Epstein-Akten: Trump wĂŒtend ĂŒber Kritik aus eigenem Lager
16.07.2025 - 20:30:54 | dpa.deUS-PrĂ€sident Donald Trump sieht sich im Fall des SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein mit seltener Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert - und ist wĂŒtend. In einem Post auf seiner Plattform «Truth Social» sprach Trump von einem «Schwindel» der Demokraten, dem seine «ehemaligen» UnterstĂŒtzer aus der sogenannten Maga-Koalition («Make America Great Again») aufgesessen seien.Â
«Lasst diese SchwĂ€chlinge weitermachen und die Arbeit der Demokraten erledigen, denkt nicht einmal daran, von unserem unglaublichen und beispiellosen Erfolg zu sprechen, denn ich will ihre UnterstĂŒtzung nicht mehr!», schrieb Trump. «Einige dumme Republikaner» seien den Demokraten auf den Leim gegangen, kritisierte Trump anschlieĂend auch im WeiĂen Haus. Er behauptete, dass bestimmte seiner Parteikollegen «einem Drehbuch der Demokraten» folgten.Â
Zuvor hatte sich unter anderem der republikanische Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, fĂŒr eine Veröffentlichung der Unterlagen zum Fall Epstein ausgesprochen - und sich damit öffentlich gegen die US-Regierung gestellt. «Es ist ein sehr heikles Thema, aber wir sollten alles offenlegen und die Menschen entscheiden lassen», sagte Mike Johnson, der republikanische Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses, in einem Podcast am Dienstagabend (Ortszeit). Viele Trump-Fans werfen unterdessen die Frage auf, ob der PrĂ€sident in der Sache etwas zu verbergen hat.Â
Warum der Fall fĂŒr Diskussionen sorgt
Die Akten zu dem Fall zu veröffentlichen, war eines von Trumps Wahlversprechen. Die Verhaftung Epsteins, der ĂŒber viele Jahre systematisch MinderjĂ€hrige missbraucht hatte, sorgte in den USA und weltweit fĂŒr Aufsehen. 2019 beging er mit 66 Jahren in seiner GefĂ€ngniszelle nach offiziellen Angaben Suizid. In Teilen der US-Gesellschaft sorgte Epsteins Tod fĂŒr wilde Spekulationen, weil er beste Kontakte in die amerikanische High Society hatte. PrĂ€sidenten und MilliardĂ€re gingen bei ihm ein und aus â auch Donald Trump verbrachte Zeit mit Epstein, wie mehrere Party-Videos der beiden belegen.
Der Fall war perfektes Futter fĂŒr Verschwörungstheoretiker: Viele verhasste â und oft als liberal wahrgenommene â Eliten hielten sich im Dunstkreis eines tief gefallenen Sexualverbrechers auf, der plötzlich unter dubiosen UmstĂ€nden stirbt. FĂŒr viele Zweifler lag der Schluss nahe, dass Epstein getötet wurde, um die Taten Dritter zu verschleiern. Auch die vom PrĂ€sidenten eingesetzten neuen FBI-Direktoren Kash Patel und sein Vize Dan Bongino Ă€uĂerten sich vor ihrer Berufung Ă€hnlich.
Wie die Regierung mit dem Fall umgeht
Inzwischen wollen Patel, Bongino und US-Justizministerin Pam Bondi allerdings nichts mehr von ihren Versprechen wissen, die Ermittlungsakten und Informationen zu möglicherweise beteiligten Personen zu veröffentlichen. Anfang vergangener Woche teilte das FBI mit, keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Prominenter gefunden zu haben. Auch handele es sich bei Epsteins Tod klar um Suizid. Eine sagenumwobene Kundenliste des ehemaligen MultimillionĂ€rs mit den Namen von US-Eliten gibt es demnach nicht.Â
In der US-Ăffentlichkeit sorgte das fĂŒr Stirnrunzeln. Denn noch im Februar hatte Bondi in einem TV-Interview auf die eindeutige Frage, ob eine Epstein-Kundenliste wirklich veröffentlicht werden könnte, mit «sie liegt gerade zur PrĂŒfung auf meinem Schreibtisch» geantwortet. Das WeiĂe Haus erklĂ€rte das mit einem MissverstĂ€ndnis: Bondi habe gemeint, dass ihr die Ermittlungsakten vorlĂ€gen.
Die Justizministerin weigerte sich auf einer Pressekonferenz am Dienstag, Fragen zu dem Thema zu beantworten und verwies auf ein bereits veröffentlichtes Memo. Demnach sollen keine weiteren Unterlagen zum Fall Epstein veröffentlicht werden. Johnson forderte Bondi nun auf, die Angelegenheit «allen zu erklĂ€ren».Â
Trump stellte sich dagegen auch am Mittwoch hinter seine Ministerin: Bondi wĂŒrde ihre Sache sehr gut machen, betonte er. «Sie sagt, ich habe Ihnen alle glaubwĂŒrdigen Informationen gegeben, und wenn sie weitere glaubwĂŒrdige Informationen findet, wird sie auch diese geben», sagte Trump. «Ich meine, ganz ehrlich, was kann sie noch tun?» Alle glaubwĂŒrdigen Dokumente könne sie veröffentlichen, erklĂ€rte der Republikaner.Â
Auch Musk kritisierte Trumps Umgang mit dem Fall
Ob solche Aussagen seine AnhĂ€nger beschwichtigen, lĂ€sst sich bezweifeln: Vor allem UnterstĂŒtzer aus dem Umfeld der sogenannten Maga-Bewegung fordern die Herausgabe der unter Verschluss gehaltenen Akten und kritisieren das Justizministerium und die Bundespolizei FBI dafĂŒr, dass die Dokumente nicht öffentlich zugĂ€nglich gemacht werden.Â
Trumps ehemaliger enger Berater und nun entfremdeter MultimilliardĂ€r Elon Musk schrieb jĂŒngst auf X: «Wie soll man Trump vertrauen, wenn er die Epstein-Akten nicht veröffentlicht?» Musk hatte vor einigen Wochen bereits ohne Belege behauptet, die Unterlagen wĂŒrden nicht veröffentlicht werden, weil Trumps Name sich in ihnen befinde.
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