Unruhen in Nepal: HĂ€user von Spitzenpolitikern in Brand
09.09.2025 - 12:36:40Trotz der Aufhebung eines umstrittenen Verbots fĂŒr Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram in Nepal ist es in dem Land den zweiten Tag in Folge zu gewaltsamen Protesten gekommen. In der Hauptstadt Kathmandu und anderen Landesteilen setzten aufgebrachte Menschen die Wohnsitze und BĂŒros mehrerer Minister sowie anderer Politiker in Brand und griffen sie mit Steinen an, berichteten die Zeitung «The Kathmandu Post» und andere lokale Medien. Wegen der schweren Unruhen im Land trat MinisterprĂ€sident Khadga Prasad Sharma Oli zurĂŒck.Â
Ziel der Angriffe wurden den Berichten den zufolge auch PrivathĂ€user Olis. Auf nicht verifizierten Videos war zudem zu sehen, wie Flammen am Haus von PrĂ€sident Ram Chandra Paudel aufstiegen. Ăber Verletzte lagen zunĂ€chst keine Berichte vor. Ebenso wurden Polizeistellen angezĂŒndet. Zu den Angriffen in Kathmandu kam es trotz einer Ausgangssperre in mehreren Stadtteilen.Â
Tote und Verletzte bei Demonstrationen
Die Proteste hatten sich in Nepal entzĂŒndet, nachdem die Regierung des Himalaya-Staates in der vergangenen Woche 26 Online-Netzwerke verboten hatte. Sie wollte die Dienste dadurch zwingen, sich registrieren und unter staatliche Aufsicht stellen zu lassen. Der Schritt hatte jedoch starke Kritik hervorgerufen und Tausende, meist jĂŒngere Menschen im ganzen Land auf die StraĂe getrieben.Â
Am Montag hatte es bei ZusammenstöĂen zwischen Demonstranten und Polizei in Kathmandu und anderswo mindestens 19 Tote gegeben. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Den Berichten nepalesischer Medien zufolge hatte die Polizei Wasserwerfer, TrĂ€nengas und scharfe Munition eingesetzt.Â
Sperrung der Online-Netzwerke ist nicht der einzige Grund
Die Proteste richteten sich nicht nur gegen die Sperrung der Online-Netzwerke, die die Regierung mittlerweile aufgehoben hat. Die Teilnehmer prangern auch weit verbreitete Korruption im Staat sowie Vetternwirtschaft an.Â
In einer Mitteilung des BĂŒros des MinisterprĂ€sidenten hieĂ es, Oli wolle mit seinem RĂŒcktritt den Weg fĂŒr eine politische Lösung fĂŒr die aktuelle Situation im Land frei machen. Zuvor waren schon mehrere Minister, darunter der Innenminister zurĂŒckgetreten. Der 73-jĂ€hrige Oli war seit vergangenem Jahr im Amt des Regierungschefs, das er bereits mehrmals innegehabt hatte.
Nepal hat rund 30 Millionen Einwohner. Die parlamentarische Demokratie in ist jung. Von 1996 bis 2006 herrschte BĂŒrgerkrieg, die jahrhundertealte Monarchie wurde 2008 abgeschafft.


