffnung auf Wandel

Der Wahlprozess in Guatemala war von Versuchen der politischen Elite und der Generalstaatsanwaltschaft beeintrĂ€chtigt, den mit der Hoffnung auf Wandel verbundenen ĂŒberraschenden Aufstieg ArĂ©valos mit juristischen Mitteln zu stoppen. Die EuropĂ€ische Union hatte darĂŒber ihre Besorgnis geĂ€ußert. Mehrere Kandidaten waren vom ersten Wahlgang aus umstrittenen GrĂŒnden ausgeschlossen worden.

Im Juni war Arévalo, der gegen die Korruption und Erosion der Demokratie in Guatemala vorgehen will, unerwartet zweitstÀrkster Kandidat im ersten Wahlgang geworden. Auf dem ersten Platz landete Torres. Bei den vorherigen beiden Wahlen war Torres jeweils in der Stichwahl gescheitert.

Tausende Menschen verlassen jeden Monat das mit 17 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Mittelamerikas und versuchen auf der Suche nach einem besseren Leben, ĂŒber Mexiko in die USA zu gelangen. Weitere wichtige Themen fĂŒr die Guatemalteken sind KriminalitĂ€t, Inflation und Arbeitslosigkeit.

@ dpa.de